BUCHS: Informationen, keine Diskussionen

Die Stadt stellte am Dienstag das Hochhausprojekt «Chez Fritz» im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens vor. Beigezogen wurden Fachleute aus den Bereichen Architektur, Ortsplanung, Baugesetz und Verkehr.

Heini Schwendener
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Blick auf das Chez-Fritz-Projekt mit dem Sockelbau und seinen Arkaden, der die Gebäudehöhe der Umgebung aufnimmt. Darüber erhebt sich der 64 Meter hohe Turm. Visualisierung: PD

Blick auf das Chez-Fritz-Projekt mit dem Sockelbau und seinen Arkaden, der die Gebäudehöhe der Umgebung aufnimmt. Darüber erhebt sich der 64 Meter hohe Turm. Visualisierung: PD

Heini Schwendener

heini.schwendener@wundo.ch

Vor knapp 50 Bürgern stellte Stadtpräsident Daniel Gut im BZB gleich zu Beginn klar: «Heute Abend geht es im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens nur um Informationen zum Hochhausprojekt und nicht darum, dieses kontrovers zu diskutieren.» Dafür bleibe später noch genügend Zeit, sagte Gut und verwies zudem darauf, dass die Bevölkerung vom 2. bis 16. November eingeladen sei, Mitwirkungsbegehren schriftlich mit Antrag und Begründung bei der Stadtkanzlei einzureichen – «allerdings ohne die Garantie zu haben, dass diese auch aufgenommen werden».

«Hochhäuser werfen immer hohe Wellen»

Gian-Marco Jenatsch vom Architekturbüro Staufer & Hasler sagte in seiner Einleitung: «Hochhäuser werfen immer hohe Wellen.» Sein Büro, zu dessen Referenzen etwa das Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen zählt, verfüge aber über grosse Erfahrung mit Hochhausbauten. Das Projekt «Chez Fritz» mit seinen drei prägenden Elementen, den Arkaden, dem Sockelbau mit dem genutzten Dachgeschoss sowie dem 64 Meter hohen Turm, markiere ortsbaulich das Ankommen in Buchs.

Es schaffe eine Verbindung in die Innenstadt und sei Anfangs- oder Endpunkt der Bahnhofstrasse. Architekt Gian-Marco Jenatsch ist überzeugt, dass «Chez Fritz» für die Stadt Buchs eine Chance wäre.

Bruno Mühlemann vom Amt für Raumentwicklung und Geoinformation des Kantons St. Gallen äusserte sich zum neuen Planungs- und Baugesetz, das seit 1. Oktober in Kraft ist. Eine Schwerpunktzone, wie sie beim «Chez Fritz»-Areal vorgesehen sei, wolle strategisch günstig gelegenen Arealen qualitativ hochstehende bauliche Entwicklungen ermöglichen, so Mühlemann. In dieser Mischzone sind Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Freizeit- und öffentliche Nutzungen möglich. Armin Meier vom Büro Strittmatter & Partner sagte, Schwerpunktzonen seien besser geeignet als Kernzonen, um solche Projekte in einen planungsrechtlichen Rahmen zu bringen. Für Schwerpunktzonen braucht es einen Sondernutzungsplan. Dieser regelt, wenn auch noch nicht bis ins letzte Detail, was es bei der Überbauung zu beachten gilt (bezüglich der Art, wie gebaut wird, bezüglich Verkehrserschliessung, Schattenwurf, Lärmbelastung usw.).

Verkehrsingenieur Willi Hüsler erklärte, wie sein Büro das Verkehrs- und Parkierungskonzept des Hochhausprojektes einer Prüfung unterzogen habe. Er kommt aufgrund von Computersimulationsmodellen zum Schluss, dass die Bauherrschaft ein taugliches Verkehrsregime erarbeitet habe. Trotz des riesigen Bauvolumens verändere sich die Verkehrssituation nicht massgeblich, und dies sogar unabhängig vom Nutzungsmix im Hochhaus.

Stadtpräsident Daniel Gut erläuterte das weitere «ambitiöse» Vorgehen. Der Stadtrat werde nach Ablauf des Mitwirkungsverfahrens seinen Beschluss mit Erläuterungen zu diesem Verfahren bekannt geben. Im Dezember würden dann der Teilzonenplan, der Teilstrassenplan und der Sondernutzungsplan erlassen. Diese drei Planungsinstrumente liegen im Januar während 30 Tagen öffentlich auf. Im Februar wird der Teilzonenplan dem fakultativen Referendum unterstellt, danach gibt es dann unter Umständen erneut eine Abstimmung.