BUCHS: Verkehr(te) Bahnhofstrasse

Die Anwesenden des vierten «Forum Buchs» hatten allerlei Anliegen. Unter anderem wurde das Rätsel um das Velofahren an der Bahnhofstrasse gelöst.

Mengia Albertin
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Viele Buchser fühlen sich beim Fahren in die entgegengesetzte Richtung an der Bahnhofstrasse nicht wohl – wegen des Gefühls, etwas Verbotenes zu tun und hoffentlich nicht erwischt zu werden. Zu Unrecht, wie sich am «Forum Buchs» zeigte. (Bild: Mengia Albertin)

Viele Buchser fühlen sich beim Fahren in die entgegengesetzte Richtung an der Bahnhofstrasse nicht wohl – wegen des Gefühls, etwas Verbotenes zu tun und hoffentlich nicht erwischt zu werden. Zu Unrecht, wie sich am «Forum Buchs» zeigte. (Bild: Mengia Albertin)

Mengia Albertin

mengia.albertin@wundo.ch

Seit Buchs offiziell als Stadt gilt, glaubt Stadtratspräsident Daniel Gut zu spüren, dass sich die Position im Kanton verbessert habe. Dies betonte er gleich zu Beginn des vierten «Forum Buchs». Die Mitglieder des Stadtrats standen der Bevölkerung von Buchs Red und Antwort zu ihren Ressort­tätigkeiten. Ebenfalls berichteten sie über wichtige aktuelle Vor­haben.

Das Haus Wieden beschäftigt unter anderem die Einführung von WLAN im Gebäude. «Einerseits für die Mitarbeiter, andererseits verlangen dies aber mittlerweile auch schon einige Bewohner», sagte Ludwig Altenburger, Präsident der Betriebskommission Haus Wieden.

Nach einer Einführungsphase an den Volksschulen kann der Lehrplan 21 ab dem Sommer ganz umgesetzt werden. Damit findet sich die Informatik nicht nur im entsprechenden Unterricht. Sie wird auch in anderen Fächern zum Schulalltag dazugehören. Schulpräsidentin Katrin Frick informierte, dass man sich in Buchs für eine «mittlere Lösung» entschieden hat: Pro ­Klasse werden je sechs mobile Geräte wie Tablets den Unterricht begleiten.

Ein Anwesender richtete die Bitte an die Stadträte, extremen religiösen Organisationen an der Bahnhofstrasse keine Bewilligungen mehr zu erteilen. Namentlich nannte er Mitglieder von Scientology. Stadtratspräsident Gut sagte, dass sie sich des Problems bewusst seien und in Zukunft sensibler damit umgegangen werde.

Zu wenig junge Leute am Forum Buchs

Diskutiert wurde ebenfalls, dass keine jungen Leute am Forum teilnahmen. «Diese Gruppe ist doch kein Querschnitt von Buchs», sagte ein Anwesender. Katrin Frick, Präsidentin von Marketing Buchs, teilte mit, dem Problem werde die Stadt sich in Zukunft an­nehmen und aktiver werden.

Ein Buchser Bürger sagte, er sei viel zu Fuss unterwegs, ihm würden aber eindeutig Ruhebänklein fehlen. Auch an den schönen Aussichtspunkten, wo man «schauen kann, wie schön Buchs ist». Andreas Vetsch, ehemaliger Stadtrat und Präsident des Verkehrsvereins Buchs, be­stätigte diesen Umstand. Die Stadt wäre froh um Standort-Vorschläge, um sich dann konkret darum kümmern zu können.

Fahren in entgegengesetzte Richtung erlaubt

Ordentlich zu reden gab auch die Begegnungszone an der Bahnhofstrasse. Eine der Anwesenden bat die Stadträte, sich für einheitlichen Blumenschmuck einzusetzen, welcher nicht auf Sponsoren basiert.

Auch das Velofahren an der Bahnhofstrasse war Thema und sorgte für Überraschungen: Das Velofahren ist auf der Strasse in beiden Richtungen erlaubt, da es sich um eine Begegnungszone handelt. Wer vom Rathaus zum Bahnhof mit dem Velo auf der Bahnhofstrasse fährt, in Gegenrichtung zu den Autos, tut also nichts Verbotenes. Die Stadt Buchs weist darauf hin, dass sogar das Trottoir als Fahrweg erlaubt wäre: Das Fahren zwischen den Fussgängern würde aber zu viel Tumult führen und mögliche Unfälle verursachen. Es ist ohnehin kaum möglich, wegen der vielen Schilder, Tische, Musiker und spielenden Kinder. Und es gilt: «Im Zweifelsfall für den Fussgänger.» Ausserdem lässt sich problemlos auf eine der Nebenstrassen, die Grünaustrasse oder die Alvierstrasse, ausweichen. Dort wird die Fahrt auf zwei Rädern für alle Beteiligten um einiges stressfreier ablaufen.

Die Einführung vieler Tempo-­30-Zonen in Buchs hat zu kei­nen Diskussionen geführt. Die Buchserbergstrasse soll in Teil­etappen saniert werden, informierte der Ressortverantwortliche Hans Peter Schwendener.

Mit der «Rheincity» soll in einer ersten Etappe die Güterstrasse vollständig den Gleisen nachgeführt werden. Dem Giessenbach entlang bleibt ein öffentlicher Spazierweg erhalten. Der bestehende Weg soll ausgebaut und geteert werden. Das Fussgänger-Brücklein, das die Technikumstrasse mit dem Bahnhofplatz verbindet, bleibt laut der Stadt Buchs bestehen. Der neue Bahnhof soll im Dezember 2018 zum Zeitpunkt des Fahrplanwechsels offiziell eingeweiht ­werden.