BUCHS: Erster Auftritt junger Schauspieler

Am Samstag wurden insgesamt 23 Kinder als Schauspielerinnen und Schauspieler gefeiert. Es war ein imposanter Premierenauftritt der Fünf- bis Zwölfjährigen unter dem Motto «reise.fertig.los».

Heidy Beyeler
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Locker und voller Spass: Auf dem Podest steht die Hexe, die mit ihrer angeblichen Macht in vielen Märchen eine Rolle spielt. (Bild: Heidy Beyeler)

Locker und voller Spass: Auf dem Podest steht die Hexe, die mit ihrer angeblichen Macht in vielen Märchen eine Rolle spielt. (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

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Allein schon die Musik zu Beginn der Auftritte liess die Zuschauer auf eine Reise in ein fremdes Land gehen, als die erste Gruppe – Kinder im Alter von fünf bis acht Jahren – recht locker auf der Fabriggli-Bühne erschienen. Klar, etwas Lampenfiber hat wohl jedes Kind, wenn es vor rund 100 Menschen steht. Das haben auch «alte Hasen», wenn sie ihren Premierenauftritt haben.

Die Geschichte der kleinen Künstler fing so an: «Es war einmal ein kleiner Bär und ein kleiner Tiger . . .» Der kleine Bär ging jeden Tag mit der Angelrute zum Fischen. Er kochte auch jeden Tag das Essen. Zwischendurch gab es entspannende Musik. Dann erzählten die Kinder von ihrem Lieblingsessen, zum Beispiel Schnecken, Spaghetti, Pizza mit viel Käse oder Käsespätzli mit Apfelmus. «Oh, Bananen!», sagte jemand. Und dann tönte es im Chor «oh, Bananen!», nachdem eine Kiste mit der Aufschrift «Panama» entdeckt wurde. Später machten Bär und Tiger daraus einen Wegweiser Richtung Panama. In Panama sei es viel schöner, hiess es. «In Panama muss man keine Angst haben. Dort muss niemand hungern; und wer nicht Hunger hat, der braucht auch keine Angst zu haben.» Dann stimmte die ganze Gruppe das Lied von der Katze und der Maus an oder vom Fuchs und der Gans, als sie den Weg nach Panama beschritt.

Aus Grimms Märchen zusammengewoben

Nach einer kurzen Pause trat die zweite Spielgruppe auf – Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren. Sie wählten das Thema Märchenwelten und woben gekonnt bekannte Märchen textlich zu einer Geschichte zusammen – zu einer neuen Märchengeschichte.

«Papa, wir möchten ein Märchen hören.» «Also gut, welches»? «Erfinde doch eines», lautete die Antwort. So fing der Vater an zu erzählen: «An einem verregneten Tag sass Dornröschen . . .» Schon wurde er unterbrochen: «Ein Märchen fängt immer so an: Es war einmal . . .» Dann ging es richtig los mit einem Märchen, das aus vielen Puzzleteilen verschiedener Erzählungen aus Grimms Märchen zusammengesetzt war.

Ein halbes Jahr lang ganz schön viel gelernt

13 Jungschauspieler präsentierten szenisch interpretierte Märchen – gesprochen in veritablem Hochdeutsch. Bravo! Sie schlüpften immer wieder in neue Rollen, die sie locker präsentierten. Da haben sie während eines halben Jahres bei «spiel.raum» im Fabriggli ganz schön viel gelernt. Es war spannend und unterhaltsam zugleich.

Die beiden Aufführungen wurden von den Leiterinnen ­Lilian Meier und Susanne Fretz, unter der Produktionsleitung von Katharina Schertler Secli, didaktisch hervorragend umgesetzt.

Für den tollen Premierenauftritt wurden die Kinder im Anschluss mit Hackbällchen mit Sosse und Brot belohnt. Dieses Gericht wurde von den Kindern zwar in ihrem Stück nicht als Lieblingsessen genannt, sie stürzten sich dennoch voller Freude auf die Speise.