BUCHS: Biber mitten im Quartier

Das grösste Nagetier Europas wagt sich in die Stadt vor. Am Wettibach hat der Biber in einem privaten Garten Obstbäume gefällt. Konflikte werden zunehmen.

Katharina Rutz
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Ein Biber hat mitten in einem Quartier in einem privaten Garten rund zehn Obstbäumchen gefällt und als Nahrung für sich abtransportiert. (Bild: Markus P. Stähli, wildphoto.ch)

Ein Biber hat mitten in einem Quartier in einem privaten Garten rund zehn Obstbäumchen gefällt und als Nahrung für sich abtransportiert. (Bild: Markus P. Stähli, wildphoto.ch)

Katharina Rutz

Der Biberbestand ist im Werdenberg ansteigend, und die nachtaktiven Tiere wagen sich bis in besiedeltes Gebiet vor. Im November 2015 gab es vom Biber gefällte Bäume am Werdenberger See. Nun hat sich auch ein Biber im privaten Garten von Hansruedi Keller in Buchs an Obstbäumen gütlich getan. Am Wettibach hat er rund zehn Bäumchen gefällt und kurzerhand abtransportiert. «Der Biber hat im Werdenberg die naturnahen Lebens­räume nun besetzt», sagt der zuständige Wildhüter Silvan Eugster. «Da er aber auch mit ganz kleinen Gewässern zufrieden ist und sich dort seinen Lebensraum nach seinen Bedürfnissen anpasst, werden Konflikte mit dem Menschen zunehmen», befürchtet er. In den letzten Jahren hat Eugster bereits einige Beratungsgespräche über den Umgang mit dem Biber geführt. Vereinzelt mussten beispielsweise Zuckerrübenfelder mit Elektrodraht geschützt werden, um grössere Schäden zu verhindern.

Für seinen privaten Garten kann Hansruedi Keller keinen Wildschaden geltend machen. Der Schaden ist für ihn allerdings nicht nur finanzieller Natur. Sieben Jahre lang hat er seine Obstbäume gehegt und gepflegt und sich jedes Jahr an ihren Früchten erfreut. Nun hat er die restlichen Bäume mit einem Drahtgeflecht geschützt. Laut Silvan Eugster ist dies ein wirksames Mittel gegen Biberfrass. Von Gehölzen ernähren sich die Biber mehrheitlich im Winter. Im Sommer fressen sie Gräser und Kräuter.