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BUCHS: Mit Leidenschaft und viel Gefühl

Beim zweitletzten Konzert seiner «No Hunger»-Tour machte der sympathische Luzerner Mundartsänger halt in der Ostschweiz. «Kunz» begeisterte im Fabriggli mit Liedern, die vor Energie nur so sprühen, aber auch zum Nachdenken anregen.
Bianca Cortese
Das «Kunzert» in Buchs war eines der letzten der «No Hunger»-Tour. (Bild: Daniel Ospelt)

Das «Kunzert» in Buchs war eines der letzten der «No Hunger»-Tour. (Bild: Daniel Ospelt)

Bianca Cortese

bcortese@medienhaus.li

Nachdem «Kunz» mit «Mundart Folk» im Nu Platz eins erklommen hatte, für das Album «Eifach so» die Goldene Schallplatte verliehen bekam und im selben Erfolgsjahr mit dem renommierten Prix Walo geehrt wurde, wollte der Luzerner Mundartsänger nur eines: So bald wie möglich zurück auf seine geliebte Bühne – mit seinen Jungs an den Instrumenten und den «Lüüt so wie mer» im Publikum, denn da ist Kunz zu Hause. Wie es das dritte Studioalbum schon im Titel «No Hunger» verrät, ist beim 32-Jährigen noch lange niemand satt: Es will gesungen, getanzt und gefeiert werden. Am liebsten mehr, länger und lauter! Dafür lebt Kunz. «Er wird Vollgas geben und keine Pause machen, sich nach Konzertende aber gern noch für euch alle Zeit nehmen, um Autogramme zu geben und Fotos zu machen», erklärte Verein-Fabriggli-Präsidentin Katharina Schertler-Secli vor Konzertbeginn. Sie freute sich ernorm, dass Kunz auch in Buchs geschafft hatte, vor ausverkauftem Haus zu spielen.

Auf Tuchfühlung mit den Fans

Nun, wer behauptet, die Schweiz habe kein Meer, wurde von Kunz umgehend eines Besseren belehrt: Mit «Vierwaldstättersee», ein Lied aus der Heimat des Mundartsängers, hatte er das Publikum bereits nach den ersten Takten auf seine Seite gezogen. Dass es nicht immer wichtig ist, was andere denken, erklärte er in «Aber äbe», und dass es guttut, den Kopf beim Wandern, hoch oben auf einem Gipfel, auszulüften in «Seisch e Gruess».

Und während er und seine fünfköpfige Band dem Publikum mächtig einheizten und dieses auch fleissig mitklatschte, sang und tanzte, liess er es sich nicht nehmen, zwischendurch etwas zu erzählen und während Solis seiner Band auf Tuchfühlung zu gehen.

So sang er bei «Lüüt so wie mer» inmitten der Zuhörer, tanzte zunächst mit Geigerin Helene Maier, dann mit Fans in der Menge und holte die kleine Ayleen auf die Bühne, um ihr das Fabriggli mal «von oben» zu zeigen. Dass Kunz ein breites Publikum anspricht, wurde klar, als ein Junge vom Grabserberg gegenüber dem «Vaterland» erklärte, dass er eigentlich wegen seiner Mutter da sei, weil er ihr das Konzert zu Weihnachten geschenkt habe, ihm die Musik aber auch gefalle. Auch der sechsjährige Noah aus Sennwald, der Hosenträger – Kunz’ Markenzeichen – trug, verriet schüchtern, aber stolz, dass er ein grosser Fan seiner Musiksei. Während der Mundartsänger mit seiner sympathischen Art und durch seine authentisch klingenden Texte begeisterte, beeindruckten Helena Maier (Geige), Edis Kahrimanovic (Gitarre), Severin Graf (Bass), Manuel Römer (Drums) und Chris Pfändler (Hackbrett) an den Instrumenten. Dass die Band allerhand auf dem Kasten hat, zeigte sie während dreier Stunden deutlich. Unter anderem, als sie bei «Schwedinne» die Rollen wechselten, jeder einmal das Instrument des anderen in den Händen hielt und auch zum Mikrofon griffen. Kunz’ Musik klingt, wie der Sänger sie fühlt: «Eifach so.» Ein lebendiger Sound, der direkt ins Herz geht, zum Nachdenken ebenso anregt wie zum Tanzen, Lachen und Feiern.

«Räge zom Schluss» gab es nicht, aber durchgenässt war vor allem Kunz gegen Ende des Konzerts: «So schlimm wie im Alten Kino in Mels, wo wir während unserer Tour auch einmal waren, ist es hier aber noch nicht», erklärte er schmunzelnd. Dort sei es heiss wie in einer Sauna gewesen, «und es hat schon beim dritten Lied getropft.» Aber so ist es halt, immerhin sang er deutlich: «Üs ghört D’Nacht.»

Vorerst verabschiedet sich Kunz von der Bühne, um einmal «durchzuatmen», wie der Luzerner erklärte. Aber ganz so still wird es um den 32-Jährigen nicht werden. Denn neben dem Auftritt am Seaside Festival in Spiez ist er auch für die Swiss Music Awards 2018 in der Sparte «Best Male Soloact» nominiert und Album Nummer vier ist ebenfalls geplant. Gut für die Fans zu wissen, denn der Appetit ist zwar vorerst gestillt, der Hunger kommt aber bestimmt schon bald zurück.

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