BUCHS: «Nicht für alle ist es ein Feiertag»

Das «Guarany» heisst seine Kunden auch am Heiligabend willkommen, als eine der wenigen Lokalitäten in der Region. Dass es dieses Jahr Samstag ist, beeinflusste den Entscheid des Geschäftsführers.

Nadine Schwizer
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Remo Sturzenegger will im «Guarany» auch am heutigen Heiligabend einen Ort zum gemütlichen Beisammensitzen bieten. (Bild: Nadine Schwizer)

Remo Sturzenegger will im «Guarany» auch am heutigen Heiligabend einen Ort zum gemütlichen Beisammensitzen bieten. (Bild: Nadine Schwizer)

Nadine Schwizer

Kaum ein Lokal in der Region wird an Heiligabend seine Türen geöffnet haben. Das «Guarany» in Buchs allerdings wird seine Gäste am 24. Dezember bis um Mitternacht empfangen. Es ist das erste Jahr, in dem die Buchser Bar am Heiligabend so lange geöffnet bleibt. Geschäftsführer Remo Sturzenegger fällte diesen Entscheid vor allem deshalb, weil der Feiertag dieses Jahr auf einen Samstag fällt und «da es ja vor allem in Buchs auch Leute gibt, für die der Heiligabend kein Feiertag ist.» Dementsprechend erwartet der Gastwirt, dass schon etwas laufen wird.

Neben Sturzenegger wird man zwar höchstwahrscheinlich kein weiteres Gesicht hinter der Bar des «Guaranys» sehen, da ein zweiter Barkeeper oder eine Bardame nur als Backup vorgesehen ist. Trotzdem, so Sturzenegger: «Gut vorbereitet muss man sein. Ich bin bereit für jeden, der vorbeikommen möchte. Vom alleinstehenden älteren Herren bis hin zur Gruppe Junger, die nun mal keine Weihnachten feiern. Ich werde hier sein.»

Länger als bis um 24 Uhr darf am Heiligabend aber keine Buchser Gastwirtschaft geöffnet bleiben. Dies ist im Gastwirtschaftsreglement der Stadt für Vortage hoher christlicher Feiertage so vorgeschrieben. Ob das Gesetz, das noch vom Jahr 1996 stammt, nicht etwas veraltet ist, konnte Stadtschreiber Markus Kaufmann nicht beantworten. Er setze das Recht lediglich um. Bestrebungen der Unternehmen, an hohen christlichen Feiertagen länger geöffnet zu bleiben, seien ihm aber nicht bekannt.

Bilanz wird erst an Silvester gezogen

Für «Guarany»-Geschäftsführer Sturzenegger ist die Arbeit am Heiligabend ein Opfer, das er gerne auf sich nimmt: «Da wir am 25. Dezember geschlossen bleiben, werde ich einfach dann Weihnachten mit Familie und Freundin geniessen. Das wäre wahrscheinlich anders, wenn ich schon älter wäre und Kinder hätte, aber noch ist das völlig in Ordnung für mich. Wo ich Gutes tun kann, versuche ich das auch.» Ob die Änderungen der Öffnungszeiten über die Festtage auf grossen Anklang stossen werden, wird sich erst am Heiligabend und an Silvester zeigen. Sturzenegger findet ganz entspannt: «Vielleicht machen wir es nächstes Mal, auch wenn Weihnachten wieder auf ein Wochenende fallen sollte, ja wieder anders.»