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BUCHS: Über die Macht der Musik

Guido Helbling referierte in der Aula Flös vor interessiertem Publikum. Für den bekannten Vollblutmusiker war es ein Heimspiel, ist er doch in Buchs aufgewachsen.
Hans Hidber
Guido Helbling bei seinem Referat in Buchs. Er ist ein Experte in Theorie und Praxis des Musizierens. (Bild: Hans Hidber)

Guido Helbling bei seinem Referat in Buchs. Er ist ein Experte in Theorie und Praxis des Musizierens. (Bild: Hans Hidber)

Paul Knupp vom St. Galler Kantonal-Gesangsverband stellte den Referente: Guido Helbling ist Musiker, Dirigent, Pädagoge und ehemaliger Gymnasiallehrer, hat einen Hochschulabschuss in Romanistik, französischer Literatur, Musikwissenschaft, Klavier, Schulmusik, Gesang und Orchesterdirektion und er ist als Experte für Chormusik europaweit tätig. Zur Einstimmung liess der Referent in seiner Multimediaschau einen Ausschnitt von «Star wars» von John Williams erklingen und auf das Publikum einwirken.

«Wenn zum Hören auch noch der optische Eindruck mit dem grossen Orchester und dem antreibenden Dirigenten dazukommt, verdoppeln sich die emotionalen Auswirkungen», so Helbling. «Musik wird nicht nur mit dem Gehör wahrgenommen, sondern erfasst auch die anderen Sinne». Dazu erklärte er mit Bildern die Anatomie des Ohres, und wie die Musik schliesslich ins Gehirn gelangt und dort verschiedene Zonen aktiviert.

«Die Musik vernetzt verschiedene Hirnregionen»

Musik oder Lieder, die einem vertraut sind, können Erinnerungen an bestimmte Situationen oder Gefühlslagen aktivieren, die irgendwo im Hirn gespeichert sind, aber an die man schon lange nicht mehr dachte. «Die Musik ist eine Meisterin der Vernetzung verschiedenster Hirnregionen», betonte der Referent. Ausserdem: «Ein Musikerlebnis kann zu einem wahren Sprühregen an Glückhormonen (Topamin) führen.» Seit es bildgebende Untersuchungen durch MRI gibt, ist man in der Hirnforschung ein schönes Stück weitergekommen, weil bei zahllosen Versuchen live mitverfolgt werden konnte, welche Hirnregionen beim Hören von Musik aktiviert werden. Musik ist mehr als ein Aneinanderreihen von Tönen und Akkorden.

Der Referent demonstrierte am Konzertflügel, welche Kraft und Spannung durch wechselnde Dynamik, Tonfarben, Wechsel von Dur auf Moll, Dissonanzen mit anschliessender Auflösung in Konsonanzen entstehen. Die Kraft der Musik zeige sich auch darin, dass gezielte musikalische Begleitung bei Lernprozessen oder bei der Arbeit Menschen zu Höchstleistungen bringen könne, wie dies umfangreiche Studien belegten.

Es ist erwiesen, dass Musik – natürlich jene Stilrichtung, die einem gefällt – ein wirksames Therapiemittel sein kann. Sie kann Schmerzen lindern, entspannt Patienten vor und nach einer Operation, hilft Alzheimerpatienten, sich zu erinnern. Das zeigt sich immer wieder bei Menschen, denen das Gedächtnis sonst weitgehend abhanden gekommen ist. Bei altvertrauten Liedern sind sie oft in der Lage, mehrere Strophen auswendig zu singen. Musik regeneriert auch bei Schlaganfällen.

Guido Helbling hob auch den Wert des gemeinsamen Singens hervor: «Die Rolle des gemeinsamen Singens ist es, den Zusammenhalt menschlicher Gruppen zu verstärken.» Singen kann sogar eine Überlebensstrategie bedeuten, wenn man an die Gesänge der Sklaven denkt oder an die riesigen Chöre, die in Estland während der kommunistischen Diktatur entstanden sind und die als Ventil dienten. Das Publikum zeigte sich am Schluss sehr beeindruckt von den aufgezeigten, vielen Facetten und Auswirkungen der Musik.

Hans Hidber

redaktion@wundo.ch

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