Buchs-Vaduz erkämpft sich Punkt

In einem packenden 4.-Liga-Handballspiel trennten sich am Samstag in Eschen der HC Buchs-Vaduz und der HC Goldach-Rorschach III 20:20 unentschieden. In der Schlussphase hätte die Partie auf beide Seiten kippen können, der Punktgewinn für beide Teams geht in Ordnung.

Robert Kucera
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Philipp Victor Makrutzki – hier beim Tor zum 10:9 – und seine Teamkollegen von Buchs-Vaduz stemmten sich vehement gegen die Niederlage. (Bild: Robert Kucera)

Philipp Victor Makrutzki – hier beim Tor zum 10:9 – und seine Teamkollegen von Buchs-Vaduz stemmten sich vehement gegen die Niederlage. (Bild: Robert Kucera)

HANDBALL. Die beiden Mannschaften Buchs-Vaduz und Goldach-Rorschach III spielen zwar nur in der 4. Liga. Doch dass dies kein Hinderungsgrund ist, den Zuschauern eine unterhaltsame und dramatische Partie zu zeigen, haben die Teams am Samstag im SZU Eschen eindrücklich demonstriert. Das Schlussresultat von 20:20 bezeichnet Buchs-Spieler Philipp Victor Makrutzki als «fair». Beide Teams konnten dem Spiel den Stempel aufdrücken, gaben jedoch auch beruhigende Führungen aus der Hand. Oder anders formuliert: Buchs-Vaduz und Goldach-Rorschach III stemmten sich derart gegen eine Niederlage, dass niemand null Punkte verdient hätte.

Defensive top, Offensive Flop

«Für unsere kämpferische Leistung dürfen wir uns auf die Schultern klopfen», lobt Makrutzki. «Was Taktik und Spielübersicht im Angriff angehen, müssen wir eine Schippe drauflegen», fordert er. Mit 20 Gegentoren könne er gut leben, «damit müsste man gewinnen». Was den Buchsern in diesem Meisterschaftsspiel abging, war die Abgeklärtheit in der Offensive und, wie Philipp Victor Makrutzki treffend analysiert, «die Kreativität». Dass besonders im Sturm die abwesenden Stammspieler fehlten, will er nicht als Ausrede gelten lassen. «Eigentlich ist es unser Anspruch, dass wir das kompensieren können. Da ist noch Luft nach oben.» Obwohl es das zweite Saison-Unentschieden war, darf sich Buchs-Vaduz in der Tabelle weiter nach oben orientieren. Auf Platz vier liegend, beträgt der Rückstand auf Leader Appenzell II bloss vier Punkte bei zwei Spielen weniger.

Gegner steigerte sich

Zu Beginn der Partie sah es gar danach aus, dass die Buchser das Heimspiel gegen Goldach-Rorschach III locker für sich entscheiden könnten. Bis zur 15. Minute erarbeitete sich das Team eine 9:4-Führung. Auffallend war die hohe Effizienz im Abschluss. «Wir sind gut gestartet und konnten uns gut absetzen. Danach hat sich der Gegner gut rein gekämpft, ist stärker geworden und hat sich besser auf uns eingestellt», versucht Feldspieler Makrutzki zu erklären, weshalb es nach der Fünf-Tore-Führung zum Bruch kam. In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit passte beim Heimteam vor allem im Angriff wenig zusammen. Es war Makrutzki, der nach dem 9:9 das zehnte Buchser Tor erzielen konnte und die Torflaute beendete. Mit einem 10:10 ging es in die Pause.

Wichtige Tore von Makrutzki

In die zweiten 30 Minuten startete der Gast besser. Rasch hiess es 10:12 und 11:14 aus Buchser Sicht. Das erste Tor der Gastgeber in Halbzeit zwei schoss... Makrutzki! Mit seinen total acht Torerfolgen, sechs davon nach der Pause, war er der Wegbereiter des Remis. Zunächst war die Reihe aber an Rolf Junginger, der mit drei Toren dafür verantwortlich zeichnete, dass aus einem 11:14 ein 15:15 nach 47 Minuten wurde. Nach dem 15:16 folgte die Makrutzki-Show: Mit zwei Toren brachte er die Buchser endlich wieder in Front, nach dem neuerlichen Ausgleich gelang ihm das 18:17. Doch dies verlieh dem Spiel vom HC Buchs-Vaduz keine Sicherheit. Abermals vermochte Goldach-Rorschach das Spiel zu drehen, es hiess 18:20. Und wieder war Phillipp Victor Makrutzki zur Stelle, als es einen treffsicheren Schützen brauchte. Mit seinen zwei Toren zum 20:20 sorgte er für den Schlusspunkt der Partie, die in der letzten Minute an Spannung nicht mehr zu überbieten war. In dieser Phase spielte das Nervenkostüm beiden Mannschaften einen Streich.

Heimschlappe für die Frauen

Auf der gegenüberliegenden Seite der Spannungsskala befand sich das zuvor ausgetragene 4.-Liga-Spiel der Frauen zwischen dem HC Buchs-Vaduz und dem BSV Bischofszell. Den Fehlstart von 0:3 vermochten die Buchserinnen in ihrem ersten Heimspiel der Saison noch wettzumachen. Doch nach dem 3:3-Ausgleich wurden sie vom Gegner vorgeführt: 3:15 zur Halbzeit, am Ende setzte es eine deftige 7:31-Niederlage ab.

Für den Auswärtssieg mussten die Thurgauerinnen nicht viel investieren. 80 % der Treffer fielen nach Kontern, die – das muss neidlos anerkannt werden – mit hoher Präzision und Ballsicherheit vorgetragen wurden. Sie nutzten die zahlreichen Abspielfehler des Heimteams gnadenlos aus. Trainer Cyrill Keller nimmt sein Team aber zu Recht in Schutz. Drei Stammspielerinnen fehlten ferienhalber, eine Spielerin bestritt erst ihre zweite Partie, eine Kollegin Kellers sprang aufgrund des Personalmangels spontan ein und spielte erstmals Handball. Dass beim Stand von 1:3 eine weitere Akteurin verletzt ausfiel, erschwerte die Aufgabe zusätzlich.