Bistum lanciert eine App gegen die Heiratsflaute

ST. GALLEN. Immer weniger Paare heiraten kirchlich. Deshalb lanciert das Bistum St. Gallen in Kürze die App «Ja ich will!». Sie soll nicht nur der Hochzeitsflaute begegnen, sondern Paare auf dem Weg zur kirchlichen Heirat mit Tips und Impulsen begleiten.

Janique Weder
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ST. GALLEN. Immer weniger Paare heiraten kirchlich. Deshalb lanciert das Bistum St. Gallen in Kürze die App «Ja ich will!». Sie soll nicht nur der Hochzeitsflaute begegnen, sondern Paare auf dem Weg zur kirchlichen Heirat mit Tips und Impulsen begleiten.

Die Überlegung ist simpel. Die Kirche will, ja muss näher bei den Leuten sein. Und kaum etwas ist den 30-Jährigen näher als ihr Smartphone. «Darum haben wir uns entschieden, eine App für Paare zu lancieren, die kirchlich heiraten wollen», sagt Matthias Koller von der Fachstelle Partnerschaft – Ehe – Familie (PEF) des Bistums St. Gallen. Die App soll Paare auf eine moderne Weise auf den Weg zum Altar begleiten.

Tips via Push-Meldung

«Ja ich will!» heisst die App und soll bis zu den Sommerferien auf iOS sowie Android laufen. Paare können sich registrieren und erhalten dann wöchentliche Impulse in Form von Push-Mitteilungen. «Es sind insgesamt 57 Impulse, die von zehn Seelsorgern erarbeitet worden sind», sagt Koller. Dabei kann es sich um Tips zur Hochzeitsvorbereitung handeln – etwa wie ein Seelsorger bestellt werden muss oder wann sich Paare spätestens für eine Location entscheiden sollten. Der grössere Teil der Impulse dient laut Koller jedoch der Beziehungspflege. Sprüche wie «Wie sieht der Saldo auf Ihrem Liebeskonto aus?» oder «Eat together, pray together, love together» sollen Paare auch stimmungsmässig auf die Ehe vorbereiten.

Auf der App finden sich ausserdem Gebete – ob die wohl ernst gemeint sind? Jedenfalls entsprechen sie den gängigsten Geschlechterklischees. So lautet das Gebet für den Mann: «Starker ewiger Gott, schenke meiner Frau mehr Libido, mehr Wollust und Begierde und hilf mir ihre Bedürfnisse zu sehen. Amen.» Das Gebet für die Frau hingegen sagt: «Liebender barmherziger Gott, schenke meinem Mann endlich Mut, über seine Gefühle zu sprechen und hilf mir, seine Bedürfnisse zu sehen. Amen.»

Weniger kirchliche Trauungen

Die App ist einerseits also Wegbegleiterin und Ratgeberin. Andererseits will die Fachstelle PEF damit den jungen Leuten die kirchliche Heirat wieder näher bringen. Denn die Zahlen sehen nicht gut aus. Hat die katholische Kirche im Jahr 2000 noch 770 Paare verheiratet, waren es 2014 nur noch 500. Das entspricht einem Rückgang von rund einem Drittel in den vergangenen 15 Jahren. Im Vergleich: Die Anzahl zivilrechtlicher Trauungen in der Schweiz ist seit dem Jahr 2000 leicht gestiegen.