BUCHS: Nur der Zeitplan ist umstritten

215 Millionen Franken werden in den nächsten acht Jahren in die Weiterentwicklung der Bahn zwischen St. Gallen und Sargans investiert. Die Region will dies möglichst schnell, für die SBB ist der Zeitplan «ambitiös».

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Beim Bahnhof in Rüthi wird eine Kreuzungsstation für die S-Bahnen entstehen. (Bild: Ralph Dietsche)

Beim Bahnhof in Rüthi wird eine Kreuzungsstation für die S-Bahnen entstehen. (Bild: Ralph Dietsche)

Vertreter von Bund, Kanton und SBB orientierten am Donnerstagabend in Buchs über das grosse Bauvorhaben. Im Rahmen des nächsten Ausbauschrittes des Bundes ist im St. Galler Rheintal mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 die Einführung des Halbstundentakts des Rheintal-Express (REX) zwischen St. Gallen und Sargans vorgesehen.

Dieser am Anlass unbestrit­tene Angebotsausbau erfordert zwischen Sevelen und Oberriet di­verse Ausbauten der Bahninfra­struktur. Bei der Informationsveranstaltung der IG Bahn im Rheintal an der Interstaatlichen Hochschule für Technik in Buchs (NTB) erläuterte Ronald Menzi vom Bundesamt für Verkehr die Vorgeschichte, die zum Entscheid für den Kapazitätsausbau geführt hat. Stefan Gahler von der SBB gab Auskunft über den Stand der Projekte.

Die Ausbaumassnahmen im Detail erläutert

Im Zentrum des Projektes stehen der 4 Kilometer lange Doppelspurausbau zwischen Sevelen und Buchs, der 900 Meter lange in Buchs Nord sowie der 2,3 Kilometer lange zwischen Oberriet und Altstätten. Zudem wird beim Bahnhof in Rüthi eine Kreuzungsstation entstehen, damit die S-Bahnen hier künftig kreuzen können. In Sevelen wird das Verladegleis zurückgebaut und das bestehende Perron verlängert. Ebenfalls geplant ist der Rückbau der Haltepunkte Weite-Wartau und Räfis-Burgerau.

Die Einführung des REX-Halbstundentakts im Jahr 2025 ist das Verdienst der Politiker, die sich seit Jahren für das Anliegen einsetzen. «Unsere Regionen standen lange genug auf dem Abstellgleis. Nur dank dem grossen Einsatz auf allen politischen Ebenen wurden die dringend nötigen Investitionen in das aktuelle Ausbauprogramm 2025 aufgenommen und nicht gestrichen», sagte Thomas Ammann, Präsident des Vereins St. Galler Rheintal und Nationalrat, am Podium. Die beiden St. Galler Ständeräte Paul Rechsteiner und Karin Keller-Sutter lobten die parteiübergreifende Zusammenarbeit. Diese sei nötig, um als Region erfolgreich zu sein. Auch für die Anbindung an den Fernverkehr und den damit verbundenen EC-Halt in St. Margrethen seien die Ausbauten sehr wichtig. Davon profitieren werden unter anderem das Fürstentum Liechtenstein und der Kanton Graubünden.

Regierungsrat Bruno Damann nannte die klaren Forderungen der St. Galler Regierung betreffend den ÖV-Anschluss des Rheintals. Insbesondere forderte er den möglichst raschen Bau der Doppelspuren. Hier zeigten sich Differenzen. So bezeichnete der SBB-Vertreter den aktuellen Zeitplan als «ambitiös». (wo/radi)14