BUCHS: Bahnhofpaten bleiben wichtig

Seit knapp acht Jahren sind die Bahnhofpaten am Bahnhof Buchs unterwegs. Die ehemals turbulente Lage hat sich seither beruhigt. Die Präsenz der Paten gibt nach wie vor subjektive Sicherheit.

Mengia Albertin
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Die Bahnhofpaten im Gespräch mit einer Passantin. Die beiden sind dank ihrer «RailFair»-Weste gut zu erkennen. (Bild: Mengia Albertin)

Die Bahnhofpaten im Gespräch mit einer Passantin. Die beiden sind dank ihrer «RailFair»-Weste gut zu erkennen. (Bild: Mengia Albertin)

Mengia Albertin

mengia.albertin@wundo.ch

Vor kurzem suchten die Bahnhofpaten in Buchs neue freiwillige Mitarbeiter. Wie der Projektleiter Walter Schwendener dem W&O mitteilt, sollen neue Bahnhof­paten nicht zur Verstärkung dienen. Sie sollen abtretende Paten ersetzen.

«Einige der Paten haben wegen eines Wegzugs die Tätigkeit aufgegeben, andere führen die Freiwilligenarbeit aus anderen Gründen nicht mehr aus», sagt Schwendener. Im Moment sei die Situation rund um den Bahnhof eher ruhig. Die Präsenz der Paten auf dem Bahnhof-Areal sei dennoch nach wie vor wichtig. Besonders ältere Per­sonen würden die Anwesenheit begrüssen.

Buchser Bahnhof als Brennpunkt

Die Bahnhofpatinnen und Bahnhofpaten haben mit ihren Ein­sätzen am Buchser Bahnhof im Frühjahr 2009 begonnen. Damals war der Bahnhof ein Brennpunkt und machte schweizweit immer wieder als Drogen­umschlagplatz von sich reden. «Stimmen aus der Bevölkerung und Resultate aus Umfragen bestätigten, dass sich die Anwesenheit von Mitgliedern aus der ‹Bahnhofszene› negativ auf das subjektive Sicherheitsempfinden auswirkt», sagt Schwendener über die damalige Zeit. Man sei der Meinung gewesen, dass das Problem nicht zwingend durch ausgebildete Sicherheitskräfte gelöst werden muss.

An­dere Städte hatten mit den ­Bahnhofpatenschaften gute Erfahrungen gemacht und man ­entschied sich für einen Einsatz solcher Personen in Buchs. Das Projekt ist Teil des Präventionsprogramms «RailFair» der SBB. Ausbildungspartner ist das Schweizerische Rote Kreuz. Es hat eine Stei­gerung des Sicherheitsgefühls und sozialer Verantwortung zum Ziel.

Paten geben oft zu Fahrplänen Auskunft

Wie der W&O im Jahr 2013 berichtete, hat sich die Lage nach turbulenteren Zeiten – auch dank der Bahnhofpaten – dann in der Tat deutlich entspannt. Gleichzeitig habe sich durch die abendliche Präsenz das subjektive ­Sicherheitsgefühl erhöht, erzählte der Projektleiter damals. Dies gelte nach wie vor.

Die Aufgaben der Paten sind seit den Anfängen die gleichen geblieben. Sie sind im Zweierteam am Bahnhof unterwegs und markieren damit Präsenz. Sie vermitteln und melden sich bei Bedarf im Falle von Aggres­sionen, Vandalismus und Verschmutzung bei den entsprechenden Stellen. «Der Grund­gedanke des Projekts heisst Präsenz markieren und einfache Hilfestellung anbieten». Dies beinhaltet immer mehr auch die Fahrplanauskunft. «Da der SBB-Schalter früh geschlossen wird und sonst kein SBB-Personal sichtbar ist, wenden sich die Reisenden oft an die Bahnhofpaten», gibt Schwendener Auskunft. «Gerade zu Beginn der Umbauarbeiten am Bahnhof Buchs waren Informationen nach den Abfahrtsorten der Busverbindungen oft gefragt.»

Die Paten sind Frauen und Männer in unterschiedlichem ­Alter. Einige sind Rentner, an­dere berufstätig. «Bahnhofpate kann jeder werden, der sich in seiner Freizeit für eine sinnvolle Sache engagieren möchte», sagt der Projektleiter dazu. Wie in der Stellenausschreibung ersichtlich ist, findet für die Einsätze während fünf Tagen eine Ausbildung statt. Die Freiwilligen werden mit einem Halbtax-Abonnement für ihre Dienste entschädigt und Fahrspesen und Mittagessen werden übernommen.

Zu Pendlerzeiten sei die Präsenz im Allgemeinen weniger wichtig. Denn wenn viele Leute unterwegs seien, fühlten sich die Reisenden ohnehin sicherer.

Für Interessierte

www.bahnhofpaten-buchs.ch