BUCHS: Eintauchen in den Raum

An der Lehrabschlussfeier der Zeichner, Fachrichtung Architektur wurden am Dienstag 19 Absolventen aus der weiteren Region mit spannenden Worten geehrt.

Heidy Beyeler
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Ausgerüstet mit einem Riesenbleistift und dem Fähigkeitsausweis können die jungen Zeichner schon an der Lehrabschlussfeier grosse Pläne anpacken. (Bild: Heidy Beyeler)

Ausgerüstet mit einem Riesenbleistift und dem Fähigkeitsausweis können die jungen Zeichner schon an der Lehrabschlussfeier grosse Pläne anpacken. (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

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Zum Auftakt wurden die Gäste im Lichthof des bzb mit besonderen Alphorn- und anderen Klängen begrüsst. Damit strahlte Enrico Lenzin, Perkussionist und Alphornbläser aus Rebstein, eine festliche Stimmung aus.

Die jungen Berufsleute schauten der Lehrabschlussfeier entspannt entgegen, da sie alle die Notenblätter bereits vor 14 Tagen erhalten haben. Sie kannten also die Resultate schon. Roland Fäh, Berufsfachschullehrer, attestierte den Absolventen viel Durchhaltewillen und Engagement. Mit den folgenden Worten wandte er sich an die jungen Fachleute: «Ihr musstet hie und da während der Ausbildung sicher auch viel Kraft aufwenden, um eure grossen Pläne verwirklichen zu können. Aber, Ihr habt Euer grosses Ziel nie aus den Augen verloren und hartnäckig daraufhin gearbeitet, die anspruchsvolle Lehre erfolgreich zu beenden.»

Ermutigende Festansprache mit Zuversicht und Hoffnung

Beni Heeb, Rektor bzb, wurde von Roland Fäh als Festredner angekündigt, worauf Heeb eingangs meinte, «es ist nicht üblich, dass ich als Rektor eine Festrede an einer Lehrabschlussfeier halte». Als gelernter Maurer, Hochbauzeichner und Architekt mit Fachhochschulabschluss bedeute es ihm viel, vor 19 frischgebackene Berufsleuten, die sich für eine ähnliche Berufslaufbahn entschieden haben, zu sprechen, das war deutlich spürbar. «Die Auseinandersetzung mit dem Thema ‹Rheintal – Raum der Veränderung› hat mich stark gefordert», sagte er. Er wolle deshalb auf jene Bereiche eingehen, die ihn bewegten. «ich möchte in den Raum Rheintal eintauchen.»

Als ausgeprägter Rheintaler liebt Beni Heeb dieses Tal. Er fand bewegende und ermunternde Worte zuhanden der jungen Leute – mit all seinen Entwicklungen, die das Tal erlebt hatte und noch erleben wird. «Es geht uns gut in unserem Tal.» Er hielt fest, dass parallel zum wachsenden Wohlstand auch die architektonische Entwicklung sichtbar ist. Wenn er nachts noch auf der Staubern, im Triesenberg oder auf dem Montlinger Schwamm sei, ins Tal herunterschaue und einen riesigen Lichterwurm sehe, dann werde ihm bewusst, dass die Dörfer und Städtchen zu einer Bandstadt zusammengewachsen seien – eine Stadt zwischen dem Bodensee und Chur. «Der urbane Moloch wird sichtbar.» Und wohin geht die Entwicklung? «Das Projekt Rhesi wird uns im unteren Rheintal entwickeln, energieautarkes Bauen wird uns herausfordern. Wir müssen eine qualitativ hochstehende Verdichtung umsetzen – nicht kleinlich, sondern grosszügig», so der Ausblick in eine spannende Entwicklung des Rektors mit den besten Wünschen an die Zeichner und Zeichnerinnen, dass sie die Räume mitgestalten mögen. «Denken Sie an morgen, denn morgen ist heute schon gestern.»

Der Präsident des Berufsbildnerverbandes Zeichner, Urs Fischer, ging in seiner kurzen Ansprache auf die Worte von Beni Heeb ein und bestätigte seine Wahrnehmung, dass das Rheintal eine einzige Stadt sei – mit rund 200 000 Einwohnern. «Das braucht grosse Pläne bis so etwas entsteht. Es braucht aber nicht nur grosse Pläne, es braucht auch das Reden und das Zuhören.» Zuhören sei gut, aber selber studieren sei häufig besser. Mit ausbildnerischen Ratschlägen anhand von Erfahrungen und Beispielen in Bezug auf das Verhalten in der Paxis und gegenüber den Bauherrschaften beendete Fischer seine Ausführungen. Anschliessend wurden die Fähigkeitszeugnisse verteilt, bevor die Gäste zum Apéro geladen wurden.

Absolventen und Lehrbetriebe aus der W&O-Region:

Zeichner Fachrichtung Architektur: David Belleri, Weite, Schlegel + Hofer, Buchs, Note 5,1; Larissa Good, Mels, Märk Architektur, Buchs, Note 5,1; Jonathan Nägele, Grabs, Berger + Partner AG, Buchs, Note 5,1; Corina Fritz, Bad Ragaz, Rolf Giezendanner, Trübbach; Robin Sulser, Weite, atm3 ag, Grabs; Florian Till Weber, Schaan, Zogg + Freuler, Buchs.