BUCHS: Linksabbieger liegt am Herzen

Da nun die Sache mit den Bushaltestellen beim Rathaus im Betriebs- und Gestaltungskonzept der St. Galler- und Churerstrasse geklärt ist, gab der Linksabbieger bei der Marktplatz-Zufahrt zu reden.

Katharina Rutz
Drucken
Teilen
Stadtrat und Bevölkerung wollen den Linksabbieger beim Werdenbergersee erhalten, der Kanton ist dagegen. (Bild: Katharina Rutz)

Stadtrat und Bevölkerung wollen den Linksabbieger beim Werdenbergersee erhalten, der Kanton ist dagegen. (Bild: Katharina Rutz)

Katharina Rutz

katharina.rutz

@wundo.ch

Das angepasste Betriebs- und ­Gestaltungskonzept (BGK) der St. Galler- und Churerstrasse fand nun mehrheitliche Zustimmung an der dritten Informationsveranstaltung vom Donnerstagabend. Die erste Etappe im Zentrum der Stadt Buchs mit den umstrittenen Bushaltestellen Rathaus, EW und Migros wurde zumindest bei einer Konsultativabstimmung mit nur einer Gegenstimme angenommen.

Diskutiert wurden an dieser Informationsveranstaltung jedoch noch Details der zweiten Etappe, von der Gemeinde­grenze Grabs bis vor das Restaurant Traube. Vor allem der Links­abbieger zum Werdenbergersee, in Fahrtrichtung Grabs, gab zu ­reden. Der Kanton will diesen aufheben.

Damit sind der Stadtrat und die Bevölkerung nicht einverstanden. Die Fachleute des Kantons bestehen allerdings auf ­dieser Lösung. «Wir haben hier keinen Konsens gefunden», gibt Daniel Gut zu.

Aus Kapazitätsgründen nicht nötig

Im neuen Konzept des Kantons hat die Spur zum Linksabbiegen keinen Platz mehr. Grund ist ein Radstreifen, der zusätzlichen Platz benötigt. «Aus Kapazitätsgründen braucht es diesen Linksabbieger nicht», erklärt Florin Scherrer vom Tiefbauamt St. Gallen. Deshalb werde hier auch der Grundsatz verfolgt, nicht ­unnötig Land zu verbrauchen. Eine Landreserve dafür gäbe es allerdings bei der neuapostolischen Kirche. Die Votanten blieben deshalb hartnäckig und gaben sich nicht so rasch zufrieden. Die ­Sorge um künftige Verkehrsstaus war gross.

«Das Verkehrsaufkommen kann durch die Steuerung mit dem Lichtsignal genügend leistungsfähig geregelt werden», versicherte Werner Lendenmann, Leiter Verkehrstechnik der Kantonspolizei St. Gallen. Zwar betonten die Kantonsvertreter, dass man sich nun an das Konzept ­halten wolle.

So ganz in Stein gemeisselt, scheint die Verkehrssituation beim Werdenbergersee aber dennoch nicht zu sein. Bis zur Um­setzung der zweiten Etappe dauere es noch einige Jahre, sagte Daniel Gut. «Zudem sind bei der Umsetzung des Konzeptes immer noch Anpassungen möglich, falls diese bei der konkreten Projektierung nötig werden», erklärte der Stadtpräsident. «Fundamentale Änderungen wird es aber keine mehr geben.» Man wird also beispielsweise nicht plötzlich doch wieder eine Bushaltestelle bei der UBS planen.

Bürger bestimmt über Investitionsbudget

Das Konzept wird nun voraussichtlich vom Stadtrat so verabschiedet und an den Kanton als Strasseneigentümer zur weiteren Projektierung übergeben. Anschliessend wird über die drei Etappen einzeln abgestimmt. Als Erstes werden also die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Buchs über den Mittelteil mit dem ­Knotenpunkt Migros-EW-Rathaus an der Budgetbürgerversammlung im Rahmen des Investitionsbudgets abstimmen können. Die Strassenbau-Kosten werden zu zwei Dritteln der Kanton und zu einem Drittel die Stadt Buchs tragen. Bauliche Mass­nahmen für ortsbauliche und gestalterische Verbesserungen sind von der Politischen Gemeinde selber zu finanzieren.

Bis zu 15 000 Fahrzeuge passieren an Werktagen die St. Gallerstrasse. Diese Belastung könne als Obergrenze der Verträglichkeit bezeichnet werden, auf diesem Abschnitt herrsche häufig stockender Verkehr, schreibt der Stadtrat in der neusten Ausgabe des «Buchs aktuell» zum BGK. Auch die Sicherheit für Fuss­gänger und Radfahrer soll mit dem BGK verbessert werden. Die teilweise fehlenden Trottoirs werden ergänzt. Für die Radfahrer wird ebenfalls Raum geschaffen. Ziel sei es, die Ortsdurchfahrt und die Gestaltung der Strassenräume aufzuwerten.