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BUCHS: Seilbähnli war einmal das Wahrzeichen

Vor 90 Jahren fanden viele Arbeiter im neu eröffneten Steinbruch Buchserberg und im Basaltwerk eine Beschäftigung in der damaligen Arbeitslosigkeit. 1927 waren schon 150 Angestellte tätig.
Hansruedi Rohrer
Die Basalt-Materialseilbahn mit Schutzbrücke an der Churerstrasse. (Bilder: Archiv Hansruedi Rohrer)

Die Basalt-Materialseilbahn mit Schutzbrücke an der Churerstrasse. (Bilder: Archiv Hansruedi Rohrer)

Hansruedi Rohrer

redaktion@wundo.ch

In jenen Krisenjahren war die Eröffnung des Steinbruchs am Buchserberg und des Basaltwerks im Mühleäuli eine willkommene Existenzbeschaffung. Obwohl die Arbeit schmutzig, staubig und gesundheitsgefährdend war, sicherte sie vielen Familienvätern das Auskommen. Der geförderte Stein war gut und begehrt und fand Abnehmer.

Die Eröffnung des Steinbruchs zum Abbau des Materials für die industrielle Verwendung und Beschotterung wurde von der Buchser Bürgerschaft im Jahr 1926 begrüsst, nachdem der Konzessionsvertrag mit der Ortsgemeinde schon ein Jahr zuvor bewilligt worden war. Der Vertrag wurde vorerst auf 50 Jahre, also bis 1975, befristet. Den Transport der Steine vom Bruch bis ins Werk Mühleäuli besorgte eine eigens erstellte Materialseilbahn. Das «Seilbähnli» war denn auch bis zuletzt, nämlich bis zur Stilllegung des Steinbruchs im Jahre 1980, ein eigentliches Wahrzeichen von Buchs. Aber dann mussten auch sie und die ­erstellten Schutzbrücken weichen.

Ratternde Wägelchen und laute Sprengungen

Für diese Seilbahn erstellte die Basaltstein AG massive Masten. Für die Strassenübergänge musste jeweils eine Schutzbrücke gebaut werden. Die Materialbahn folgte eine schöne Strecke lang direkt über dem Buchserbach. Älteren Bewohnern dürfte nicht nur das sanfte Rattern der Wägelchen in Erinnerung sein, wenn sie die Masten passierten, sondern auch die lauten Sprengungen im Steinbruch, welche im ganzen Dorf gut zu hören ­waren. Das gehörte eben zu den Abbrucharbeiten im Gestein.

Bis 1940 fast 1,7 Millionen Tonnen Gestein abgebaut

Schon 1927 rollten täglich 70 bis 80 Eisenbahnwagenladungen Buchser Schotter in alle Richtungen der Schweiz. Er fand vor allem für den Bahnbau Verwendung, aber auch im Strassenbau. Bis Ende 1940 betrug die gesamte Förderung des aus­gebeuteten Quarzit-Gesteins aus dem Buchser Steinbruch 1 691 576 Tonnen. Das entsprach 169 157 Wagenladungen zu zehn Tonnen. In wenigen Jahren erwies sich damit die grosse wirtschaftliche Bedeutung des Werks nicht nur für Buchs, sondern für die ganze Landesgegend. ­Allerdings zeigte es sich bis in die 1950er-Jahre, dass vor allem die tieferen Lagen des Vorkommens nicht mehr den hohen Druckfestigkeiten des Materials aus den oberen Felsbänken entsprachen. Die Basaltstein AG sah sich gezwungen, um eine Erweiterung des Konzessionsgebietes zu nachzusuchen, wofür gleichzeitig das ausgebeutete Gelände im Süden zur Wiederaufforstung übergeben wurde. Dieser Erweiterung – um 14 140 Quadratmeter – konnte im April 1953 mit einem Nachtrag zum Konzessionsvertrag durch die Ortsgemeinde und der Bürgerversammlung stattgegeben werden.

Viele Jahre transportierte das Seilbähnli die Gesteinsbrocken vom Buchserberg bis zur Aufbereitungsanlage im Mühleäuli. Im Juli 1973 erfolgte ein ­Seilriss, der aber erfolgreich repariert wurde. Erst Ende Oktober 1980 wurde die ganze Transportseilbahn abge­brochen. Damit verschwand für Buchs ein schon von weit her sichtbar gewesenes Wahrzeichen.

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