BUCHS: Verständnis und Gelassenheit sind wichtig

ln einem anschaulichen und lebendigen Vortrag informierte Claudia Murk am Donnerstag an einer Weiterbildungsveranstaltung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde über Demenzerkrankungen und ihre Auswirkungen auf Betroffene und ihr Umfeld.

Ursula Wegstein
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Die Referentin Claudia Murk im Gespräch mit einem Beistand. (Bild: Ursula Wegstein)

Die Referentin Claudia Murk im Gespräch mit einem Beistand. (Bild: Ursula Wegstein)

Ursula Wegstein

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Die Referentin ist Psychiatriepflegefachfrau HF/Gerontologin und arbeitet als Gerontobeauftragte für die St. Gallischen Psychiatrie-Dienste Süd.

Neben den wichtigsten Formen von Demenzerkrankungen, den ersten Symptomen und dem Krankheitsverlauf bildete die Frage nach dem richtigen Umgang mit einer demenzerkrankten Person einen weiteren Schwerpunkt dieser Weiterbildungsveranstaltung der Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Werdenberg für private Beistandspersonen. Anhand zahlreicher Beispiele führte Claudia Murk die Situation einer an Demenz erkrankten Person anschaulich vor Augen und gab dazu Tipps, wie der alltägliche Umgang reibungslos, erfreulich und vielleicht sogar glücklich verlaufen kann. Umgekehrt machte die Referentin deutlich, warum es zu Konflikten und Streit kommt. Meistens dann, wenn die erkrankte Person immer wieder mit ihren Defiziten konfrontiert wird.

Bei einer demenzkranken Person bringe Reden nichts, erläuterte Claudia Murk. Eine solche Person lasse sich nur über alle Sinne erreichen. Dass auch der verständigste Angehörige irgendwann an seine Grenzen kommt und einmal Zeit für Distanz und Freiraum braucht, wurde ebenso thematisiert.

Gedächtnistraining zur Vorbeugung

Demenz bildet den Überbegriff von Gedächtnisstörungen, die sich durch eine oder mehrere Störungen in Sprache, dem Ausführen oder Erkennen von etwas oder darin bemerkbar macht, dass komplexe Aufgaben in mehreren Schritten nicht mehr richtig ausgeführt werden können. Aus Sicht von Claudia Murk ist eine frühzeitige Abklärung wichtig und sinnvoll. Die Gedächtnisstörung kann auch andere Ursachen haben, wie schlechte Durchblutung, Depression oder einen Mangel, was sich behandeln lässt. Eine erste Anlaufstelle zur Abklärung kann immer der Hausarzt sein. Gemäss der Referentin ist die beste Prophylaxe, etwas Neues zu lernen, eine Herausforderung anzunehmen oder jede Form von Gedächtnistraining. Besonders hilfreich sei auch Musik, Tanzen oder Singen, da dadurch andere Hirnregionen mobilisiert werden.

Die Veranstaltung bot auch Gelegenheit zum Austausch zwischen den Beiständen untereinander und zum Kontakt mit Patrik Terzer und Claudia Hosang von der Kesb Werdenberg. Derzeit sind bei der Kesb Werdenberg 108 private Beistandspersonen für 106 Mandate eingesetzt.

Claudia Hosang von der Kesb sagte: «Wir schätzen den Einsatz der privaten Beistandspersonen als soziales Engagement zum Wohle der betroffenen Personen, andererseits als Dienst zu Gunsten unserer Gesellschaft und als Zeichen des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Verantwortungsübernahme.» Die Kesb freue sich über Interessenten, die ein solches Mandat für längere Zeit übernehmen.