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BUCHS: «Neue Innovationen entstehen»

Die neue Besitzerfirma Höganäs AB will die Entwicklung der Alvier AG PM-Technology unterstützen, damit sie in Zukunft weltweit ein noch stärkerer Player wird.
Thomas Schwizer
Schrägverzahntes PM-Zahnrad aus Buchs für ein manuelles Auto-Schaltgetriebe. (Bilder: PD)

Schrägverzahntes PM-Zahnrad aus Buchs für ein manuelles Auto-Schaltgetriebe. (Bilder: PD)

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

Die Alvier AG entwickelt und fertigt seit ihrer Gründung 1986 in Buchs qualitativ hochwertige, ­innovative und komplexe Werkzeuglösungen für die Pulver­metallurgie (PM). Die Höganäs AB, die per 31. Januar 2018 den Werkzeughersteller übernommen hat, liefert als Weltmarktführer das Metallpulver, das in Maschinen mit Werkzeugen aus Buchs verarbeitet wird. Beide Firmen sind überzeugt, dass die Übernahme eine ideale Lösung für sie ist ­(siehe Titelseite).

«Mit dieser Akquisition möchte Höganäs die weitere Entwicklung Alviers fördern und unterstützen», schreibt die neue Besitzerin. Die Alvier AG entwickelt und produziert in Buchs Werkzeuge für Kunden aus der Pulvermetallurgie. «Durch die Übernahme der Alvier AG werden neue Innovationen für mechanische und elektromagnetische automobile Applikationen entstehen», wird Höganäs-Geschäftsführer Fredrik Emilson zitiert.

Alvier ist weltweit führender unabhängiger Anbieter

Die Alvier AG ist Europas grösster Werkzeughersteller für die Pulvermetallurgie (PM). Sie wird in der Mitteilung als weltweit führender unabhängiger Anbieter von Werkzeuglösungen für PM- und Soft-Magnetic-Composites (SMC) bezeichnet. Die Lösungen aus Buchs umfassen die gesamte Wertschöpfungskette von der Kon­struktion über die Fertigung bis zur Inbetriebnahme, Kunden­beratung und Schulung.

Schon seit den 1990er-Jahren haben Höganäs und Alvier in Projekten zusammengearbeitet. So habe Alvier «mit höchst innovativen Werkzeuglösungen alle PoP (Power of Powder)-Center-Pulverpressen von Höganäs ausgestattet», heisst es in der Mitteilung. 2012 haben die beiden Unternehmen ihre Kräfte gebündelt und zu­sammen mit anderen Industriepartnern das weltweit erste manuelle Auto-Schaltgetriebe mit pulvermetallurgischen Zahnradlösungen ausgestattet.

Emilson sieht «ein grosses Potenzial darin, gemeinsam mit Alvier optimale Kombinationen von Pulver- und Werkzeuglösungen für den Pulverpressvorgang bereitstellen zu können». Alvier werde auch einen wichtigen Beitrag dafür leisten, neue und digitale Technologien in die Entwicklung zukünftiger Prozess- und Materiallösungen einzubringen. Höganäs werde «Alviers Entwicklung und globale Ambitionen voll und ganz unterstützen, damit das Buchser Unternehmen ein starker und unabhängiger Player bleiben wird».

Die ersten Rückmeldungen der Kunden auf die Übernahme durch Höganäs sind sehr positiv. «Sie erwarten sich dadurch eine weitere Stärkung der Leistungsfähigkeit beider Unternehmen und einen weiteren Schub für die gesamte PM-Industrie», sagt Ekkehard Gutowski, Managing Director Sales von Alvier.

Alvier AG PM-Technology 1986 in Buchs gegründet

Unternehmenszweck bei der Gründung der Alvier AG PM-Technology war der Bau von Adaptoren und Werkzeugen für die Pulvermetallurgie (siehe Kasten). Bereits in den 1990er-Jahren begann die Zusammenarbeit mit namhaften Herstellern von Pulverpressen, auch die Zusammenarbeit mit der Höganäs AB reicht in diese Jahre zurück.

Gutowski gibt weitere Auskunft zur Tätigkeit der Alvier. Eigene Entwicklungen, die das Pressen komplexer Bauteile ermöglichen, zum Beispiel Mehrplatten-Adaptoren oder Systeme für das Pressen schrägverzahnter Zahnräder, trugen zum Wachstum bei. «Sie begründeten den guten Namen des Unternehmens bei seinen Kunden und in der ­gesamten Lieferkette der Automobilindustrie. Die Marke Alvier steht in der Branche weltweit für innovative Werkzeuglösungen und höchste Qualität.»

Kunden sind die Hersteller von komplexen PM-Bauteilen, die insbesondere in der Auto­mobilindustrie – zum Beispiel im Motor, Getriebe, Chassis, in der Lenkung usw. – eingesetzt werden. Andere Anwendungsgebiete für PM-Bauteile gibt es auch in Elektrogeräten, Landwirtschafts- und Gartengeräten, aber auch in der Energietechnik oder in Möbelbeschlägen.

Alvier entwickelt für seine Kunden Konzepte, wie diese Bauteile verpresst werden können, und beliefert sie mit den dafür nötigen Presswerkzeugen und mit den Adaptionsteilen zum ­Einbau in die Pulverpressen. Die erfahrene Konstruktionsabteilung nennt Gutowski als Grundstein für die hohe Qualität und Präzision der gelieferten Werkzeuge.

Alvier beliefert Kunden weltweit

Die Werkzeuge werden in einer vollstufigen Produktion hergestellt. Neben den allgemeinen Bearbeitungsarten wie Drehen und Fräsen gehört dazu vor allem auch Profil- und Verzahnungsschleifen sowie die Draht- und Senkerosion. Damit werden Werkzeuge mit Toleranzen von weniger als 0,01 Millimetern ­her­gestellt. Hinzu kommen Wärmebehandlungen und Beschich­tun­gen, für die Alvier mit regionalen Lieferanten zusammen­arbeitet.

Die Alvier AG PM-Technology hat aktuell 45 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2017 einen Umsatz von 7,6 Mio. Franken.

Das Unternehmen beliefert weltweit Zulieferer der Automobilindustrie. Die grössten Einzelmärkte liegen immer noch in Europa. Doch auch Nordamerika ist seit vielen Jahren ein wichtiger Markt. Von Kunden in Asien – aus China, Korea, Japan und Indien – verzeichnete das Buchser Unternehmen in den letzten Jahren ein grosses Interesse, zunehmende Projekte und Umsätze.

Gemeinsam mit Höganäs hat Alvier bereits in den letzten Jahren PM-Bauteile für neue Konzepte von Elektromotoren ent­wickelt, die mit der zunehmenden Elek­tromobilität immer grössere Bedeutung erlangen. «Diese Entwicklungen werden in Zukunft noch deutlich inten­siviert und ausgebaut», sagt ­Ekkehard Gutowski.

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