BUCHS: Institut und Image wachsen

Das Institut für Energiesysteme an der NTB ist für KMU unverzichtbar geworden. In den zehn Jahren seit Gründung wurden in der Praxis spannende Projekte umgesetzt.

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An der NTB wird allerlei angewandte Forschung betrieben, etwa im Bereich von Energiesystemen. (Bild: Urs Jaudas)

An der NTB wird allerlei angewandte Forschung betrieben, etwa im Bereich von Energiesystemen. (Bild: Urs Jaudas)

Das Institut für Energiesysteme (IES) wurde vor mittlerweile zehn Jahren an der Interstaatlichen Hochschule NTB Buchs gegründet. Wegbereiter war der Förderverein IES, der sich zum Ziel ­gesetzt hat, das Bewusstsein für Energie in der Bevölkerung, Politik und Wirtschaft zu steigern und eine konstruktive Plattform für das Thema Energie zu schaffen. Angewandte Forschung und Bildung aus dem Energiebereich bekamen so in der Region einen würdigen Stellenwert. Heute beschäftigt das Institut rund 30 Mitarbeitende und hat neben der Forschungstätigkeit für diverse lokale KMU auch einen Lehr­auftrag an der Hochschule NTB. Die Infrastruktur vor Ort wurde mit den Jahren kontinuierlich ausgebaut, dazu gehört auch das Testzentrum für Wärmepumpen mit hoher Resonanz.

Vakuumverdampfung und Wärmemanagement

Als eine grosse Stärke beschreibt Institutsleiter Stefan Bertsch die Nähe zu den hiesigen Firmen, was ein hohes Mass an Praxistauglichkeit mit sich bringt. Die Tätigkeiten des Instituts finden zu 80 Prozent in der angewandten Forschung und zu 20 Prozent in Form von Dienstleistungen statt.

Zu den Projekten aus jüngster Zeit gehört beispielsweise die Entwicklung einer mobilen Vakuumverdampfung für Lastkraftwagen in Zusammenarbeit mit der liechtensteinischen Firma Kaiser AG. Diese baut seit mehr als fünf Jahrzehnten Kommunalfahrzeuge. Die Reduktion von Schmutz­wasser und die Bereitstellung von Frischwasser sind für die Einsatzdauer eines solchen Fahrzeuges entscheidend. Steigende Umweltauflagen an die Wasserqualität werden zu einer grossen Herausforderung, welche heute nur durch den Einsatz von Chemikalien zu erreichen sind. Gemein­sames Ziel der Kaiser AG und des IES war es, einen Prozess für die Wasseraufbereitung zu entwickeln, welcher ohne Chemikalien den gestellten Anforderungen gerecht wird. Ein weiteres Beispiel aus der täglichen Arbeit des Buchser Instituts ist die ­Optimierung der Beheizung von Gewächshäusern. Die Rutis­hauser AG in Züberwangen bei Wil ist ein Spezialist für blühende Topfpflanzen. Von Jungpflanzen­betrieben aus aller Welt bezieht die Firma die kleinen Sprösslinge zur Weiterkultur. Am Standort in Züberwangen befindet sich ein Gewächshaus mit einer Gebäudefläche von rund 50 000 Quadratmetern, geheizt wird mit einem Gasheizkessel. Als Ziel für dieses Projekts wurde definiert, einerseits den Energieverbrauch zum Heizen des Gewächshauses zu senken und andererseits die Energie möglichst umweltfreundlich bereitzustellen.

Politisch und fachlich von Förderverein begleitet

Vor zehn Jahren waren die Er­forschung und Anwendung von Fotovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen ein Thema für Idealisten, heute sind erneuer­bare Energiegewinnung und Energieeffizienz nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Das Institut für Energiesysteme hat in dieser Zeit einen starken Wandel durchlebt. Was 2007 mit fünf Mitarbeitern in den Bereichen Wärme­pumpentest und Fotovoltaik­systeme begann, hat sich heute zu einem Institut mit 30 motivierten Mitarbeitern entwickelt. Grossen Anteil an diesem Aufbau hatte der Förderverein IES, der das Institut fachlich und politisch auch heute noch begleitet.

Vor allem mit Unternehmen aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein führt das IES auch zahlreiche erfolgreiche Forschungsprojekte durch. Verbindungen und Kooperationen gibt es allerdings weltweit, das An­gebot in Buchs ist auch Anlaufstelle für Studenten aus aller Welt (siehe Titelseite). Am 4. Oktober feiert das Institut das 10-Jahr-­Jubiläum. Ein Rundgang durch die Räumlichkeiten vermittelt ­einen spannenden Eindruck, zudem werden Fachpersonen in Vorträgen auf die Anfänge zurück­blicken und die Energiewende im Rheintal umschreiben. (ab)