BUCHS: «Dieser Fehler ist störend»

Die Umsetzung der Zone 30 im Raum Hanfland wurde wegen der Baustelle Bahnhofplatz forciert, um Ausweichverkehr durchs Wohnquartier zu vermeiden. Dabei kam es zu Pannen, die nun nachgebessert werden.

Heini Schwendener
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Zone 30 im Hanfland gilt, auch wenn derzeit die Pfosten der Signalisation fehlen, weil sie ersetzt werden müssen. (Bilder: Heini Schwendener)

Zone 30 im Hanfland gilt, auch wenn derzeit die Pfosten der Signalisation fehlen, weil sie ersetzt werden müssen. (Bilder: Heini Schwendener)

Heini Schwendener

heini.schwendener@wundo.ch

Ein Leserbriefschreiber (vgl. W&O vom 7. Juli) hat sich über die Betriebsamkeit des Buchser Werkhofpersonals gewundert, das an einem Montag Löcher für Pfosten der Zone-30-Signalisation bohrte, die Pfosten danach einsetzte, sie aber nach zwei Tagen wieder entfernte und die Löcher abdeckte.

Dass die Pfosten im Raum Hanfland so schnell wieder verschwunden sind, ist auf eine Intervention von Stadtpräsident Daniel Gut zurückzuführen, der bei einer Velofahrt festgestellt hat: «Diese Pfosten waren gar nicht gut sichtbar. Ich empfand sie sogar als gefährlich.»

Hanfland aus aktuellem Anlass vorgezogen

Rückblende zur Vorgeschichte: Im Richtplan 2011 ist verankert, dass in allen Wohnquartieren der Stadt Tempo-30-Zonen eingerichtet werden, mit dem Ziel, die Sicherheit und die Lebensqualität der Anwohner der Quartier­strassen zu erhöhen. Vielerorts sind diese Zonen bereits umgesetzt. Das grosse Wohngebiet Hanfland wäre eigentlich später auf der Liste gestanden. Wegen der Baustelle für den neuen Bushof wurde das Hanfland aber vorgezogen. Durch die Einführung der Zone 30, so Stadtpräsident Gut, wolle man nämlich verhindern, dass der Verkehr auf der Suche nach Ausweichrouten sich durchs Hanfland-Wohnquartier zwängt. Die Bevölkerung wurde informiert, das Projekt aufgelegt und schliesslich, nach einigen Anpassungen, von der Abteilung Verkehrstechnik der Kantonspolizei auch bewilligt.

In einer Zone 30 braucht es bauliche Massnahmen, eine Tafel am Eingang genügt nicht. Fahrbahnverengungen wurden auf dem Asphalt eingezeichnet und Löcher für die Pfosten gebohrt. «Längerfristig sind an diesen Stellen Bäume vorgesehen», so Daniel Gut. Dass zuerst mit Pfosten signalisiert wurde, hat verschiedene Gründe: Einerseits finanzielle, denn das Budget hätte nicht flächendeckend für Bäume gereicht. Ausserdem sind die Pfosten schneller montiert und, ganz wichtig: Wenn es sich zeigt, dass sich eine Fahrbahnverengung in der Praxis an der einen oder anderen Stelle nicht bewährt, können Pfosten und Markierungen schnell umplatziert werden. Doch dann sind zwei Fehler passiert, wie Daniel Gut auf Anfrage des W&O offen eingesteht. Erstens wurden von der Stadtverwaltung die falschen Pfosten bestellt, nämlich zu dünne, die zudem auch farblich nicht dem Zweck dienlich sind, sondern im Gegenteil eine gefährliche Situation für die Verkehrsteilnehmer erzeugten. «Zweiter Fehler: Die Pfosten wurden zu weit in den Strassenraum hinein gesetzt», so Daniel Gut. Eine Korrektur war umgehend notwendig. Die gefährlichen Pfosten wurden entfernt.

«Falsche» Pfosten für andere Zwecke verwenden

Mit der Kantonspolizei kam es noch einmal zu einem Augenschein. Dabei wurde auch gleich bestimmt, wohin die eine oder andere Zone-30-Markierung, die augenfällig am falschen Ort geplant worden war, versetzt werden muss. Sobald die neuen Pfosten eingetroffen sind, werden sie montiert. Die «falschen» können für andere Zwecke gebraucht werden. Gut geht davon aus, dass die noch ungebrauchten Pfosten vom Lieferanten zurückgenommen werden. Ein grosser finanzieller Schaden sollte somit durch diese Panne bei der Bestellung der Posten der Stadt nicht erwachsen.