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BUCHS: Grundwasser könnte ansteigen

In den letzten Jahren wurde an der Bahnhofstrasse viel gebaut. Seither beklagen einige Anwohner von Altbauten vermehrt Wassereinbrüche in ihre Keller.
Katharina Rutz
Auch an der Bahnhofstrasse 14 dringt das Wasser vermehrt in den Keller ein. (Bild: Thomas Schwizer)

Auch an der Bahnhofstrasse 14 dringt das Wasser vermehrt in den Keller ein. (Bild: Thomas Schwizer)

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

«Eine grosse Überbauung ist wieder geplant und wieder überfallen uns die Bedenken der Folgen des Neubaus», schreibt Karl Keinath vom Hotel und Restaurant Bären in seinem Brief an die Stadt Buchs. Gemeint ist der Neubau an der Bahnhofstrasse 9, wo ein Mehrfamilienhaus mit Ladenlokal und 19 Wohneinheiten geplant ist. Keinath beklagt, dass seit den vielen Grossbauten der letzten 15 Jahre mit bis zu zwei Stockwerken unter der Erde vermehrt Wasser in die Altbauten an der Strasse eindringt. Dazu gehören neben dem «Bären» auch die Liegenschaften Bahnhofstrasse 14 und 16 sowie Hilty Mode. «Wir haben seit dieser Zeit zwei Wasserpumpen eingebaut, Frau Kuhn ebenfalls drei Pumpen. Trotz allem mussten wir und auch die Familie Kuhn die Feuerwehr immer wieder holen zum Auspumpen», schreibt der Hotelier. Für die Gebäude sei dies nicht förderlich, abgesehen von den Problemen und Kosten, die damit zusammenhängen würden.

Die Bauverwaltung der Stadt Buchs hat das Schreiben mit den Fragen von Karl Keinath an die Bauherrschaft «Bahnhofstrasse 9» zur Stellungnahme weitergeleitet (siehe Front). Inzwischen hat ein Gespräch mit Erläuterungen zwischen der Bauherrschaft und den Nachbarn stattgefunden. Eine Einsprache gab es nicht.

Durchflusskapazität darf 10 Prozent geringer sein

Die gewässerschutzrechtliche Bewilligung für solche Bauten muss entweder das Amt für Wasser und Energie (AWE) oder das Amt für Umwelt des Kantons St. Gallen erteilen. Je nachdem, ob es sich um reine Wohnbauten oder Misch- bzw. gewerblich genutzte Bauten handelt. Das AWE fordert unter Umständen zusätzlich nötige Unterlagen wie beispielsweise Umströmungsnachweise oder geologische Gutachten ein. Tatsächlich muss bei Bauten, die ins Grundwasser eingreifen, eine Umströmung nachgewiesen werden. Die Durchflusskapazität des Grundwassers darf bei durchschnittlichem Grundwasserspiegel maximal um 10 Prozent vermindert werden. Dies verlangt das Gesetz.

Der Grundwasserträger an der Bahnhofstrasse Buchs ist rund 10 bis 20 Meter mächtig. «Ab einem Eingriff unter dem mittleren Grundwasserspiegel sind, je nach Erkenntnissen aus dem Umströmnachweis, Massnahmen zu ergreifen», sagt Andreas Herold, Leiter der Abteilung Grundwasser beim AWE.

Erhöhung ist nicht ausgeschlossen

Das Grundwasser fliesst unterirdisch in die gleiche Richtung wie der Rhein. Dort, wo das Wasser auf die Gebäudewand trifft, wird es z. B. mit Sickerleitungen gefasst. Diese leiten das Wasser um oder durch das Gebäude und zurück ins Grundwasser. «Hier ist es sehr wichtig, dass genau die natürliche Menge an Grundwasser umgeleitet wird», erklärt Herold. Es dürfe nicht zu viel oder zu wenig Wasser sein. Bei einem Gebäude an der Buchser Bahnhofstrasse würden zurzeit deshalb Messungen stattfinden, um abzuklären, ob die Grundwasserumleitung korrekt funktioniere, so Herold. Laut Andreas Herold sollte so eigentlich sichergestellt sein, dass das Grundwasser seinen üblichen Weg nimmt. «Dies funktioniert einwandfrei, ausser beispielsweise Rohre sind verstopft. Trotzdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass insbesondere bei hohem Grundwasserstand der Grundwasserspiegel gegenüber dem natürlichen Grundwasserstand erhöht wird», sagt er. Sind Anstösser bei Neubauprojekten unsicher, können sie mittels Einsprachen weitere Abklärungen und die entsprechenden Nachweise bezüglich den Grundwasserverhältnissen verlangen . Ist das Gebäude aber gebaut, bleibt eigentlich nur noch das Privatrecht, um zu klagen. So weit möchte aber Karl Keinath nicht gehen. «Wir wollen keine Einsprache machen, aber wir möchten, dass Sie alle von der Gemeinde auch einmal die Probleme der Altliegenschaften kennen», schreibt er.

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