BUCHS: «Gewässereinleitung ist ein Meilenstein»

Der Werdenberger Binnenkanal wurde in kurzer Bauzeit auf einer Strecke von rund zwei Kilometern Länge renaturiert. Regierungsrat Marc Mächler war gestern beim festlichen Akt voll des Lobes für dieses wichtige Revitalisierungsprojekt im Kanton.

Heini Schwendener
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Vertreter des Kantons, der Gemeinde und der Ortsgemeinde sowie Baufachleute freuen sich über das gelungene Werk. (Bild: Heini Schwendener)

Vertreter des Kantons, der Gemeinde und der Ortsgemeinde sowie Baufachleute freuen sich über das gelungene Werk. (Bild: Heini Schwendener)

«Heute ist ein Freudentag», frohlockte Beat Tinner, der Präsident des Werdenberger Binnenkanal Unternehmens, gestern Morgen, kurz bevor Baumaschinen die Gewässereinleitung in den neu erstellten Bachlauf vornahmen. Im Abschnitt von der ARA Buchs bis zum Ochsensand fliesst der Werdenberger Binnenkanal nämlich fortan auf einer Länge von rund zwei Kilometern in einem renaturierten Bachlauf. Das Gerinne mit Flachwasserzonen wird bis zu 60 Meter breit und wird das neue Landschaftsbild mit Auenwaldgebieten und Schilfbereichen prägen.

Was für ein Unterschied also zum kanalisierten Bachlauf, der vor über 100 Jahren einzig und allein unter dem Aspekt der Hochwassersicherheit geschaffen wurde.

Rekordverdächtig schnell umgesetzt

Natürlich wurde dem Aspekt der Hochwassersicherheit bei «der Vision Werdenberger Binnenkanal 2.0» ebenfalls Beachtung geschenkt, sonst wäre sie auch nie bewilligt worden. Ingenieur Dominik Wäger von der Bänziger Partner AG, Oberriet, blickte in seiner Ansprach zurück in die Vorgeschichte. «Vom ersten Entwurf bis zum bewilligten Projekt vergingen nur rund drei Jahre – rekordverdächtig für ein Projekt dieser Grössenordnung», sagte Wäger.

Dem pflichtete auch der Baudirektor der St. Galler Regierung, Marc Mächler, zu. Er sagte vor Dutzenden von Gästen, die der gestrigen Gewässereinleitung beiwohnten: «Der Werdenberger Binnenkanal ist ein wichtiges Revitalisierungsprojekt im Kanton. Davon profitieren nicht nur Tiere und Pflanzen. Auch die Bevölkerung bekommt damit ein attraktives Naherholungsgebiet.»

Der Regierungsrat ging auch auf die Finanzierung ein. 6,1 Millionen Franken sind dafür vorgesehen. «Der Vorbildcharakter des Projekts zahlt sich sprichwörtlich aus», sagte Marc Mächler, «der Bund übernimmt nämlich 80 Prozent der Kosten.» Aber auch die Ortsgemeinde Buchs als Landbesitzerin sowie viele private Gönner seien vom Projekt überzeugt und hätten sich grosszügig daran beteiligt.

Diese Unterstützung verdankte auch Beat Tinner in seiner Ansprache. Für ihn ist klar: «Aus unserer Sicht gibt es bei diesem Projekt nur Gewinner», darum sei die Unterstützung so gross, «alleine von der Grössenordnung her ist es für die Ostschweiz einmalig und gilt dank der intensiven Zusammenarbeit mit den verschiedenen Interessenvertretern und Geldgebern als Vorzeigprojekt.»

Im Januar werden die Fische umgesiedelt

Nach den Reden wurden die Spundwände aus dem Bachlauf herausgezogen und ein Teil des Gewässers in den renaturierten Binnenkanal umgeleitet. Im alten Kanal fliesst derzeit noch Restwasser, bis der Fischereiverein Werdenberg die Lebewesen des Binnenkanals im Januar umsiedelt in den naturnahen Bachlauf. Danach wird der schnurgerade verlaufende alte Werdenberger Binnenkanal zwischen der ARA Buchs und dem Ochsensand trockengelegt und auf einer Länge von einem Kilometer zugeschüttet. Die gewonnene Fläche steht dann der Landwirtschaft zur Verfügung.

Mehrere Dutzend Leute besuchten den denkwürdigen Akt der Gewässereinleitung gestern Mittag in Buchs.

Mehrere Dutzend Leute besuchten den denkwürdigen Akt der Gewässereinleitung gestern Mittag in Buchs.