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BUCHS: Sie war die Stimme der Migration

Blagica Alilovic geht nach 17 Jahren als Leiterin des Sozialdienstes der Stiftung Mintegra in Pension. Fleiss und Wille, Aufgeschlossenheit und menschliche Qualitäten haben ihr geholfen, viele Ziele zu erreichen.
Armando Bianco
Das Dossier geht in neue Hände über: Blagica Alilovic (links) wird pensioniert und verlässt die Mintegra nach 17 Jahren, ihre Nachfolgerin am Standort in Buchs heisst Mina Safai. (Bild: Armando Bianco)

Das Dossier geht in neue Hände über: Blagica Alilovic (links) wird pensioniert und verlässt die Mintegra nach 17 Jahren, ihre Nachfolgerin am Standort in Buchs heisst Mina Safai. (Bild: Armando Bianco)

Armando Bianco

armando.bianco@wundo.ch

Erfolgreich ist die Integration dort, wo man in direktem Kontakt steht. Integration kann nicht von unten oder von oben diktiert werden. Integration muss vorgelebt werden - so wie es Blagica Alilovic jeden einzelnen Tag gemacht hat, als Angestellte, als Mensch. «Integration heisst für mich, dass die Migrantinnen und Migranten die Inhalte der Schweiz und die Dinge des Alltags hier kennen. Das Wort ‘Integration’ muss man mit Taten im gesellschaftlichen und persönlichen Alltag füllen. Und Integration heisst auch, über Bräuche, Traditionen, Gewohnheiten und Gepflogenheiten Bescheid zu wissen».

Spricht man mit Blagica Alilovic, spürt man schnell, dass ihre Ideen und ihr Enthusiasmus nicht vom Schreibtisch, sondern vom Herzen aus kommen. 17 Jahre war sie bei der Stiftung Mintegra als Leiterin des Sozialdienstes tätig, am 1. April geht sie in Pension. In dieser Zeit war sie am Aufbau von verschiedenen Angeboten beteiligt, die sich später als richtungsweisend herausstellten und auf kantonaler und nationaler Ebene in höchsten Tönen gelobt wurden. Blagica Alilovic gehörte einst der Eidgenössischen Kommission für Migrationsfragen und gestaltete informative Radiosendungen. Nicht nur deshalb hat sie ein enorm breites Feld an Erfahrungen.

Das Gefühl von Zugehörigkeit vermitteln

Die Stiftung Mintegra hat ihre Tätigkeit als Sozialdienst für Fremdsprachige und Beratung für Integrationsfragen mit Blagica Alilovic als Ein-Frau-Betrieb im Bahnhofgebäude Buchs 2001 aufgenommen. Entstanden war das Angebot aus dem zuvor gesamtschweizerisch tätigen Kroatischen Sozialhilfedienst, Gründungshelfer waren die Gemeinde Buchs und die Katholische Kirchgemeinde Buchs-Grabs. «Ich hatte hier von Anfang viele Freiheiten und immer grosse Unterstützung gespürt. Das hat mir geholfen, schnell Fuss zu fassen in der Region». Blagica Alilovic hat also selbst das erfahren dürfen, was sie seit Beginn ihrer Tätigkeit anderen vorlebt - Integration. «Meinem Arbeitgeber, dem Stiftungsrat, den Geldgebern und meinen Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen bin ich sehr dankbar, dass ich die sozial-integrative Arbeit nach Bedürfnissen und Möglichkeiten kreativ und innovativ gestalten durfte, und sie mich vorbildlich dabei unterstützten. So durfte ich vielen Personen das Leben und Arbeiten in unserer Region erleichtern und das Gefühl des Dazugehörens vermitteln. Ich bin überzeugt, dass nur die Personen, die sich anerkannt fühlen, ein Gewinn für die Gesellschaft sind. Ich wünsche mir, dass die Stiftung Mintegra weiterhin in diesem Sinne wirkt», sagt sie weiter.

Sie zählt Personen wie die Buchserinnen Ursi Dommer, Helen Candreia, Barbara Gähwilerr oder die Gamserin Anica Hardegger-Lukac auf, welche die Bemühungen vorbildlich mitgetragen haben. Die Liste der Menschen, die eine Erwähnung verdient haben, könnte aber viel länger sein, ist sich Blagica Alilovic bewusst. «Dank breiter Unterstützung freiwilliger Personen unterschiedlichster Nationen konnte mit bescheidenen Mitteln Vieles zugunsten der Gesellschaft in unserer Region erreicht werden.»

«Heute kaum mehr wegzudenkende Angebote»

In all den Jahren hat sie über 40 000 hilfe- und ratsuchenden Personen Perspektiven aufgezeigt und war auch für hiesige Arbeitgeber eine wichtige Anlaufstelle. «Blagica Alilovic hat es geschafft, Migration und Integration mit Inhalten und Leben zu füllen. Sie hat Angebote geschaffen, die heute kaum mehr wegzudenken sind», bringt es Ursi Dommer, Präsidentin der Stiftung Mintegra, auf den Punkt.

Blagica Alilovic geht mit einer grossen Zufriedenheit und einem ausgeprägten inneren Frieden in die Pension, wie sie sagt. Nachdem gewissermassen jahrelang die Welt zu ihr gekommen ist, möchte sie nun als Reisende selbst mehr von der Welt sehen.

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