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BUCHS: Mehr Mut zur eigenen Mentalität

Am Konjunktur- und Trendforum der St. Galler Kantonalbank fielen zuversichtliche Worte, was die Ostschweizer Wirtschaft anbetrifft. Da und dort gab es aber auch kritische Überlegungen.
Heidy Beyeler
Sie haben gut lachen im Hinblick auf die guten wirtschaftlichen Prognosen: Karl Pareth, Peter Eisenhut, Bruno Damann, Ludwig Hasler und Moderator Albert Koller (von links). (Bild: Heidy Beyeler)

Sie haben gut lachen im Hinblick auf die guten wirtschaftlichen Prognosen: Karl Pareth, Peter Eisenhut, Bruno Damann, Ludwig Hasler und Moderator Albert Koller (von links). (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

redaktion@wundo.ch

Gute Aussichten für das laufende Wirtschaftsjahr sagt Peter Eisenhut, Wirtschafts- und Politikberater der Ecopol AG voraus. Die Weltwirtschaft blickt auf ein erfreuliches 2017 zurück. «In den kommenden Quartalen dürfte die Wirtschaft an Breite und Dynamik gewinnen.» Er geht davon aus, dass von Seiten der Europäischen Union weiterhin wichtige Impulse ausgestrahlt werden.

Wirtschaftsexperte Eisenhut prophezeit, dass der Euro gegenüber dem Franken stark bleibt, sofern die Konjunktur im Euroraum weiterhin dynamisch bleibt. Dazu muss in der Eurozone politische Einigkeit herrschen. Allerdings – so Eisenhut – könnte der Optimismus von politischer Seite etwas gedämpft werden – verursacht durch Unsicherheit: von Trump, Brexit, den Wahlen in den Niederlanden sowie in Frankreich und Deutschland.

Für die Entwicklung der Schweizer und insbesondere der Ostschweizer Konjunktur dürfte mit Zuversicht in die nähere Zukunft geschaut werden. Diese Einschätzung begründete Peter Eisenhut mit der Aufwertung des Euro. Diese bringe der Exportwirtschaft Rückenwind. «Die Ostschweizer Wirtschaft ist demzufolge keineswegs im Dauerschlaf: Seit der Wirtschaftskrise 2008 war die Entwicklung in der Ostschweiz dynamischer, als im Schweizer Durchschnitt» resümierte er.

Mut zur Leidenschaft

In einem unterhaltsamen, bildhaften Exkurs karikierte Ludwig Hasler, freier Publizist, Vortragstourist und Kolumnist, die Ostschweizer Unternehmen. Auf die Wirtschaft bezogen, meinte er: «Es gibt ein Gesetz, das heisst: entweder werden die Anderen besser oder wir werden besser. Es ist eine Willenssache – Leidenschaft. Er sprach dem Publikum Mut zu, etwas zu wagen. «Die Ostschweiz ist eine Randregion, die nicht sonderlich privilegiert ist.» Bringt die privilegierte Ausgangslage die beste Bedingung? Zu dieser Frage zitierte Halser eine eben erschienene Studie, die aussagt, dass die junge Generation von Kindern gut situierter Eltern kein Privileg ist. Warum? Weil sie nicht unbedingt müssen. Es geht auch so. «Sie haben ein gutes Nest und bleiben lieber im Nest.»

In den Metropolen ziehen Wirtschaft und Macht an. «Und dazwischen gibt es Zwischenräume. «Ich bin überzeugt, dass die Ostschweiz Zwischenraum ist und bleibt, weil Vorteile erkennbar sind und sie immun ist gegen schnelllebige Trends», erklärt Hasler seine Einschätzung. Zum Abschluss gab er der Zuhörerschaft einen guten Rat mit auf den Weg: «Ein bisschen mehr Chaos, ein bisschen mehr Unruhe – daraus kann Kreativität entstehen.»

Talk mit Regierungsrat Damann

Peter Eisenhut führte mit Bruno Damann, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements, ein Gespräch vor Publikum. Er wollte vom Regierungsrat hören, wie er die heutige Situation der Ostschweizer Wirtschaft einschätzt. Damann teilt die Meinung vieler, dass die Ostschweiz wirtschaftlich häufig schlechter dargestellt wird, als sie ist. «Wir haben beinahe Vollbeschäftigung, wir können gute Gewinnzahlen ausweisen und die Steuereinnahmen sind gut.»

Eisenhut fragt nach: Weshalb kann es sein, dass die Ostschweiz mit einer derartigen Negativserie, insbesondere von den Zürcher Medien, darstellt wird? Damann konterte souverän. Es kann durchaus sein, «dass die Zürcher neidisch sind und uns deshalb schlecht reden. Wir Ostschweizer stellen uns nicht gerne in den Vordergrund. Wir sind eher bescheiden.»

Ist die Ostschweizer Mentalität ein Stolperstein?, hakt Eisenhut nach. «Das sehe ich nicht so. Ein Metropolitanraum braucht ein Zentrum. Wir haben nicht das grosse Zentrum, wir stellen aber einen Zwischenraum dar. So betrachtet sehe ich uns in der Ostschweiz als Zentrum der europäischen Zentren», sagte Bruno Damann selbstbewusst. «Wir sind in der Mitte, wenn wir Zürich, Stuttgart, München und Mailand anschauen, dann sind wir im Zentrum der metropolitanen Städte Europas. Das ist doch gut so.»

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