Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

BUCHS: Eine besondere Mischung genossen

Der Kulturherbst in der Stüdtlimühle Buchs hatte am Samstagabend zu Geschichten und Gitarrenklängen eingeladen. Geboten wurde den Besuchern ein ungewöhnlicher, eindrucksvoller und meisterhafter Abend.
Malou Ebneter
Caroline Capiaghi (Erzählerin) und Steffen Krausse (Musik) sorgten für einen ganz speziellen Dialog. (Bild: PD)

Caroline Capiaghi (Erzählerin) und Steffen Krausse (Musik) sorgten für einen ganz speziellen Dialog. (Bild: PD)

Malou Ebneter

An einem kühlen Septemberabend eintauchen in Liebesgeschichten, dazu umrahmt von stimmigen Gitarrenklängen und Liedern: Da kommen bereits wieder Frühlingsgefühle auf.

Caroline Capiaghi zauberte mit ihren Geschichten von ungewöhnlichen, überraschenden Liebesbeziehungen manchem Besucher einen träumerischen Ausdruck aufs Gesicht. Sie versteht es meisterhaft, in ihrem Dialekt, untermalt mit lebhafter Gestik, eine besondere Atmosphäre zu schaffen. Steffen Krausse begleitete die Erzählungen mit passenden Geräuschen und wunderbaren klassischen und eigenen Kompositionen und Liedern. Dadurch wurden die Märchen zu einem echten Dialog zwischen zwei Menschen und dem Instrument.

Die Geschichten spannten einen weiten Bogen von Japan über Norwegen, Litauen und bis in den Orient. Lustig endete die Wette von Floh und Laus, die ein schönes Mädchen betören wollten. Tragisch die Erzählung aus Litauen, denn der junge Ehemann folgte seiner Frau als Schwan, fort von der bösen Schwiegermutter.

Geschichten aus der Mythologie enthalten tiefe Weisheiten. Wer die weisse und die schwarze Blume isst, gebärt Zwillinge, die beide Seelenaspekte verkörpern. Das eine Kind wunderschön; das andere, hässliche, hat eine Zottelkappe auf dem Kopf und reitet kochlöffelschwingend auf einem Geissbock durch die Gegend. Selbstverständlich vereinen Abenteuer und Mut die beiden Pole in eine glückliche Symbiose.

Sinnliches und Weiches aus dem Orient

Der Orient kennt besonders sinnliche und weiche Märchen. Wer wünscht sich nicht ein Töpfchen, das selbstständig Essen, Schmuck und gar einen jungen Mann, schöner als der Vollmond, direkt aus dem Hamam herbeischafft! Und wie erreicht man es, seine heiratsunwillige Tochter zu verheiraten. Das schafft nur ein schöner junger Haschischraucher, der mit Unterstützung seiner Wasserpfeife die Königstochter drei Mal aus dem Schlaf wecken kann, so dass es ihr gefällt.

Zum Schluss gab es noch ein Rezept, wie auch eine längere Beziehung gelingen kann. Die Geschichte vom «Zungenfleisch» zeigt, dass die Sultanin trotz Ehemann, feinster Speisen und Luxus immer dünner und kränker wird. Der Sultan tauscht sie aus gegen die runde, gesunde Frau eines armen Mannes. Darauf wird auch diese im Palast immer kränker, die Sultanin hingegen wieder gesund und rund. Dank des armen Mannes, der das «Zungenfleischrezept» für den Abend kennt: viele Geschichten, Anekdoten und Erlebnisse des Tages erzählen, beim Essen und Trinken zusammensitzen und die gute Stimmung mit einer Prise Erotik würzen.

Dieser zweite Anlass aus dem diesjährigen Programm der Kulturstüdtlimühle war eine echte Perle und entliess die Besucher in schöner Stimmung nach einem feinen Apéro nach Hause.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.