BUCHS: 75 Jahre Vereinstreue gehalten

Der im 91. Lebensjahr stehende Karl Schwendener wurde an der vergangenen Delegiertenversammlung des Schweizerischen Pontoniersportverbandes für 75 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

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Karl Schwendener (Mitte) wurde an der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Pontonier-Sportverbandes geehrt. (Bild: PD)

Karl Schwendener (Mitte) wurde an der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Pontonier-Sportverbandes geehrt. (Bild: PD)

Karl Schwendener ist seit 75 Jahren Pontonier und immer noch am Vereinsleben der Buchser Pontoniere interessiert. Den rüstigen Rentner trifft man immer noch regelmässig im Vereinshaus am Rhein an.

Karl wurde 1927 als Sohn des Andreas und der Marie Schwendener im Dorf Burgerau, in der Gemeinde Buchs geboren. Wie er 1933 als Sechsjähriger an der Einweihung des ersten Vereinshauses, dem Pontonierschopf, der Buchser Pontoniere dabei war, ist ist ihm noch in lebhafter Erinnerung. Sein Vater war damals Präsident «und so wuchs man da selbstverständlich hinein», wie der Jubilar berichtet.

Burgerauer waren als «Sannholzer» tätig

Die Burgerauer hatten immer schon eine spezielle Beziehung zum Rhein. Auch vor der Rheinkorrektion weigerten sie sich ihre Heimat aufzugeben oder auch nur vorübergehend vor drohenden Hochwassern zu fliehen. Im Gegenteil: Sie waren als «Sannholzer» (Sandholzer) tätig und zogen mit Haken und Stecken Holz aus dem hochgehenden Rhein auf die Sandbänke.

Dies natürlich vor allem mangels Alternativen, da die Bevölkerung grösstenteils mausarm war. Die Gründung des Pontonierfahrvereins Buchs war eine direkte Folge des Bruchs des Rheindammes bei Schaan im Fürstentum Liechtenstein und der Überschwemmung des Liechtensteiner Unterlandes im Jahr 1927. Die Buchser wollten gewappnet sein, falls der Damm einmal nicht auf der «rechten» Seite brechen sollte.

So kam es, dass auch Karl 1942 Jungpontonier wurde. Die Buchser übten fleissig das Wasserfahren auf dem Rhein, hatten aber noch viel zu lernen. Auch die Übungsbedingungen auf dem Rhein machten es ihnen nicht leicht. Die Wasserstände auf dem Alpenrhein schwanken stark und Hochwasser treten regelmässig in der Haupttrainingszeit im Vorsommer auf. Gleichwohl traten sie 1935 zum ersten Mal in Schmerikon an einem Wettfahren an. Mit bescheidenem Erfolg, wie der Chronist vermerkt. 1947 wurde Karl Fahrchef der Buchser Pontoniere, nachdem er zuvor bereits als Materialverwalter und Kassier im Vorstand tätig war. Als Fahrchef blieb Karl 27 Jahre im Amt. Als Karl als junger Mann bei den Pontonieren war, wurden noch am Sonntagmorgen um halb acht die Fahrübungen auf dem Rhein abgehalten. «Und wenn man danach ein Bier trinken wollte, musste man ins Dorf, denn wir hatten nichts», sagt Karl. Als Fahrchef war Karl auch oft «der böse Mann», wenn er seine Kameraden zu Disziplin anhalten musste. Denn wenn diese von zu Hause losgelassen waren und an Wettkämpfen auswärts antraten, neigten sie dazu, das Feiern zu übertreiben. Die erfolgreichen Wettkämpfer und die Ehefrauen der Pontoniere dankten es ihm im Nachhinein.

Karl war es, der die Disziplin «Gruppenschnüren» in Buchs förderte, da Erfolge im Wasserfahren weiterhin selten waren. Beim Schnüren jedoch kann unabhängig vom Wasserstand des Rheines trainiert werden. «Auch das Einzelschnüren ist auf meinem Mist gewachsen», berichtet Karl. 1984 fanden die ersten Einzelschnürwettkämpfe in der heutigen Form in Buchs statt und diese sind bis heute ein wichtiger und beliebter Bestandteil der Pontonierwettkämpfe. In der Folge wurden die Buchser zu einer Macht im Schnüren und brachten etliche Kränze und Titel nach Hause. Natürlich machte ein Empfang am Bahnhof Räfis-Burgerau mit einem Eidgenössischen Sieg viel mehr her und der Marsch durchs Dorf zur Feier im Kronensaal konnte mit stolzer Brust gemacht werden.

Entwicklungen, die bis heute prägen

Karl war Mitte der Siebzigerjahre eine der treibenden Kräfte beim Um- und Neubau des Vereinshauses. In diesen Jahren investierte er Hunderte von Frondienststunden als Mitglied der Baukommission und als gelernter Schreiner auf der Baustelle.

Nach seiner Zeit als Fahrchef war Karl auch über die Dauer von fünf Eidgenössischen Pontonierwettkämpfen als Kampfrichter tätig.Ebenfalls war er 1980 an der Gründung der Veteranenvereinigung der Buchser Pontoniere federführend und lange Jahre dessen Obmann. Für seine grossen Verdienste wurde Karl 1968 zum Ehrenmitglied und Ehrenfahrchef der Buchser Pontoniere ernannt.

Karl Schwendener ist nicht nur ein Pontonier mit Herzblut und grossem Einsatz, er hat auch stets die Situation der Buchser Pontoniere, sowie die Entwicklungen im Pontonierwesen analysiert und wegweisende Entwicklungen angestossen, welche die Buchser Pontoniere und den Pontoniersport im Allgemeinen bis heute prägen. (pd)