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BUCHS: Es ist Zeit zum Nachdenken

Pfarrer Erich Guntli führte einfühlsam in das Konzert «Veni Sancte Spiritus» in der Herz-Jesu-Kirche ein. Das Chorkonzert, musikalisch arrangiert von Ulrich Zeitler, gibt Anstoss zum nachhaltigen Nachdenken.
Heidy Beyeler
27 Vokalisten, mit zwölf Soli-Sängerinnen und -Sängern, denen die Weltbühnen nicht fremd sind, boten ein tiefgreifendes Chorkonzert, dessen Inhalt aktueller nicht sein könnte. (Bild: Heidy Beyeler)

27 Vokalisten, mit zwölf Soli-Sängerinnen und -Sängern, denen die Weltbühnen nicht fremd sind, boten ein tiefgreifendes Chorkonzert, dessen Inhalt aktueller nicht sein könnte. (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

redaktion@wundo.ch

Das motettische Oratorium passt in unsere Zeit, wie Pfarrer Guntli mit einfühlsamen Worten beschrieb: «Die heutige Welt scheint aus den Fugen geraten, eine Welt extremer Gier auf der einen und des Extremismus auf der anderen Seite. Unsere Zeit – eine Zeit der rücksichtslosen, bereitwillig ignorierten Ausbeutung von Erde, Mensch und Tier, in der nur noch Gehör findet, wer am lautesten schreit. Eine Zeit, in der Menschen ihre Staaten Politikern anvertrauen, die den Egoismus offen zum obersten Prinzip er­klären.»

Ein Beitrag höchster Güte

Diese Worte gewannen durch den anschliessenden Chorvortrag an Bedeutung. Die Zwiegespräche zwischen den Chor- Solisten und den Instrumenten verführten die Zuhörenden gewissermassen in eine meditative Sphäre und zum Nachdenken über Gott und die Welt. Während des ganzen Konzertes hörte man nur die Stimmen des Chores und die instrumentale Begleitung. Ansonsten war es mucksmäuschenstill – kein Räuspern und kein Hüsteln war zu hören.

Unter der Leitung von Ulrich Zeitler vollbrachte das Chor-Ensemble 333 mit den Sängerinnen und Sängern und den Musizierenden einen Beitrag von höchster musikalischer und besinnlicher Güte. Das Gedicht bzw. die Liturgie, welche aus dem 12./13. Jahrhundert stammt, diente seinerzeit dazu, in poetischer Form den Heiligen Geist anzuflehen, die Menschen, die Gesellschaft hin zu Erkenntnissen zu führen.

Gier, Ungerechtigkeit und Ausbeutung hat keinen Platz im friedlichen Miteinander. So zumindest kann man die Verse interpretieren, die in diesem Sinne durch die gesangliche und musikalische Unterstützung am Freitagabend emotional noch verstärkt wurden. Und so gesehen ist die musikalische Umsetzung von «Veni Sancte Spiritus» (komm Heiliger Geist) von Ulrich Zeitler aktueller denn je – dargestellt vom Ensemble 333 und verbunden mit den uralten Versen.

Eine hilfreiche Broschüre zum besseren Verständnis

Das anspruchsvolle Konzert – im Zusammenhang mit dem textlichen Inhalt – bot eine Fülle von zeitgeistigen Hinweisen, die in unsere Zeit transformiert werden können und zum Nachdenken anregen. Wer nichts verpassen wollte: zum Thema wurde eine wertvolle und informative Broschüre zu diesem Konzert angeboten.

Nach dem programmatischen Ende des Konzertes war das Publikum einen Moment lang auffallend still, bis die Zuhörenden begriffen hatten, dass dies der Schluss war. Und dann gab es – als ob das Publikum aus einer anderen Welt erwacht wäre – einen frenetischen, lang anhaltenden Beifall. Ein Applaus, wie er in einer Kirche – nach einem sinngebenden Konzert – selten bis gar nie in dieser Art vorkommt.

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