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BUCHS: Musik: Balsam für die Seele

Eine Veranstaltung der Psychiatrischen Dienste Süd mit Musik und Podiumsgespräch zum Thema «Psychische Gesundheit und Volksmusik» lockte rund 60 Gäste ins Fabriggli.
Heidy Beyeler
Die Teilnehmenden auf dem Podium: Karin Hellmann, Musiktherapeutin Klinik Pfäfers, Janine Gasser, Expertin durch Erfahrung, Musiker Nicolas Senn, Chefarzt Thomas Meier und Jürg Engler (von rechts). (Bild: Heidy Beyeler)

Die Teilnehmenden auf dem Podium: Karin Hellmann, Musiktherapeutin Klinik Pfäfers, Janine Gasser, Expertin durch Erfahrung, Musiker Nicolas Senn, Chefarzt Thomas Meier und Jürg Engler (von rechts). (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

redaktion@wundo.ch

Die Besucher erlebten im Buchser Kleintheater am Dienstagabend hautnah, wie Musik die Stimmung aufhellen kann. Für dieses Erlebnis sorgte Hackbrett-Virtuose Nicolas Senn, bekannt als Musiker und als Moderator der Fernsehsendung «Potzmusig» von SRF.

Das Publikum verliess das Fabriggli nach dem Anlass in angenehmer, nachhaltiger Stimmung: entspannt, zufrieden mit der Welt und mit sich selber.

Claudia Conzalez hiess das Publikum im Namen des Psychiatrie-Zentrums Werdenberg-Sarganserland in Trübbach herzlich willkommen. «Mir ist es wichtig, die psychische Erkrankung zu entstigmatisieren, nicht erst dann, wenn jemand zu uns in die Behandlung kommt. Mit diesem Anlass möchten wir sensibilisieren und aufrütteln – im positiven Sinne. Was gäbe es Besseres dafür, als die Musik.»

Nach dieser Einleitung stieg die Spannung bezogen auf das Podiumsgespräch und auf das musikalische Intro von Nicolas Senn.

Seelische Reise mit Musik

Nicolas Senns Auftritt im Fabriggli war seine Premiere. Der erste Musikbeitrag war weich – wie ein Appenzeller. Es folgten weitere musikalische Beiträge, die Nicolas Senn jeweils mit positiven Ereignissen bei Konzerten kommentierte – mit unvergesslichen Begegnungen.

Senn scheint tief verbunden zu sein mit seinem Appenzeller Hackbrett und lässt sich auf allerlei Inprovisationen ein, die für viele Zuhörer als Hackbrett-Version völlig unbekannt sind. Sein Musikbeitrag im ersten und im dritten Akt begeisterte das Publikum. Sie zollten dem Musiker die grösste Ehre – mit einer lang anhaltenden Standing Ovation.

Der zweite Akt galt der Podiumsdiskussion. Die Podiumsleitung führte Jürg Engler, Ostschweizer Forum für psychische Gesundheit, der Fachleute aus der Psychiatrie Süd über die Musiktherapie und ihre Wirkung befragte.

Musiktherapeutin Karin Hellman, erklärte die Bedeutung ihrer Musiktherapie: «Man kann sich vorstellen, dass Musik auch Therapie ist. Dabei legen die Klienten zum Teil selber Hand an. Sie nehmen ein Instrument in die Hand, um aktiv zu sein oder miteinander in der Gruppe Musik zu machen, damit Gefühle angeregt werden.

Offener und weniger verbissen erfahren

Janine Gasser nahm vor einem Jahr – wegen einer psychischen Erkrankung – die Musiktherapie in Pfäfers in Anspruch. Ihr Leben wurde bereits im zarten Alter von sechs Jahren mit dem Leben der Musik geprägt – auf der Bühne und im Fernsehen. Da hiess es: «Man muss perfekt sein.» Als sie schliesslich die Musiktherapie in Pfäfers erlebte, gewann sie einen ganz anderen Zugang zur Musik – offener und weniger verbissen.

Was weiss man aus heutiger Sicht über die Musiktherapie aus psychiatrischer Sicht? Auf diese Frage antwortete Thomas Meier, Chefarzt Psychiatriedienste Süd in der Klinik in Pfäfers: «Sie regt die Aktivität und die Ent- spannung an, es entfalten sich Konversationen, und so lernt man neue Aspekte im Leben kennen. Musik aktiviert viele Hirnareale. Damit entstehen Verknüpfungen der Synapsen in unserem Hirn.»

Nach dem Podiumsgespräch wurde die Fragerunde für das Publikum eröffnet. Sie wurde allerdings nur zaghaft genutzt – mit einer Frage zu Musik und Tanz als Therapie.

Beim anschliessenden Apéro fiel die Kritik der Gäste äusserst positiv aus in Bezug auf die musiken Darbietungen von Nicolas Senn. Das Podiumsgespräch wurde von den Besuchern dagegen eher kritisch kommentiert. «Dürftig – ich kann mit den Aussagen wenig anfangen etc.»: So und ähnlich lautete der verbreitete Tenor unter den Gästen. Trotzdem verabschiedeten sie sich schliesslich gut gelaunt – und beeindruckt von der genossenen Volksmusik.

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