BUCHS: Ein Flickwerk verhindern

Die Stadt stellte am Donnerstagabend an einem Infoanlass das Betriebs- und Gestaltungskonzept St.Gallerstrasse/Churerstrasse vor. Die Strasse soll funktional verbessert und sicherer werden.

Hanspeter Thurnherr
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Der Verkehrsknoten beim Rathaus und die hier geplanten behindertengerechten Bushaltestellen mit einem Mittelstreifen als «Überholhilfe» führten am Infoanlass zu den meisten kritischen Voten. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Der Verkehrsknoten beim Rathaus und die hier geplanten behindertengerechten Bushaltestellen mit einem Mittelstreifen als «Überholhilfe» führten am Infoanlass zu den meisten kritischen Voten. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Hanspeter Thurnherr

Stadtpräsident Daniel Gut entschuldigte sich zu Beginn, dass der Anlass zu kurzfristig angesagt wurde. Darum finde er am 20. Dezember ein zweites Mal statt. Mit dem Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK) sollen bekannte Probleme gelöst und die Unfallgefahr gesenkt werden. Das Konzept sage, dass nicht gleich gebaut werden könne. «Es ist in den nächsten Jahren zu vertiefen.» Es sei zusammen mit dem Kanton und mit einer Begleitgruppe mit Vertretern verschiedenster Interessensgruppen entwickelt worden. Viele Einwendungen seien aufgenommen worden. Die Stadt erwarte nun weitere Rückmeldungen aus der Bevölkerung.

Verkehrsplaner Markus Birchler stellte zuerst die Ergebnisse der Verkehrsanalyse vor, welche dem BGK zu Grunde liege: «Denn wir planen nicht nur für den Autoverkehr.» Zwei zentrale Fragen: Wie kann die Situation für Bus und Postauto verbessert werden, um die Fahrplanzeiten einzuhalten? Wie bringt man die Fussgänger sicherer über die Strasse? Fehlende Trottoirs, mangelhafte Trottoirüberfahrten, keine gute Veloinfrastruktur auf der Hauptstrasse seien die wichtigsten Feststellungen. Die Unfallanalyse zeige, dass es keinen Schwerpunkt gebe. Die Unfälle passierten verteilt.

Grobkonzept listet die Massnahmen auf

Die Erkenntnisse der verschiedenen Ebenen wurden in einem Grobkonzept zu einem «sinnvollen Gefüge» zusammengesetzt. Die markantesten Ergebnisse:

• Die Vielfalt bei den Fussgängerquerungen sollen vereinheitlicht werden: mehr Mittelinseln, die zudem mit den Bushaltestellen übereinstimmen;

• Kernfahrbahnen ;

• Velostreifen;

• Kreisel am Knoten Rheinaustrasse;

• Busbevorzugung mit Lichtsignal bei der Ausfahrt Bahnhofstrasse;

• Linienführung des Busses mit Haltestelle bei der Migros auch in Richtung Sargans;

• Überholbarkeit der Busse alle zwei bis drei Bushaltestellen.

Florin Scherrer, Projektleiter Tiefbauamt Kanton, erläuterte anschliessend die weiteren Schritte. Nach der Erarbeitung des BGK werden Kanton und Stadt gemeinsam Vorprojekt und Bauprojekt erarbeiten und in die Vernehmlassung schicken. Erst wenn die Stadt verbindlich Ja dazu sagt und die Finanzen bereitstellt (je nach Kostenhöhe über Beschlüsse der Bürgerversammlung oder an der Urne), wird die Kantonsregierung über die Genehmigung befinden. Es folgen öffentliche Planauflage, je nachdem Einsprache- und Landerwerbsverhandlungen und Arbeitsausschreibungen. «Es ist unmöglich zu sagen, wenn Baubeginn möglich ist. Es sind viele Schritte und Hürden zu nehmen», sagte Scherrer. Von den Gesamtkosten innerhalb des Strassenperimeters werden die Bundesgelder aus dem Aggloprogramm, Ohnehinkosten und Sonderkosten der Stadt abgezogen. Von den verbleibenden anrechenbaren Kosten übernimmt der Kanton 65 Prozent, die Stadt 35 Prozent.

Stadtrat August Wehrli fasst zusammen, was Buchs an der Kantonsstrasse erhalte: beidseitig Trottoirs, mehr Sicherheit für Fussgänger an den Querungsstellen, Bushaltestellen kombiniert mit Querungsstellen, behindertengerechte Haltestelle Rathaus auf beiden Seiten, dank Haltestelle Migros bessere Erschliessung des Zentrums, neuer Kreisel Rheinaustrasse, mehr Bäume an der Kantonsstrasse – und dies zu verträglichen Kosten. «Es ist wichtig, dass die Bevölkerung Ja sagt, sonst bekommen wir ein Flickwerk», schloss Wehrli.

Umsetzung soll in drei Etappen geschehen

Wie Daniel Gut erklärte, soll die Umsetzung in drei Etappen geschehen, für die jeweils ein eigener Kredit beantragt werde. Die erste Etappe umfasst das Zentrum vom Kreisel Rheinau bis nach dem Rathaus. Hier sei der dringendste Handlungsbedarf. Etappe zwei reicht vom Rathaus bis zur Grabser Grenze, die dritte die Churerstrasse vom Kreisel Rheinau bis Oberräfis. Einzelne Elemente könnten in allen drei Etappen vorgezogen werden. «Dabei dient uns das BGK als Richtschnur, selbst wenn es nicht 1:1 genehmigt wird», sagte der Stadtpräsident.

In der Diskussion gab insbesondere der Knoten Rathaus und die dortigen Bushaltestellen zu kritischen Voten Anlass. Stadtpräsident und Planer versprachen, die Kritik und Anregungen aufzunehmen und sie nochmals vertieft zu prüfen.

Zweiter Infoanlass

Dienstag, 20. Dezember, 19 Uhr, Aula Flös