BUCHS: Die gemütliche Welt der «Flöhe»

Der Flohmarkt beim Werdenbergersee steht heuer im 31. Jahr seit Bestehen. Am Samstag vereinte der monatliche Treffpunkt erneut viele Verkäufer und Käufer auf dem Marktplatz.

Hansruedi Rohrer
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Ein sizilianischer Pizzabäcker und andere Raritäten bei Helmut Höfler.

Ein sizilianischer Pizzabäcker und andere Raritäten bei Helmut Höfler.

Hansruedi Rohrer

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Der Buchser Flohmarkt wurde im Jahre 1986 ins Leben gerufen. Seither erfreut er sich einer ungebrochenen Beliebtheit bei Händlern und Käufern. Am Samstag herrschte sommerlich-sonniges Flohmarktwetter mit lauter gut gelaunten Marktfahrern, Besucherinnen und Besuchern. Die meisten wenigstens.

Seit Beginn, also seit 31 Jahren, in Buchs dabei ist Max Dendorfer mit seinem Verkaufsstand. Dort bietet er verschiedene Ansichtskarten sowie Schmuck, Uhren und Münzen an. Er wohnt in Chur und ist eigentlich Sammler alter Ansichten von Graubünden. Wenn der pensionierte Konditor aber nach Buchs kommt, nimmt er vor allem Ansichtskarten aus der hiesigen Region mit. Max Dendorfer ist schon lange Sammler und Händler und besucht auch Märkte in Chur oder Parpan. Nebst Materialien aus Hausräumungen oder Nachlässen beschaffen sich Händler aber auch gute Stücke aus anderen Flohmärkten zum Wiederverkauf.

Seltene Sachen sind ein Blickfang

Ein grosser Überseekoffer und eine lustige Pizzaiolo-Figur fallen bei einem anderen Marktfahrer auf. Helmut Höfler aus dem Fürstentum Liechtenstein kommt gerne nach Buchs. «Schon wegen dem Schloss Werdenberg als Kulisse und wegen den vielen Leuten. Ja, und auch das Wetter ist hier interessant!» Heutzutage werde zwar alles gekauft und jeder sammle irgendwas, sagt er. Deshalb habe er heute wieder mal etwas anderes mitgebracht. Nebst den zwei genannten Raritäten sind es noch Intarsien- Tische und ein gerahmtes Bild von Karl Bickel. «Das sind zwar eher seltene Sachen, aber sie sind ein Blickfang.» Er deutet bei diesen Worten auf die eben eingetroffene Besuchergruppe beim Überseekoffer hin.

Cornelius Keller aus Goldach ist diplomierter Primarlehrer und Klavierlehrer. Seit 1987 kommt er mehr oder weniger regelmässig nach Buchs und schlägt sein Imperium seit jeher unter den schattigen Lindenbäumen beim Musikheim auf. Vielleicht eben, weil er auch Musiker ist. Doch Spass beiseite – oder doch nicht: Cornelius Keller ist die Fröhlichkeit in Person. Ohne lustigen Spruch geht nichts. Flohmarkt sei ein reines Hobby, sagt er. «Und es ist Therapie für mich.» Er komme auch, wenn es stürmt. Verkaufen tue er hier «alles, was Gott nicht verboten hat», meint er augenzwinkernd. In der Hauptsache sind das alte Schallplatten und CDs.

Neu im Club der Flohmärktler sind die beiden Schwägerinnen Claudia und Romy Sulser aus Buchs und Hombrechtikon. Von einem der Ehemänner haben sie ein Jahres-Abonnement für ihren Verkaufsstand am Buchser Floh- und Antiquitätenmarkt erhalten. «Damit wenigstens daheim Ordnung herrscht», sagen die beiden. Somit wird gleich deutlich, dass es die beiden Damen gerne lustig und gemütlich haben. Deshalb haben sie immer einen oder mehrere gute Sprüche auf den Lippen. Die beiden Novizinnen sind froh, dass sie den Händlernachbarn Flury Meng haben. Denn er vermittelt ihnen gerne den einen oder anderen Tipp für einen erfolgreichen Verkauf. Den beiden coolen, jungen Frauen macht das «Flohmärktlen» sichtlich Spass.