BUCHS: Kein Handlungsbedarf wegen ungewisser Zukunft

Der ehemalige Besitzer der Liegenschaft Rheinstrasse 17 bezeichnet das Haus als Schandfleck für die Stadt. Diese beurteilt die Situation bei weitem nicht so dramatisch und hat ihre Gründe, warum nicht saniert wird.

Merken
Drucken
Teilen
Die Jahrzehnte haben ihre Spuren hinterlassen an der Liegenschaft Rheinstrasse 17. (Bild: Heini Schwendener)

Die Jahrzehnte haben ihre Spuren hinterlassen an der Liegenschaft Rheinstrasse 17. (Bild: Heini Schwendener)

Vor rund 20 Jahren haben Werner Geel und seine Brüder ihr Elternhaus, die Liegenschaft Rheinstrasse 17, an die Gemeinde Buchs verkauft. Es hätte zwar höhere Kaufangebote gegeben, unter anderem für ein Etablissement des Rotlichtmilieus. «Doch das wollten wir unseren ehemaligen Nachbarn nicht zumuten», erzählt Werner Geel, «und so haben wir an die Gemeinde Buchs verkauft.»

Ein grosser Gegensatz zu den umliegenden Häusern

Werner Geel wohnt schon lange in Schaffhausen. Gelegentlich ist er in Buchs zu Besuch. Dabei ­ärgert er sich jedes Mal gewaltig. Seines Erachtens sei nämlich in all den Jahren kaum etwas in die Liegenschaft investiert worden, und so würden Haus und Garten zunehmend einen verwahrlosten Eindruck machen. Er hat dies den Behörden auch kommuniziert. Etwas Kosmetik sei inzwischen zwar betrieben worden, sagt ­Werner Geel, doch letztlich sei die Liegenschaft «ein Schandfleck für die aufstrebende Stadt». «Natürlich gehört mir das Haus nicht mehr, aber es tut mir persönlich weh, zu sehen, in welch katastrophalem Zustand und wie verwahrlost und ungepflegt es ist», sagt der Schaffhauser. Hätte er damals das Haus an eine Privatperson verkauft, sähe die Situation vielleicht anders aus, «da könnte man wohl nichts mehr machen.» Dass aber die Stadt nicht besser zu ihrer Liegenschaft schaue, könne er einfach nicht verstehen. Die Liegenschaft Rheinstrasse 17 macht tatsächlich nicht den besten Eindruck, insbesondere im Vergleich zu den benachbarten schmucken Häusern und Gärten. Putz bröckelt ab, die Fassade ist von den Verkehrsemissionen stark in Mitleidenschaft gezogen, die Farbe an den Dachrinnen blättert ab, die Fenster und die Fensterläden hätten eine Sanierung nötig.

Die Stadt Buchs nutzt die Liegenschaft für Asylbewerbende. Gemäss Stadtpräsident Daniel Gut habe noch niemand den Zustand des Hauses ähnlich dramatisch eingeschätzt wie Werner Geel. Die Stadtbehörde ist denn auch klar der Meinung, dass die Rheinstrasse 17 kein Schandfleck für Buchs sei. Daniel Gut sagt auf Anfrage: «In den vergangenen Jahren wurde das Dach neu gedeckt. Und wir halten die Liegenschaft bezüglich Sauberkeit in Ordnung, sanieren aber vorläufig nicht, weil die Zukunft der Liegenschaft offen ist.»

Wegen dieser ungewissen Zukunft sieht der Stadtpräsident in naher Zukunft auch keinen Handlungsbedarf, um das Erscheinungsbild etwas zu ver­bessern. (she)