BUCHS: Das Singen im Advent ist der Höhepunkt

Vor 17 Jahren waren es 30 Personen, die am offenen Weihnachtssingen teilnahmen – heuer waren es mindestens 260 Singfreudige. Sie kamen nicht nur aus der Region.

Heidy Beyeler
Drucken
Teilen
Peter Hasler projiziert die Liedtexte auf die Grossleinwand – und reist mit seiner Begeisterung alle Sängerinnen und Sänger mit. (Bild: Heidy Beyeler)

Peter Hasler projiziert die Liedtexte auf die Grossleinwand – und reist mit seiner Begeisterung alle Sängerinnen und Sänger mit. (Bild: Heidy Beyeler)

Wer eine Viertelstunde vor Beginn des offenen Weihnachtssingens in der Aula Flös einen Sitzplatz ergattern wollte, musste direkt Ausschau halten für eine freie Sitzgelegenheit. «Das ist ein Rekord», freute sich Peter Has­ler. 260 Stühle wurden parat gestellt – einige Besucher haben sich noch eine Sitzgelegenheiten organisiert.

Regelmässig teilnehmende Sängerinnen und Sänger kennen das grosse Interesse an diesem einzigartigen Anlass; sie strömten bereits vor 19 Uhr in die Aula Flös, um sich einen Platz zu sichern, obwohl das Konzert erst für 20 Uhr angesagt war. Jahr um Jahr kommen mehr und mehr Leute zum sinnlichen Adventssingen – geleitet von Peter Hasler.

Pünktlich stand der pensionierte Lehrer auf der Bühne und begrüsste motiviert die zahlreichen Gäste. Zu diesem Anlass – so sagte Hasler – darf er Leute aus der ganzen Ostschweiz willkommen heissen. «Es geht nicht darum, dass wir für die Zuhörerschaft singen, sondern uns selber eine Freude bereiten.»

Für jeden Adventstag ein besonderes Lied

Mit den folgenden Worten weckte er den Ehrgeiz der 260 Sängerinnen und Sänger zu Hochleistungen: «Vor zwei Wochen habe ich Helene Fischer gehört. Da kann ich gut und gerne sagen: Wir mit unserem Repertoire sind gar nicht so weit daneben.» Mit diesen Worten löste er spontanes Lachen im Publikum aus.

Zum Auftakt wählte Peter Hasler das Lied «Lasst uns froh und munter sein». Das war das Losungswort zur Aufmunterung – auch für Menschen, die eigentlich gar nicht singen, sondern lieber zuhören wollten. Mit diesem lockeren Lied hatte der Dirigent Hasler eigentlich die Leute auf seiner Seite.

Vom ersten Adventstag bis Weihnachten sind es 25 Tage, und so wählte der «Tätschmeister» Hasler 25 Lieder aus, die von gut 260 Singfreudigen gesungen und von ihm begleitet wurden. Übrigens: Viele von den Anwesenden besuchen das monatliche offene Singen mit Peter Hasler während des ganzen Jahres. Grossen Wert legte der Dirigent auf den Kanon «Dona nobis pacem» und liess die Singenden das Lied nochmals wiederholen, weil er mit dem ersten Vortrag nicht zufrieden war. Das zweite Mal war er sehr zufrieden. Auch später liess er da und dort das eine oder andere Lied nochmals singen, bis der Gesang perfekt war.

Lieder aus aller Welt

Die weihnachtlichen Lieder stammen mehrheitlich aus dem 19. Jahrhundert und sind in unseren Breitengraden bestens bekannt. «Oh Tannenbaum» war ebenfalls mit dabei und soll im 17. Jahrhundert entstanden sein. Allerdings fand es erst im 19. Jahrhundert als Volkslied Anerkennung. Der vorgetragene Text zu dieser Melodie wurde von Alois Ruch, Buchs, verfasst.

Neben den allgegenwärtigen Weihnachtsliedern standen auch weniger bekannte Volksweisen auf dem Programm, welche die Sängerinnen und Sänger mit Bravour vortrugen. Die Texte wurden als Hilfe auf die Grossleinwand projiziert, so dass keine sprachlichen Defizite entstanden. Es wurden Lieder aus aller Welt gesungen – aus Russland, Amerika und weiss der Himmel woher.

In der Pause gab es – so wie sich Sängerinnen und Sänger gewohnt sind – Getränke, Sandwiches und Kuchen. Danach wurde weiter gesungen.