BUCHS: Das Wolfsrudel reduzieren

Am Sonntag tagten die Delegierten des kantonalen Schafzuchtverbandes St. Gallen. Der Buchser Schafzuchtverein WAS war dabei der gute Gastgeber.

Hansruedi Rohrer
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Der langjährige Schafschauexperte Ernst Hanselmann (links) hat von Verbandspräsident Martin Keller die Urkunde erhalten. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Der langjährige Schafschauexperte Ernst Hanselmann (links) hat von Verbandspräsident Martin Keller die Urkunde erhalten. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Hansruedi Rohrer

Kantonalpräsident Martin Keller (Buchs) begrüsste 60 Stimmberechtigte und 28 Gäste zu Versammlung, Apéro und Mittagessen. Zu den Gästen zählten unter anderen auch Nationalrat Walter Müller, Alwin Meichtry als Präsident des Schweizerischen Schafzuchtverbandes und Peter Nüesch als neuer Präsident des kantonalen Bauernverbandes. Beat Schär, Präsident WAS Buchs, stellte den gastgebenden Verein Buchs vor und erwähnte dessen 50-jähriges Bestehen. Dabei konnte er sogar mit Hans Pernet ein aktives Gründungsmitglied willkommen heissen.

Grussworte überbrachten Stadtrat Hans Peter Schwendener, der die Schafzucht nicht nur menschlich prägende Kultur nannte, sondern die auch einen Eckpfeiler der Religion darstelle, sowie Heini Senn als Präsident der Ortsgemeinde. Letzterer stellte die Organisation und deren Leistungen für die Allgemeinheit vor, und er gab humorvoll zu, dass er bis anhin nicht gewusst habe, von welcher Rasse Schaf das auf seinem Grill gegarte Lammgigot sei. Später wandte sich auch Angelo Rizzi vom bündnerischen Schafzuchtverband an die Versammelten.

Effizientes Management der Herden ist wichtig

Martin Keller führte durch die Punkte der Traktandenliste. Die Verbandsrechnung 2016 schliesst mit einem Gewinn von 1245 Franken ab, die Marktrechnung mit einem Gewinn von 1057 Franken, und das Budget 2017 für das Schau- und Herdenbuchwesen rechnet mit einem ausgeglichenen Betrag von 33000 Franken. Mit seinem Jahresbericht blickte der Verbandspräsident nochmals auf die Aktivitäten und Ereignisse des vergangenen Jahres zurück. Gestartet wurde dieses mit der Delegiertenversammlung in Gamprin. Ein effizientes Herdenmanagement sei bei der Schafzucht gefragt, sagte der Präsident. Deshalb konnte als Teil der Weiterbildung auch eine Fachtagung für Betriebs- und Herdenmanagement durchgeführt werden.

Im Zusammenhang mit dem Wolfskonzept wünsche sich der Verband, dass das Wolfsrudel reduziert werden könne, und zwar unbürokratisch, sagte Martin Keller. Dabei verwies er auf Wolfsrisse, zum Beispiel am Wangserberg. Als Kernthema des Verbandes aber blieben die Beständeschauen mit der Bewertung vieler Tiere im letzten Jahr auf bestens eingerichteten Schauplätzen. Ein Thema ist auch das Abstammungsprotokoll mittels DNA, mit dem sich der Züchter befassen muss. Der Käufer möchte nämlich den Abstammungsnachweis in der Hand halten.

Ruhiger Absatzmarkt bei der Wolle

Der Absatz von Wolle verlaufe momentan ruhig am Markt, war vom Präsidenten weiter zu hören. Swiss Wool kaufte im letzten Jahr in der Schweiz 350 Tonnen ein. Marktpräsident Roland Tschudi blickte auf den letztjährigen Ostschweizerischen Widder- und Zuchtschafmarkt mit 600 angemeldeten Tieren in Sargans zurück. Das Konzept für 2017 werde überarbeitet. Berni Hardegger (Grabs) erwähnte in seinem Rückblick auf die Schlachtschafmärkte, dass die Qualität besser war als im Vorjahr. Der Herdebuchbestand beim St. Gallischen Schafzuchtverband beträgt zurzeit total 3685 Tiere, davon befinden sich 353 im Fürstentum Liechtenstein. Beim Arbeitsprogramm 2017 wurden unter anderem die Zwischenschauen am 4. März im Fürstenland, Sarganserland, Rheintal und Buchs genannt sowie das Wollafescht in Triesenberg (8. April), die Alpwanderung im Glarnerland (23. Juli), die Expertenweiterbildung (26. August) und der Zuchtschafmarkt in Sargans (23./ 24. September) erwähnt.

Zuchtbuchführer und Experten wurden geehrt

An der Versammlung konnten langjährige Zuchtbuchführer geehrt werden. Es sind: Barbara Abderhalden, Ebnat-Kappel (15 Jahre); Hans Stucky, Sargans (15 Jahre); Elmar Wüst, Oberriet (25 Jahre); Bernhard Wyss, Mels (30 Jahre); Konrad Zellweger, Diepoldsau (30 Jahre). Auch die Schafschauexperten Walter Frick aus Lenggenwil und Ernst Hanselmann aus Oberschan erhielten eine Urkunde für ihr langjähriges Wirken. Ernst Hanselmann war ganze 42 Jahre lang Experte.