BUCHS: «Sauschöner» Abend im Fabriggli

Mit humoristischen Aussagen zur Frage «Was ist eigentlich Theater?» stimmte Präsidentin Katharina Schertler Secli im vollen Saal des Fabrigglis die Vereinsmitglieder zur 37. Hauptversammlung ein. Alle statutarischen Geschäfte wurden einstimmig genehmigt.

Werner Vetsch
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Vorstandsmitglieder Hedy Sutter, Theaterleitung, Katharina Schertler Secli, Präsidentin, Trpi Brzovic, Kassier (von links), bei der Hauptversammlung im Fabriggli. (Bild: PD)

Vorstandsmitglieder Hedy Sutter, Theaterleitung, Katharina Schertler Secli, Präsidentin, Trpi Brzovic, Kassier (von links), bei der Hauptversammlung im Fabriggli. (Bild: PD)

Werner Vetsch

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In ihrem gehaltvollen und gut strukturierten Jahresbericht gab sie einen ausführlichen Einblick in das vielfältige Vereinsgeschehen des vergangenen Jahres. Sie zeigte sich erfreut über den unermüdlichen Einsatz der momentan 48 Mitarbeitenden, die ausgezeichnete Kommunikation untereinander und auch über den Umstand, dass bei Vakanzen immer wieder neue Kräfte gefunden werden können. Zunehmende Sorgen bereiten jedoch die Budgetkürzungen der Schulen und die berechtigte Angst, dass deshalb Kulturgut immer weniger den Weg zu Kindern und Jugendlichen finde.

Eine solide finanzielle Basis

Theaterleiterin Hedy Sutter streifte in ihrem eindrucksvollen Jahresrückblick die unzähligen qualitativ hochstehenden Höhepunkte für alle Altersgruppen mit bekannten Künstlerinnen und Künstlern, Eigenproduktionen und Workshops. Erfreut äusserte sie sich auch über den guten Ruf des Fabrigglis innerhalb der Kleinkunstszene weit über die Landesgrenze hinweg. Abschliessend wies sie auf die vielseitigen Veranstaltungen in den kommenden Monaten hin.

Für die unter bester Verdankung verabschiedeten Programmverantwortlichen Leonie Gehler, Stefan Portmann und Andreas Janka nimmt neu Claudia Novotny Einsitz in der Programmkommission als Theaterverantwortliche. In herzlicher Weise wurden auch die langjährige «Beizli-Mutter» Erna Lippuner wie auch Willi Bollhalder als treuer Helfer im Bereich der Verpflegung verabschiedet.

Kassier Trpi Brzovic erörterte sehr fundiert die Erfolgsrechnung 2016, bei der ein kleiner Gewinn erzielt wurde. Dank gezieltem Einsatz der verfügbaren Mittel können im laufenden Jahr nebst den üblichen Auslagen auch notwendige Investitionen zur Optimierung der technischen Einrichtungen vorgenommen werden. Das Fabriggli-Team weiss nicht nur im Bereich der künstlerischen Programmgestaltung, sondern auch als ausgezeichnete Gastgeber zu über­zeugen. Ein geschmackvolles Gulasch mit Serviettenknödel vor dem unterhaltsamen Teil des Abends und ein leckeres Dessert danach rundeten den kulinarischen Bereich ab.

Meister des saublöd Daherredens

Im zweiten Teil des Abends stand der österreichische Kabarettist und Karl-Valentin-Imitator Wolfram Berger im Mittelpunkt. Dank seiner schauspielerischen und sprachlichen Fähigkeiten vermochte er auf vorzügliche Weise das Publikum in den Bann des bekannten Komiker-Genies zu ziehen. Ausgehend von alltäglichen Banalitäten, verstand er es mittels seiner einzigartigen Ausdrucksweise, komische, spannende, aber auch absurde Überraschungen herbeizuführen. Sein Humor und Sprachwitz, aber auch seine Wortspielereien erschütterten die Lachmuskeln des Publikums immer wieder aufs Neue.

Sein virtuoser Umgang mit Sprache, untermalt durch Gitarrenklänge, beeindruckte mal mit der Feinheit eines quirligen Flötenspiels, um dann plötzlich wieder kraftvollen Paukenschlägen gleich zu beben.

Wolfram Berger überzeugte das Publikum vollends als «Meister des saublöd Daherredens» und erntete für seinen funkensprühenden Auftritt einen wohlverdienten Applaus. Es war einfach in jeglicher Hinsicht ein wohlgelungener, «sauschöner» Abend.