«Blaues Gold» jederzeit verfügbar

Die Mitglieder der Wasserversorgungskorporation Alt St. Johann-Unterwasser haben die Erneuerung der Hauptleitung Nesselhalden genehmigt. 42 Personen nahmen im «Drei Eidgenossen» an der Versammlung teil.

Adi Lippuner
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Fritz Looser, Präsident der Wasserkorporation (links), und Brunnenmeister Arthur Tobler freuen sich über die hervorragende Qualität des Wassers. (Bilder: Adi Lippuner)

Fritz Looser, Präsident der Wasserkorporation (links), und Brunnenmeister Arthur Tobler freuen sich über die hervorragende Qualität des Wassers. (Bilder: Adi Lippuner)

ALT ST. JOHANN. Trinkwasser in bester Qualität ist in unseren Breitengraden jederzeit verfügbar. Wie Fritz Looser, Präsident der Wasserversorgungskorporation Alt St. Johann-Unterwasser, betonte, kostet das kostbare Lebensmittel zudem fast nichts. «Einen Rappen muss für zehn Liter bestes Trinkwasser bezahlt werden», so seine Aussage am Freitagabend im Restaurant Drei Eidgenossen, Starkenbach, am Freitag abend.

Die andere Sicht auf das Trinkwasser zeigte Brunnenmeister Arthur Tobler auf. «In Nigeria kostet ein Liter Wasser mehr als ein Liter Benzin.» Dazu wurde den Anwesenden Einblick in die Profitgier von multinational tätigen Unternehmen gegeben. «Diese erwerben die Wasserrechte und füllen dann das Trinkwasser, welches der ansässigen Bevölkerung fehlt, in Flaschen ab. Einheimische können sich sauberes Wasser nicht leisten, Kinder und Erwachsene sind krank.» Dabei bleibe die Frage und offen: «Ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein Menschenrecht?».

Eindrückliche Zahlen

«Auf der ganzen Welt haben rund eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, 4500 Kinder sterben täglich wegen verschmutztem Wasser», so Arthur Tobler. Und noch eine Zahl: «Jeder sechste Erdenbewohner hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.»

Ganz anders in unseren Breitengraden: «Da fliesst das <blaue Gold> jederzeit und in bester Qualität aus dem Wasserhahn. Selbst kleine Unterbrechungen werden der Bevölkerung gemeldet. Wir sind uns oft gar nicht bewusst, dass wir bezogen auf das Wasser in einer äusserst privilegierten Situation leben», so der Brunnenmeister von Alt St. Johann-Unterwasser.

Erneuerung genehmigt

Trotz vier Wasserleitungsbrüchen im Berichtsjahr konnte Fritz Looser von einem erfolgreichen Betriebsjahr berichten. Diskussionslos wurde die Erneuerung der Hauptleitung zwischen dem Dorf Unterwasser und dem Gebiet Nesselhalden genehmigt. «Das genaue Alter steht nicht fest, aber ich gehe davon aus, dass sie noch aus den Anfängen der Wasserversorgung, also aus dem Jahr 1885 stammt», so der Präsident. Für die rund 400 Laufmeter Leitung wurde ein Kredit in der Höhe von 220 000 Franken gesprochen.

Es dürfe mit Beiträgen von je 15 Prozent von der Politischen Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann und der kantonalen Gebäudeversicherung ausgegangen werden, liess Fritz Looser die Anwesenden wissen. Zudem seien die Kosten innerhalb von längstens 15 Jahren zu amortisieren. Im Korporationsgebiet belief sich der Wasserverbrauch auf 223 000 Kubikmeter (Vorjahr 238 700 Kubikmeter). Gespiesen wird die Trinkwasserversorgung aus den Quellen Alplihals, Brustel, Mühle und dem Pumpwerk Widen. Behandelt wird das Trinkwasser mittels UV-Bestrahlung. Die 40 Proben des kantonalen Amts für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (AVSV) entsprachen, wie der Präsident ausführte, den chemischen und mikrobiologischen Anforderungen der Lebensmittelgesetzgebung.

Erfreuliche Mehreinnahmen

Die Betriebsrechnung 2014 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von gut 75 000 Franken, und dies bei Ausgaben von knapp 331 000 und Einnahmen von rund 406 000 Franken. Zum erfreulichen Abschluss haben, wie Fritz Looser betonte, die Mehreinnahmen beim Wasserzins und Wasserverkauf sowie beim Stromverkauf beigetragen.

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