Blues eine Nummer kleiner

Das Blues- und Rockfestival Gams wird heuer nicht mehr an drei Tagen outdoor durchgeführt. Initiator Daniel Fäh organisiert stattdessen im Mai ein zweitägiges Indoor-Festival.

Armando Bianco
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GAMS. Drei Tage Blues und Rock, 1500 Zuschauer, ein sechsstelliges Budget, 60 Helferinnen und Helfer, viel Lob von (fast) allen Seiten: So hat sich das Blues- und Rockfestival in den letzten Jahren in Gams präsentiert. Treibende Kraft hinter dem musikalischen Grossanlass ist der Einheimische Daniel Fäh. Dieser hat sich nun entschieden, den Freiluftanlass auf zwei Abende zu redimensionieren und unter Dach in seinen Club S-Event im Industriegebiet Karmaad zu verlegen. «Aufwand und Ertrag haben sich zuletzt nicht mehr die Waage gehalten. Meine Investitionen haben ein Ausmass angenommen, das ich nicht mehr zu tragen bereit bin», sagt er im Gespräch mit dem W&O.

Alle Optionen denkbar

Obwohl der Support im Dorf bisher im Sinne eines «Geben und Nehmen» gross war, hat Daniel Fäh auch Enttäuschungen erlebt. Von der Gamser Gemeindebehörde hat er sich beispielsweise mehr Beachtung gewünscht, übt er Kritik. Immerhin habe der Anlass auch Wertschöpfung im Dorf generiert. Daniel Fäh zählt auf, dass er die Musiker in den Hotels in Gams untergebracht und auch einen grossen Teil der Verpflegung im Ort selbst bezogen hat. Nach dem Entscheid, das Festival in seinen Club zu verlegen, hat Daniel Fäh viele Stimmen in der Region gehört, die das bedauerten. «Das tut zwar sehr gut, aber was ich brauche, ist wie gesagt direkte Unterstützung.»

Ein vielseitiges Programm

Obwohl das Blues- und Rockfestival nun eine Nummer kleiner geworden ist, hält sich Daniel Fäh alle Optionen für die Zukunft offen. «Es ist denkbar, dass es schon nächstes Jahr wieder ein grösseres Festival gibt, ob nun in Gams oder in einer anderen Gemeinde. Dafür brauche ich aber zwingend Unterstützung.»

Das Programm am 23. und 24. Mai präsentiert sich übrigens durchaus attraktiv. Auf der Bühne im S-Event stehen werden die in der Region seit 20 Jahren beliebte Formation Bad to the Bone, der weitherum bekannte Sarganserländer Blueser Andy Egert mit Band sowie die Mojo Blues Band aus Österreich.

Für den rockigen Teil einstehen werden Hells Belles aus Deutschland, eine AC/DC-Coverband mit fünf Musikerinnen, sowie zur Eröffnung die Haager Punkrocker Crying Children. Diese Formation konnte im Jahr 2013 zwei Nachwuchswettbewerbe auf dem Schloss Werdenberg und in Vaduz gewinnen.

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