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BUCHS: «Relikt, Kulisse und Schlafstadt»

Am Mittwochabend diskutierte der Bieler Stadtwanderer Benedikt Loderer auf Schloss Werdenberg mit Werdenbergern über das tatsächliche, ideale und gewünschte Bild der Region.
Ursula Wegstein
Daniel Gut, Niklaus Lippuner, Thomas Gnägi, Anja Nora Schulthess und Benedikt Loderer (von links) auf Schloss Werdenberg im Gespräch über das Werdenberg. (Bild: Ursula Wegstein)

Daniel Gut, Niklaus Lippuner, Thomas Gnägi, Anja Nora Schulthess und Benedikt Loderer (von links) auf Schloss Werdenberg im Gespräch über das Werdenberg. (Bild: Ursula Wegstein)

Ursula Wegstein

ursula.wegstein@wundo.ch

Unter dem Motto «Eine Postkarte aus Werdenberg» diskutierte der Bieler Stadtwanderer Benedikt Loderer am vergangenen Mittwochabend auf Schloss Werdenberg mit Werdenbergern über das tatsächliche, ideale und gewünschte Bild der Region. Provokation traf auf Beständigkeit.

In der Stille der Abenddämmerung die Treppen zu Schloss Werdenberg hinaufzusteigen, versetzt einen sofort in einen anderen Modus. Ein bisschen auch in eine andere Zeit. Auch ein ­junges Liebespaar geniesst die Atmosphäre: den Blick auf den spiegelglatten See, die umliegenden Berge und die eindunkelnde Stadt. Traumhaft.

«Einen Platz zum Schlafen, nicht nur Hunde»

Ganz zuoberst im Dachstock des Schlosses diskutierten Daniel Gut, Stadtpräsident Buchs und Präsident Agglomeration Liechtenstein Werdenberg, Niklaus Lippuner, Gemeindepräsident Grabs, Anja Nora Schulthess, in Grabs aufgewachsene Texterin und Performerin, sowie Benedikt Loderer, Nationaler Stadtwanderer aus Biel, die Frage «Welches Werdenberg hätten Sie gern?» «Hier trifft die zweifache Sicht von aussen auf die zweifache Sicht von innen», stellte der Mode­rator Thomas Gnägi, Museumsleiter Schloss Werdenberg, eingangs fest.

Aus der Sicht eines Stadtwanderers sei es schön, in Buchs anzukommen. Man sei sofort in einer eindeutig städtischen Siedlung. Allerdings werde Buchs selbst nicht wahrgenommen, Werdenberg hingegen schon. Unbedingt solle es hier einen Schlafplatz geben, nicht nur Hunde, fährt Benedikt Loderer fort. «Werdenberg ist eine tote Schlafstadt, schöne Filmkulisse, ein putziges Relikt.»

Das Schloss sei aber ein wichtiger Fixpunkt und geistige und geografische Orientierung. «Es braucht Orientierung und das Gefühl: Das gehört zu mir. Sonst sind wir nur in der Mitte zwischen Chur und Bodensee», so der Stadtwanderer weiter. Die Sicht von innen: «Wir wollen eine Art Handelsstädtchen Werdenberg, ein urbanes Zentrum, das lebt», so die Vision von Daniel Gut. Das sei erst im Anfangsstadium und müsse noch wachsen. Mit der Diversität im Blick brauche es als Kontrast zum Ländlichen und Dörf­lichen einen städtischen Kon­trapunkt, in dem Leben statt­finde. In jedem Fall brauche es beides: Stadt und Land, ergänzt Niklaus Lippuner. Auch das Ländliche sei wieder mehr gesucht. «Natürlich profitieren auch wir von den Arbeitsplätzen und Geschäften in Buchs. Wir wollen aber ein Dorf bleiben. Bei uns soll es grün und ländlich sein», sagt der Grabser Gemeindepräsident.

«Eine leer stehende Fabrik und ein See zum Segeln»

Warum Anja Nora Schulthess nach Zürich gegangen ist? «Irgendwann war es mir hier zu eng, vielleicht auch zu konservativ», so die Texterin. «Ich war neugierig und wollte etwas Neues sehen.» Was hier gefehlt habe, sei vielleicht eine Art «kultureller Untergrund». Eine leer stehende Fabrik, aus der man etwas machen könne. Und das Tüpfelchen auf dem i? «Das wäre noch ein schöner See, auf dem man vielleicht sogar mit einem Segelboot fahren kann», schwärmt Stadtpräsident Daniel Gut.

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