BUCHS: Buntspecht-Tok-Tok und Nikon-Tak-Tak

Fotograf Fredy Buchmann braucht viel Zeit und noch viel mehr Geduld für seine Motive. Und doch hat er in all den Jahren Tausende von Vogelbildern gemacht. Sie werden dereinst der Vogelwarte Sempach gehören.

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Hinter seinem Tarnvorhang ist Fredy Buchmann mit seiner Nikon und dem 600er-Teleobjektiv stets einsatzbereit. (Bild: Heini Schwendener)

Hinter seinem Tarnvorhang ist Fredy Buchmann mit seiner Nikon und dem 600er-Teleobjektiv stets einsatzbereit. (Bild: Heini Schwendener)

Heini Schwendener

Monatlich publiziert der W&O ornithologische Beobachtungen. Seit einiger Zeit sind diese Aufzeichnungen jeweils mit einem tollen Vogelbild illustriert. Fast alle dieser Aufnahmen stammen aus dem riesigen Archiv des Buchser Fotografen Fredy Buchmann. Vor rund zehn Jahren hat er die Vogelfotografie für sich entdeckt. Seit seiner Pension pflegt der 71-Jährige seine Passion mit grossem Engagement. Stundenlang sitzt er an einem seiner Vogel-Hotspots in der Region und in den Ferien auch im Ausland. Dabei lichtet er alles ab, was ihm vor die Linse fliegt.

Auch eine Heckenbraunelle hatte Fredy Buchmann schon vor seiner Linse. (Bild: Fredy Buchmann)

Auch eine Heckenbraunelle hatte Fredy Buchmann schon vor seiner Linse. (Bild: Fredy Buchmann)


«Der Eisvogel gehört zur Königsdisziplin»

Ornithologen können wohl kaum eine heimische Vogelart aufzählen, die Buchmann nicht in seinem Archiv findet. Sein fotografischer Höhepunkt ist ein perfektes Bild eines Wiedehopfs, bei dem alles stimmt: Farben, Dynamikumfang, Komposition, Schärfe, Bokeh. Daneben gibt es ornithologische Höhepunkte. Buchmann kommt ins Schwärmen, wenn er vom Vogelzug auf Mallorca erzählt: «Da drehst du komplett durch, wenn du einen Sichler siehst und ihn auch noch fotografieren kannst.» Ausserdem weiss er aus Erfahrung: «Einen Eisvogel gut zu erwischen, das gehört zur Königsdisziplin.» Trotz Hightech-Kamera und lichtstarken Riesenteleskop: Ohne viel ornithologisches Wissen wären Buchmanns Bilder nie zustande gekommen. Er publiziert sie unter www.naturfotografie.ch (Fotograf Fredy Buchmann) sowie unter www.buchmann-fotos.ch.

Kommerzielle Interessen verfolgt der naturverbundene Fotograf nicht. Er bietet beispielsweise seine Fotos nicht Fachmagazinen an, denn er betreibt sein Hobby nur für sich. Wenn ihn allerdings jemand nach Bildern fragt, hilft er gerne aus. Buchmann könnte sich mit seinem Bilderfundus auch auf Vortragsreisen begeben und so etwas Geld für seine sehr kostspielige Fotoausrüstung dazu verdienen. Doch auch das ist nicht so sein Ding. Viel lieber nutzt der Buchser seine Zeit, um draussen seine gefiederten Motive zu fotografieren und um später drinnen am Computer seinen Bildern den letzten Schliff zu geben. Mit Herzblut betreibt Buchmann sein Hobby. Es entschleunigt ihn. Geduldig sucht er in der Natur mit dem Feldstecher die Umgebung ab, seine Nikon-Kamera steht «schussbereit» im Serienbildmodus auf dem Stativ. Umgeben nur von Vogelstimmen vergisst Fredy Buchmann dabei oft die Zeit.

Sein ohnehin schon riesiges Archiv wächst stetig weiter. Buchmann weiss, was dereinst mit ihm passieren wird: «Es ist bereits geregelt, dass meine Bilder einmal der Vogelwarte Sempach vermacht werden.»

Am Computer erhalten die Bilder den letzten Schliff. (Bild: Heini Schwendener)

Am Computer erhalten die Bilder den letzten Schliff. (Bild: Heini Schwendener)