BUCHS: «Es war gut, diesen Ort zu sehen und zu spüren»

Gary und Greg Payton und Familienangehörige erlebten am Buchserberg, wo ihr Ur-Ur-Grossvater Christian Hinderberger aufgewachsen war, emotionale Momente.

Heini Schwendener
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Aus Honolulu, London und Norwegen angereist, besuchen die Paytons das Regionalmuseum Schlangenhaus.

Aus Honolulu, London und Norwegen angereist, besuchen die Paytons das Regionalmuseum Schlangenhaus.

Heini Schwendener

heini.schwendener@wundo.ch

Die Paytons lassen ihre Blicke über das wolkenverhangene Rheintal schweifen. Unter ihnen Buchs mit seinem Einkaufs­zentrum, den Industrie- und Gewerbebetrieben, den vielen Bildungseinrichtungen, den grossen Wohnsiedlungen und schmucken Einfamilienhausquartieren. Auf der anderen Rheinseite das reiche Fürstentum Liechtenstein. Es fällt den US-Amerikanern schwer, zu glauben, dass diese Region noch Mitte des 19. Jahrhunderts mausarm war und dass die Leute hungerten und vielfach ohne Perspektiven waren.

Zu den Wurzeln der Familie zurückgekehrt

Wie bestimmt auch der Ur-Ur-Grossvater der beiden Brüder Gary und Greg Payton mit Namen Christian Hinderberger (1832–1898). Er schloss sich im jungen Alter von 19 Jahren der Flut der Emigranten an, die ihre Heimat verliessen, um in Übersee ihrem Leben möglichst eine glücklichere Wende zu geben. In St. Louis ­siedelte er an und fand bei der Wiggins Ferry Company, die in Schweizer Hand war, eine An­stellung.

Wegen dieses Christian Hinderberger sind die beiden Payton-Brüder zusammen mit Gregs Frau Julie und den Kindern Emmalie und Josh sowie dessen Frau Kasey dieser Tage in die Schweiz gereist. Nachdem nämlich Paytons begonnen hatten, in ihrer Familiengeschichte zu forschen, entstand der Wunsch, einmal zu den Wurzeln der eigenen Familie zurückzukehren. Die Organisation dieser Schweiz-Reise war nicht einfach, denn Gary Payton lebt unterdessen in Norwegen, sein Bruder Greg mit seiner Familie in Honolulu und dessen Sohn Josh in London, wo er mit einer Irin verheiratet ist.

Gary Payton war früher schon einmal in Buchs und hat den ­Hinderberg besucht. Am Dienstag war es für ihn also ein Déjà-vu. Greg Payton betrat am Buchserberg auf etwa 900 m ü. M. Neuland. «Es war gut, diesen Ort zu sehen und zu spüren», sagte Greg Payton, bevor die Reise ins Museum Schlangenhaus Werdenberg führte, wo es beim Auswanderer-Film auch Tränen gab.3