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BUCHS: Jugendlichen bleibt wenig freie Zeit

Das Kompetenzzentrum Jugend spürt bei der Arbeit mit Jugendlichen Leistungsdruck und gesellschaftliche Veränderungen. Heute haben Jugendliche weniger Zeit für Musse und Entspannung. Ihr Alltag ist oft durchgeplant.
Ralph Dietsche
Markus Büchel (rechts), Abteilungsleiter Kompetenzzentrum Jugend der Sozialen Dienste Werdenberg, zusammen mit dem Jugendarbeiter Arsim Hajdarevic. Dieses Jahr feiert der Trägerverein der Werdenberger Gemeinden sein 20-jähriges Bestehen. (Bild: Ralph Dietsche)

Markus Büchel (rechts), Abteilungsleiter Kompetenzzentrum Jugend der Sozialen Dienste Werdenberg, zusammen mit dem Jugendarbeiter Arsim Hajdarevic. Dieses Jahr feiert der Trägerverein der Werdenberger Gemeinden sein 20-jähriges Bestehen. (Bild: Ralph Dietsche)

Ralph Dietsche

redaktion@wundo.ch

Eines vorweg: Die Werdenberger Jugend ist nicht besser oder schlechter als früher. Sie ist anders. Mit den Veränderungen in der Gesellschaft verschieben sich beim Kompetenzzentrum Jugend (KOJ) der Sozialen Dienste Werdenberg einzig die Schwerpunkte. Die Kernarbeit – die Beziehungs- und Präventionsarbeit – ist hingegen geblieben. Auch die Problematiken betreffend Alkoholkonsum, rauchen und kiffen haben sich nach Einschätzung von Jugendarbeiter Markus Büchel nicht massiv verändert. Was aber neu ist, ist der Einzug der sozialen Medien. Die virtuelle Welt stellt eine grosse Unbekannte dar. «Wir Erwachsenen haben keinen Zugang zu dieser immensen Welt. Was in Chats und auf den verschiedenen Plattformen abgeht, bekommen wir nur am Rande mit. Wenn überhaupt», ist sich der Jugendarbeiter Markus Büchel bewusst. Er stellt fest, dass durch die neuen Medien ­Jugendliche auf eine Art «ruhig­gestellt» werden. Die offen ausgetragenen Gruppen-Aggressionen haben abgenommen und das Gros der Jugendlichen ist viel ­weniger rebellisch als noch vor ein paar Jahren. «Was natürlich den Einzelfall nicht ausschliesst», ergänzt Büchel und erklärt, «wenn Jugendliche heute rebellieren, ist es meist gegen die Eltern oder die Schule.»

Schulsozialarbeit enorm gewachsen

Seit der Einführung der Schul­sozialarbeit im Jahre 2004 in den Gemeinden Buchs und Sevelen ist dieser Dienstleistungsbereich der Sozialen Dienste massiv gewachsen. Die Schulsozialarbeit hat sich als schulergänzendes Angebot in der Region Werdenberg etabliert und ist zu einer ­festen, professionellen und konstanten Dienstleistung heran­gewachsen. «Unsere Arbeit ist sowohl im Bereich der Prävention als auch der Intervention ­angesiedelt. Je nach Bedarf, Si­tuation und Leistungsverein­barung mit der entsprechenden Schul­gemeinde», erklärt Markus ­Büchel. Er freut sich, dass das KOJ gerade auch in diesem Bereich bei den Behörden und der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz geniesst.

Markus Büchel stellt in seiner täglichen Arbeit fest, dass die komplexen Fälle in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben. «Oft sind getrennte Elternhäuser, Beistandschaften und fremdsprachige Personen involviert. Dies macht unsere Arbeit herausfordernder und zum Teil schwieriger», erzählt Büchel. Er ist überzeugt, dass die offene Arbeit mit Kindern in Zukunft zusätzlich an Bedeutung gewinnen wird.

Neues anzupacken macht Freude

«Waren bis jetzt die Familien und Vereine für die Freizeitgestaltung von Primarschülern zuständig, bewegen sich diese heute schon viel öfter selbstständig», weiss Büchel. Je städtischer eine Region sei, desto weiter fortgeschritten sei diese Veränderung. Andererseits stellt er fest, dass es heute viel schwieriger ist, Jugendliche zu aktivieren: «Die Jugendlichen sind in der Schule und der Lehre enorm eingebunden. Sie haben heute eine volle Agenda.» Zeit, um sich zu entspannen, bleibe selten. Nicht zuletzt weil heute ­jeder das Internet allgegenwärtig in der Hosentasche mitträgt. Dementsprechend kommuniziert das KOJ der Zeit entsprechend häufig via Whatsapp mit den Jugendlichen. Diese Methode wird sich in der rasant ändernden Zeit bestimmt wieder verändern.

Trotz, oder gerade wegen ­dieser Herausforderungen, hat Büchel nach wie vor Freude an seinem Job: «Es ist cool, Neues auf die Beine zu stellen. Letztes Jahr haben wir beispielsweise erstmals eine offene Kinderbaustelle organisiert.» Freude hat der Abteilungsleiter zudem an Jugendlichen, die sich für ihre Sache einsetzen. Dies nicht zuletzt, wenn daraus später etwas entsteht oder sich ehemalige Oberstufenschüler sogar entscheiden, beim KOJ mitzuarbeiten: «Heute sind zwei Jugendliche, die ich begleiten durfte, meine Mitarbeitenden.»

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