BUCHS: Leidenschaftlicher Jungzüchter

An der Geissenschau des Ziegenzuchtvereins Burgerau-Erb auf dem Marktplatz am Werdenbergersee wurden wiederum rund 300 Ziegen aufgefahren. Das Interesse bei Ziegenzüchtern und Besuchern war gross.

Heidy Beyeler
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Heidy Beyeler

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Die Beständeschau der Ziegen auf dem Marktplatz in Buchs wurde dank des schönen Wetters ausserordentlich gut besucht. Über 300 Ziegen von acht verschiedenen Rassen stellten sich den kritischen Augen der Fachrichter. Auf dem Platz konnten etliche Kaufinteressierte ausgemacht werden, die für die eine oder andere Ziege oder gar für einen geeigneten Ziegenbock ein Faible zeigte, um die Zuchtherde wieder aufzufrischen.

An den gut besetzten Tischen – teils waren vorübergehend alle Sitzplätze besetzt – wurden Erfahrungen über die Ziegenzucht und die Merkmale der verschiedenen Rassen ausgetauscht. Es gab aber auch gute Gelegenheit, über Gott und die Welt sowie über die Politik zu diskutieren.

Die Verlosung an der Geissenschau des Ziegenzuchtvereins Burgerau-Erb ist schon weitherum bekannt, weil es eine besondere Verlosung ist. Dieses Jahr wechselten beispielsweise ein kleines Kalb, eine junge Ziege mit ihrem Gitzi, ein Lamm sowie Appenzeller Ziegen, Hühner, ein Stockentenpaar und Kaninchen mit einem Glückslos ihre Besitzer.

Früh übt sich, wer Meister werden will

Für den zwölfjährigen Lukas Loher aus Oberriet bedeutet die Appenzeller Ziege Alina sein Ein und Alles. Er hat schon früh seine Leidenschaft für die Ziegenzucht gehabt, berichtet er voller Stolz. Er weiss schon viel über die Zucht von Ziegen und worauf es ankommt, wenn man Erfolg haben möchte. «Zuerst habe ich Toggenburger Ziegen gehabt, nun habe ich zwei Appenzeller Ziegen mit je einem Gitzi, erzählt Lukas voller Freude. Die Rasse habe er gewechselt, weil er auf einen sehr guten – prämierten – Zuchtbock zugreifen könne.

Alina, seine Lieblingsziege, mit der er zur Schau kam, habe ein Gitzi geworfen, das bei der Geburt bereits fünf Kilo wog und sich nun prächtig entwickelt habe. Pro Tag füttert Lukas seine Ziegen mit einer kleinen Handvoll Kraftfutter, im Winter gibt’s Heu und ab Frühjahr bis in den Spätherbst finden seine Tiere das frische Futter auf der Weide; und im Sommer gehen sie z’Alp. «Heuer verbringen meine Ziegen den Sommer auf der Schaneralp in Oberschan.»

Lukas wächst auf einem Bauernhof auf. Sein Vater hat rund 30 Appenzeller Ziegen und so hat er auch die Liebe zu dieser Rasse gefunden. «Für mich sind die Ziegen das wichtigste Hobby. Ich verbringe viel Zeit mit meinen Ziegen draussen und im Stall.» So steht denn auch seine Berufswahl schon fest: Er will Bauer werden. Lukas hilft jetzt schon auf dem Bauernhof mit. Das wiederum freut die Ziegenzüchter. Mit jungen Züchtern wie Lukas gibt es Nachwuchs, der sich intensiv und fachgerecht der Ziegenzucht widmet.