BUCHS: Ein Wolf am Buchserberg

Am Samstag sollen an drei verschiedenen Orten oberhalb der Stadt Wölfe gesichtet worden sein. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei bestätigt lediglich eine Meldung.

Katharina Rutz
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Drei Wolfssichtungen soll es letzten Samstag in der Gemeinde Buchs gegeben haben. (Bild: Benjamin Manser (Winterthur, 18. Februar 2016))

Drei Wolfssichtungen soll es letzten Samstag in der Gemeinde Buchs gegeben haben. (Bild: Benjamin Manser (Winterthur, 18. Februar 2016))

Katharina Rutz

katharina.rutz@wundo.ch

Gleich drei Mal soll am Samstag, 4. März, oberhalb von Buchs ein Wolf gesichtet worden sein. Etwa um zehn Uhr will ein Holzer beim Steinbruch am Buchserberg einem Wolf begegnet sein. Eine Stunde später behauptet eine ­Familie, beim Kiessämmler oberhalb der Mühle Senn ebenfalls den Wolf gesehen zu haben. Und schliesslich erzählen Wanderer im Restaurant Alvier, ebenfalls einen jungen Wolf bei der unteren Tobelbrücke beobachtet zu haben. Diese Beobachtungen hat Martin Keller, Präsident der Vereinigung zum Schutz der Weidetierhaltung und ländlichem Lebensraum der Kantone Glarus, St. Gallen und beider Appenzell (VWL), gesammelt und auf der Webseite der VWL samt Übersichtskarte publiziert. Auch die Meldung an den zuständigen Wildhüter Silvan Eugster habe man gemacht, so Keller auf Anfrage des W&O. Konkrete Per­sonen nennt er keine.

Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF) bestätigt, dass sich eine Person bei Silvan Eugster gemeldet hat. «Wir haben also nur eine Meldung über eine ­einzige Sichtung, diese tönt ver­nünftig. Die restlichen Hinweise konnten trotz Nachforschung nicht bestätigt werden», sagt ­Dominik Thiel, Leiter des ANJF. «Der richtige Weg ist, eine Wolfsbeobachtung beim zuständigen Wildhüter zu melden», so Thiel weiter. Sven Baumgartner von der Fachstelle Herdenschutz am Landwirtschaftlichen Zentrum Salez wurde heute informiert. Die Fachstelle betreibt einen SMS-Alarm. Dieser ist in vier ­Regionen eingeteilt, darunter Toggenburg und Werdenberg-Rheintal. «Da die Sichtung bereits zwei Tage zurückliegt, die Tiere noch eingestallt sind und es keinen Riss gab, machen wir in diesem Fall keine Information», sagt Sven Baumgartner. «Tatsache ist, dass jederzeit und überall im Kanton St. Gallen mit einem Wolf zu rechnen ist», sagt Thiel.

Erste Risse in der Region im Jahr 2015

Am 27. Juli 2012 war erstmals seit 150 Jahren wieder ein Wolf im Kanton St. Gallen unterwegs. Im Jahr 2015 gab es die ersten Risse von Wölfen sowohl im Toggenburg als auch im Werdenberg. Am 23. August 2015 hat ein Wolf auf einer Alp auf dem Tanzboden eine junge Ziege gerissen. Am 11. September 2015 hat ein Wolf im Raum Werdenberg sieben Schafe getötet.