BUCHS: Auf der Spur der Gnade

Der feierliche Gottesdienst vom Sonntag in der evangelischen Kirche war ganz der offiziellen Amtseinsetzung – der Installation – von Pfarrer Patrick Siegfried gewidmet.

Hansruedi Rohrer
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Dekan Renato Tolfo (links) setzte Patrick Siegfried (Mitte) ins Amt ein, rechts Daniel Lämmler, Präsident der Kirchenvorsteherschaft. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Dekan Renato Tolfo (links) setzte Patrick Siegfried (Mitte) ins Amt ein, rechts Daniel Lämmler, Präsident der Kirchenvorsteherschaft. (Bild: Hansruedi Rohrer)

Der festlich-musikalische Gottesdienst wurde von Dekan Pfarrer Renato Tolfo, Rebstein, eröffnet. Er sagte, dass er heute die schöne Aufgabe habe, Patrick Siegfried ins Amt einzusetzen. Doch zuerst soll er mit einem Gebet die Gaben des guten Geistes empfangen. Auch die Pfarrerkollegen Lars Altenhölscher und Marcel Wildi sprachen mit einem Gebet zu den Anwesenden. Die Auflockerung des Gottesdienstes besorgten die beiden Sängerinnen Marina Stumpf und Ladina Engler von der Go2be-Band zusammen mit den musikalischen Begleitern Jürg Birchmeier und David Wachter.

Tolfo überreichte Patrick Siegfried zuerst ein Sonnenglas, welches leuchtet, wenn es tagsüber aufgeladen wird. Auch Siegfried brauche manchmal eine Auszeit in der Sonne, um Energie zu tanken, sagte der Dekan. Das Sonnenglas enthalte Kies als Fundament, erklärte er weiter. Denn auch die Kirchenarbeit müsse man immer wieder auf ein Fundament stellen. Auf einem soliden Fundament von Gottes Segen soll schliesslich die Arbeit von Siegfried stehen. Zum Akt der Einsetzung wurden die Kirchenvorsteherschaft, der Konvent und die Pfarrerkollegen nach vorne gebeten. «Ihr alle seid verantwortlich, dass die Kirche auf einem guten Fundament steht», sagte der Dekan. Zusammen mit dem Team soll Siegfried nun die Menschen nach seinen Kräften begleiten und gemäss den Vorschriften der Evangelisch-reformierten Kirche wirken. Mit dem Gelübde wurde Siegfried nun offizieller Pfarrer der Evangelischen Kirchgemeinde Buchs.

Daniel Lämmler, Präsident der Kirchenvorsteherschaft, erwähnte, dass sich Siegfried vor rund drei Jahren bei ihm vorstellte. Schon nach einer Viertelstunde hätte er angestellt werden können. Denn: «Du bist auch nicht perfekt, aber das ist gut so, denn sonst würdest du nicht zu und passen», sagte Daniel Lämmler. «Ich bin froh, in dieser Gemeinde zu wirken und dass diese Gemeinde auch nicht perfekt ist», sagte Patrick Siegfried. «Aber ich bin vom Buchser Team von Anfang an herzlich willkommen geheissen worden, und nun werden wir weiterhin gemeinsam unseren Weg gehen.»

Seine Predigt war dem Thema «Der Gnade auf der Spur» gewidmet. Ihm habe jemand zur Installation gratuliert, verriet Patrick Siegfried. «Diese Person wünschte mir alles Gute für das Leben im Stall, denn das meine doch die Installation – hineingeführt werden in einen Stall. Mir gefällt das Bild der Kirche als Stall. Denn es erinnert mich daran, dass mit einem Stall das Leben von Jesus aus Nazareth begann. Natürlich ist es im Stall nicht nur sauber, und es riecht nicht nur gut. Im Stall gibt es auch Mist.» Damit war er auch schon mitten im Thema: sich auf die Spur der Gnade machen. Gnade sei die Gegenbewegung zum Perfektionismus, sagte er später in der Predigt. «Gnade ist die gütige Kraft, sie lässt mich mit Halbheiten atmen. Sie gibt mir die Chance, anders zu sein.» Zum Abschluss unterstrich Siegfried das Gesagte in einer textlichen Meditation und präzisierte, dass Gnade auch Geschenk, Begabung, Solidarität, Zukunft, Schönheit, Kraft und die offene Tür ist. Anschliessend an den Gottesdienst waren alle zu einem Apéro riche eingeladen.

Hansruedi Rohrer

redaktion@wundo.ch

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