BUCHS: Verkehrsfluss wird nie gestoppt

Beim Verkehrsknoten Churerstrasse-Rheinaustrasse wird während Monaten gebaut: Das EW erneuert und erweitert Werkleitungen, der VfA verlegt neue Rohre für die Fernwärme und der Strassenbelag wird ersetzt.

Heini Schwendener
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Das EW Buchs ersetzt alte Werkleitungen und baut gleichzeitig die Leitungsstrasse Strom/Kommunikation aus. (Bild: Heini Schwendener)

Das EW Buchs ersetzt alte Werkleitungen und baut gleichzeitig die Leitungsstrasse Strom/Kommunikation aus. (Bild: Heini Schwendener)

Heini Schwendener

Geduld ist derzeit während der Hauptverkehrszeiten bei der Einmündung der Rheinaustrasse in die Churerstrasse in Buchs gefragt. Grund sind die mehrmonatigen Bauarbeiten, die sich später noch bis zum Knoten von Heldaustrasse/Rheinaustrasse ausdehnen werden. Ausgangspunkt ist der schlechte Zustand des Strassenbelags der Gemeindestrasse in diesem Bereich. In einem solchen Fall startet die Stadt als Bauherrin natürlich keinen Alleingang. Zwischen der Bauverwaltung der Stadt, dem EW Buchs (EWB) und dem Verein für Abfallentsorgung (VfA), der das Fernwärmenetz in Buchs ­betreibt, finden jährlich sechs ­Sitzungen statt, um gemeinsam die jeweiligen Tiefbauvorhaben zu koordinieren.

So nutzt nun das EWB die Strassenbelagssanierung, um seinerseits im Knotenbereich Churerstrasse-Rheinaustrasse bis Volksgartenstrasse Werkleitungen zu ersetzen beziehungsweise Leitungsstrassen für Strom und Kommunikation auszubauen. Als dritter Bauherr kommt dann im Frühjahr 2017 noch der VfA ins Spiel. Er verlängert sein Fern­wärmenetz in diesem Bereich. Ausserdem wird das EW Buchs im Frühjahr 2017 das Werkleitungsnetz Rheinaustrasse bis zur Kreuzung Heldaustrasse erneuern.

Knoten mit grossem Verkehrsaufkommen

Tangiert von diesen Bauarbeiten sind nicht nur Gemeindestrassen, sondern mit der Churerstrasse auch eine Kantonsstrasse. Vor allem die derzeitigen Arbeiten im Knotenbereich stellen für alle Beteiligten eine Herausforderung dar. Hans Rothenberger, Bau­leiter Netze des EWB, erklärt: «Aufgrund des sehr hohen Verkehrsaufkommens und der Komplexität des Knotens konnten keine Umleitungen oder temporären Lichtsignalanlagen installiert werden.» Die Vorgabe war somit klar: Während allen Bauetappen muss der Verkehr zweispurig ­geführt werden.

Um diese verkehrstechnischen Probleme zu meistern, stehen die drei Bauherrschaften – die Stadt, vertreten durch die Bauverwaltung, das EW Buchs und der VfA sowie die Oberbauleitung Bänziger und Partner – in engem Kontakt mit der Kantonspolizei (Abteilung Verkehrstechnik) und dem kantonalen Strassenkreis­inspektorat Buchs.

Oberstes Gebot ist bei solchen Baustellen der Schutz von Fussgängern und Velofahrern. Für die Fussgänger wurde im ­Bereich der Röllbach-Brücke ein zusätzlicher Fussgängerstreifen markiert und signalisiert. Den motorisierten Verkehrsteilnehmern wird, wie eingangs erwähnt, etwas Geduld abverlangt, denn derzeit fehlen insbesondere die Fahrspuren für den abbiegenden Verkehr, was teilweise zu ­langen Rückstaus führt.

Das Verkehrsregime verändert sich während der Bauzeit laufend. «Die einzelnen Bauphasen werden hinsichtlich Langsamverkehr, motorisierter Verkehr und Baustelle geplant», erklärt Hans Rothenberger. Dabei werden sogenannte Schlepp­kurven (Fahrspuren, Ausholradien) der jeweiligen Verkehrsteilnehmer mit Hilfe von Computer­programmen berechnet und auf den Plänen eingezeichnet. Auf der Baustelle werden die errechneten Massnahmen vorerst mittels Leuchtkegeln provisorisch abgesteckt, um sich mit Fahrversuchen zu vergewissern, ob sich die geplanten Massnahmen auch in der Praxis umsetzen lassen.

Strasse schliessen: Günstig, aber nicht realistisch

Verkehrsumstellungen werden über Wochen geplant und optimiert und selbst bei einer installierten provisorischen Verkehrsführung sind kleinere Anpassungen während des Betriebs immer möglich.

Gefordert sind nicht nur die Autofahrer, sondern auch die Bauarbeiter. «Aus baulicher Sicht wäre es natürlich am einfachsten und am günstigsten, man könnte die Strasse einfach sperren», sagt Jürg Göldi, Leiter Wasser- und Stromversorgung des EW Buchs, «Zeit sparen könnte man dabei auch noch.» Er weiss aber, dass dies in den meisten Fällen Wunschdenken ist.