BUCHS: Eine illustre Gästeschar

Die Jugendtheatergruppe des Fabriggli feierte am Mittwoch Premiere. Mit «Fly Away» wurden die Zuschauer auf eine Reise mit unvorhersehbarem Ausgang geschickt.

Mengia Albertin
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Unterschiedlicher könnte sie wohl kaum sein: Die Reisegruppe wartet am Gate auf den Abflug nach Miami. (Bild: Mengia Albertin)

Unterschiedlicher könnte sie wohl kaum sein: Die Reisegruppe wartet am Gate auf den Abflug nach Miami. (Bild: Mengia Albertin)

Mengia Albertin

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Im Stück «Fly Away» verfolgte man den Flug einer Reisegruppe mit illustren Figuren nach Miami. Alle Teilnehmenden hatten ihre Reise – wie sollte es wohl anders sein – bei einem Wettbewerb im «Werdenberger und Obertoggenburger» gewonnen. So unterschiedlich wie eine Leserschaft war denn auch die Zusammensetzung der Gruppe. Der Jugendtheatergruppe gelang ein humorvolles Stück, welches verschiedene alltägliche Details einer Flugreise in Szene setzte. So zum Beispiel die Extrawünsche der Passagiere oder das leidige Warten vor der Flugzeugtoilette.

Jeder junge Schauspieler befand sich während des gesamten Stücks auf der Bühne und schlüpfte laufend in neue Rollen. Mit wenigen Utensilien und unaufgeregtem Bühnenbild ergaben sich fliegende Wechsel und die Besucher blieben konzentriert bei der Sache.

Dass es sich bei der Aufführung um die Premiere handelte, war für die Zuschauer nicht bemerkbar. Die Schüler überzeugten mit grosser Spielfreude, höchster Aufmerksamkeit und Leidenschaft – der Zusammenhalt der Gruppe und der Spass am Werk war zu spüren.

Geschichte aus Ideen und Fantasien der Schüler

Die Jugendtheatergruppe des ­Fabriggli besteht aus Schülern von zwölf bis sechzehn Jahren. Die aufgeführte Geschichte entstand ganz aus den Ideen und Fantasien der Jugendlichen. In den Proben wurde viel improvisiert. Es ergaben sich mit der Zeit ausgereifte Charaktere jedes einzelnen Teilnehmers.

Diese wurden von der Leitung der Jugendtheatergruppe dramaturgisch überarbeitet und in eine Geschichte verpackt. Begleitet und geleitet wurden die jungen Laienschauspieler von ­Peter Sutter und Kristin Ludin. Sutter ist pensionierter Ober­stufenlehrer, gehört seit den Anfängen zum Kleintheater und hat in zahlreichen Produktionen massgeblich mitgewirkt. Er war bei der diesjährigen Jugendtheater-Produktion besonders zu Beginn mit den Jugendlichen beschäftigt.

Gegen Schluss übernahm ­Ludin. Seit Oktober spielte die 11-köpfige Gruppe einmal in der Woche. Die letzten Wochen vor der Premiere waren es sogar zweimal und die finalen Proben besetzten gar ein ganzes Wochenende.

«Jugendliche lernen mit Druck umzugehen»

«Ich finde solche Projekte wichtig, denn die Jugendlichen lernen, konzentriert auf einen Punkt hin zu arbeiten und dann mit dem Druck und der Nervosität umzugehen», meint Ludin. Sie unterrichtet Theaterpädagogik und Theaterspiel an der Pädago­gischen Hochschule St. Gallen. Nebenbei führt die ausgebildete Pantomime-Künstlerin an diversen Theaterproduktionen Regie.

Mitgespielt haben in «Fly Away» Adrian Basinski, Aline Rohrer, Clarisse Keller, Guilia Ubaldini, Julia Koweindl, Kara Ölke, Leonie Pflüger, Lina Strässle, Lisa Hintermann, Livia Rohrer und Robin Kühn. Für die Technik war an diesem Abend René Engler zuständig.

Nach dem Anstossen mit ­Rimuss in der Künstlergarderobe genossen die engagierten Laienschauspieler ihren Erfolg und eine verdiente «Miami-Bowle» im Fabriggli-Beizli – trotz Schule am nächsten Tag.

Am kommenden Samstag wird «Fly Away» um 20 Uhr ein zweites und letztes Mal aufgeführt werden.