BUCHS: Starke Gefühle kleiner Kinder

Antonia Giacomin referierte kürzlich bei der Elternbildung Werdenberg über Gefühlsausbrüche von kleinen Kindern und erklärte, wie Eltern damit am besten umgehen.

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Wut, Trotz, Eifersucht kleiner und grösserer Kinder sind den meisten Eltern wohl bekannt, darum überrascht der trotz des herrlichen Mai-Abends stattliche Aufmarsch zu diesem Vortrag nicht. Antonia Giacomin befasst sich beruflich mit Eltern- und Erwachsenenbildung sowie mit Transaktionsanalyse und kann für ihre Ausführungen aus ihrer reichen Erfahrung schöpfen.

Dass kleine Kinder «täubelen» sei ganz normal, aber nichtsdestoweniger schwer auszuhalten. Darauf gebe es sowohl entwicklungsfördernde als auch entwicklungshemmende Reaktionen. Der Umgang mit kindlichen Zornausbrüchen sollte die Entwicklung der emotionalen Kompetenz der Kinder fördern. Die wichtige Phase der «Ich»-Entwicklung beginne etwa mit 15 bis 18 Monaten und erreiche ihren Höhepunkt etwa mit 22 Monaten. Wer auf diese Phase einen positiven Fokus hat, kann gelassener auf die kaum zu stoppenden Gefühlsausbrüche der Kleinen reagieren.

Im magischen Alter zwischen drei und sechs Jahren werden Rollenspiele wichtig; die Kinder entdecken, wie die Menschen funktionieren und lernen ihre Gefühle zu benennen und zu steuern. In dieser Phase entwickelt sich beim Kind die Fähigkeit zur Empathie. Es lernt Grenzen kennen und auch, Strategien zu entwickeln.

Warum werden Kinder wütend? Die Referentin versteht es, den Fragen aus dem Publikum mit Gegenfragen Erklärungsmöglichkeiten zu entnehmen und den Müttern und Vätern Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Dabei besteht sie unbedingt darauf, jede Form von Machtkampf zu vermeiden und unter allen Umständen auf Gewalt zu verzichten. Es geht immer darum, die Gefühle des Kindes wahrzunehmen, zu benennen und zu akzeptieren. Denn Kinder brauchen Zugehörigkeit, Verständnis und klare Grenzen. Ein wichtiger Grundsatz lautet: Alle Gefühle sind erlaubt, jedoch nicht jede Handlung. (pd)

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