BUCHS: Theater, das Sinn macht

Am Montag- und Dienstagvormittag zeigten zwei Klassen aus Buchs im Fabriggli das im Rahmen der dritten Schultheatertage Ostschweiz selbst erarbeitete Theaterstücke zum Thema Sinn.

Corinne Hanselmann
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Als sogenannte «Ein-Blicker» gaben am Montag Katharina Schertler vom Fabriggli und der Theaterschaffende Jörg Bohn aus Zürich den Kindern nach ihren Vorstellungen Rückmeldungen zum Gesehenen.

Als sogenannte «Ein-Blicker» gaben am Montag Katharina Schertler vom Fabriggli und der Theaterschaffende Jörg Bohn aus Zürich den Kindern nach ihren Vorstellungen Rückmeldungen zum Gesehenen.

Corinne Hanselmann

corinne.hanselmann@wundo.ch

Kickboard, Furby, Plüschhund, Spielzeugauto und -bagger, Fussball, Nintendo, Rollschuhe, Schach… Kinder haben so viele Spielsachen. Hier setzt das Theaterstück der 3. Klasse vom Schulhaus Buchserbach in Buchs an. Im Warenhaus sieht man die Kinder bei ihren Eltern um neue Spielzeuge betteln, doch diese winken ab: «Du hast doch erst kürzlich ein neues erhalten.» Doch kurze Zeit später erhalten die Kinder das ersehnte Stück dann doch, als Geschenk, von den Eltern. Jedes Kind ist vertieft ins Spiel mit dem eigenen Spielzeug. Doch eines Nachts frisst ein Monster alle Bagger, Plüschtiere, Kickboards, Bälle und Nintendos auf. Erst sind die Kinder verzweifelt. Doch bald merken sie, dass sie statt mit Spielzeugen miteinander spielen können und dass das noch viel mehr Spass – und Sinn – macht.

Das Theaterspielen regt die Fantasie an

Seit Dezember arbeiteten die Drittklässler mit ihren Lehrerinnen Anja Abegg und Monica Wyss am Projekt im Rahmen der Schultheatertage Ostschweiz. «Wir machen zum ersten Mal mit», sagt Abegg. Die Kinder seien sehr motiviert gewesen. «Beim Theaterspielen werden einmal andere Fähigkeiten als im normalen Schulalltag gefordert», so die Lehrerin. Zudem werde die Fantasie angeregt, das Selbstvertrauen gestärkt und die Gemeinschaft innerhalb der Klasse gestärkt.

Voraussetzungen hatten alle bei den Schultheatertagen Ostschweiz (siehe Kasten) teilnehmenden Klassen dieselben, von der Bühnenausstattung über das Thema bis hin zur Unterstützung durch eine Theaterpädagogin (W&O vom 9. März). «Angelique Anderegg half uns vor allem bei der Entwicklung der Grundidee des Stücks und gab uns später beim Proben schauspielerische Tipps, um die Botschaft gut rüberzubringen», so Anja Abegg.

Im Fabriggli galt es für die Kinder dann ernst: Vor jeweils drei anderen Klassen und einigen Theaterfachleuten spielten sie ihre Stücke vor und erhielten konstruktives Feedback. Am Montag spielten nebst den Buchsern noch Klassen aus Schwende AI, Montlingen und Flumserberg. Kommende Woche wird das Stück «Spielsinn» noch für die Eltern aufgeführt.

Gestern spielten nebst zwei Klassen aus Rorschach und einer aus Widnau auch die Oberstufenschüler der Scuola Vivante. Ihr Stück trug den Titel «Auf der Suche nach Sinn». Während einer abenteuerlichen Busfahrt gabelte der Chauffeur verschiedenste Charaktere als Fahrgäste auf. Nach einem Unfall machten sie sich auf die Suche nach dem Sinn. Mit einem Phantombild versuchte der Polizist ihn zu verbildlichen – bis sich am Schluss herausstellte, dass alles nur ein Traum war.

«Es ist schön, dass es die Schultheatertage gibt»

«Die Klasse war sehr engagiert bei diesem Projekt. Sie zeigten grossen Einsatz schon bei der Entwicklung des Stücks», sagt der Klassenlehrer Niklas Weber. Die Jugendlichen hätten sich intensiv mit dem Thema Sinn auseinandergesetzt. «Sie dachten sich die Geschichte wie auch Kostüme und Texte selber aus.» Unterstützung erhielten sie von der Theaterpädagogin Claudia Karnos insbesondere bei der Darstellung und dem Reden auf der Bühne. Sie half, die Geschichte verständlich umzusetzen. «Ich bin stolz auf die Schülerinnen und Schüler», sagte Weber, der auch für die Schultheatertage Ostschweiz, die ein Kooperationsprojekt vom Theater Bilitz, dem Theater St. Gallen und der Pädagogischen Hochschule St. Gallen sind, nur lobende Worte findet. «Ich finde es super, dass es dieses Projekt gibt.»

Die Schultheatertage waren zum ersten Mal im Fabriggli zu Gast. «Wir achten darauf, die verschiedenen Bühnen in den Kantonen St. Gallen, Thurgau und beiden Appenzell zu berücksichtigen», sagt Kristin Ludin von der Projektleitung. Die zwei Tage im Fabriggli seien vielseitig und abwechslungsreich gewesen. «Die Stimmung war wunderbar, und wir haben völlig verschiedene Theaterstücke gesehen.»