Bis zu 44 Arbeitsplätze sind gefährdet

Nach Jahren mit roten Zahlen sieht sich die Koenig Feinstahl AG in Sennwald gezwungen, einschneidende Massnahmen zu ergreifen. Bis Ende Mai werden alle Optionen geprüft. Im schlimmsten Fall droht die Betriebsschliessung und damit der Verlust von 44 Stellen.

Heini Schwendener
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Um die Koenig Feinstahl in Sennwald steht es nicht gut. Einschneidende Massnahmen stehen bevor. (Bild: pd)

Um die Koenig Feinstahl in Sennwald steht es nicht gut. Einschneidende Massnahmen stehen bevor. (Bild: pd)

SENNWALD. Die Koenig Feinstahl (KFS) mit 44 Beschäftigten in Sennwald und 22 in Dietikon sieht sich gleich dreifach herausgefordert, kämpft sie doch mit Preis-, Volumen- und Exportproblemen. Die Firma ist in der Blechbearbeitung tätig und beliefert Industriebetriebe, beispielsweise in den Sparten Möbel, Betriebseinrichtungen und Röhrenherstellung.

Drei Problemfelder

In jüngster Vergangenheit wurde die Situation für Koenig Feinstahl jedoch immer schwieriger. Wie Firmensprecher Martin Hess mitteilt, wurde der Wettbewerb aus dem Ausland durch Konkurrenten, die zum Teil in Besitz von KFS-Lieferanten sind, immer stärker. Zudem gab es im Inland einen Nachfragerückgang, weil KFS-Kunden ihre Produktionskapazitäten verkleinerten oder sogar ins Ausland verlegten. Gleichzeitig verringerten sich die Exportchancen immer weiter. Das Fass zum Überlaufen brachte der seit dem 15. Januar von der Schweizer Nationalbank freigegebene Eurowechselkurs. «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und auch mit undankbaren Massnahmen für das laufende Jahr ein ausgeglichenes Budget vorgelegt», erklärt Martin Hess auf Anfrage des W&O. Doch dann kam der 15. Januar.

Reissleine gezogen

Die ausländischen Mitbewerber erhielten auf einen Schlag einen markanten zusätzlichen Wettbewerbsvorteil, und gleichzeitig war auch die Inlandnachfrage rückläufig. «Ein für die nachhaltige Fortführung des Unternehmens notwendiges Ergebnis ist aus Sicht des Verwaltungsrates unter diesen Rahmenbedingungen nicht mehr möglich», heisst es in einer Medienmitteilung des Unternehmens.

Zumal die Koenig Feinstahl AG ja auch in den Jahren 2012 bis 2014 rote Zahlen hatte schreiben müssen, «und zwar jeweils in der Höhe von rund 30 000 Franken je Arbeitsplatz», so Hess. Der Verwaltungsrat hat nun also die Reissleine gezogen und die Geschäftsleitung beauftragt, bis Ende Mai alle Optionen zu prüfen – bis hin zur Betriebsschliessung. Die Belegschaft wurde gestern informiert. Auch die Standortgemeinden, das Amt für Wirtschaft und das RAV Sargans haben Kenntnis der Situation.

«Es gibt keinen Markt»

Welches Ergebnis diese Prüfung auch immer zeitigen wird, ein Abbau von Arbeitsplätzen kann kaum mehr ausgeschlossen werden. Man sei zwar in Gesprächen mit Kunden, die eventuell Interesse an diesem Teil der Wertschöpfungskette haben könnten, so Martin Hess, «aber eigentlich gib es gar keinen Markt». Der Geschäftsführung der Koenig Feinstahl AG sei es ein Anliegen, dass bei den einschneidenden Massnahmen, die bevorstehen, möglichst sozialverträgliche Lösungen erarbeitet werden. Sie habe daher Behörden und Mitarbeitende informiert und entsprechend in den Prozess eingebunden.

Zum grössten Teil Angelernte

Die Firma Koenig Feinstahl AG beschäftigt in der Schweiz 66 Personen. Die meisten von ihnen sind in ihren Berufen angelernt. Viele sind auch langjährige KFS-Mitarbeiter. Noch wurde niemandem gekündigt. Und wie der Entscheid Ende Mai auch ausfallen wird: Der Normalbetrieb wird gemäss Martin Hess noch bis Ende September weitergeführt, «wir erfüllen unsere Arbeitsverträge».

Koenig Feinstahl ist eine Gesellschaft der Debrunner Koenig Holding AG mit Sitz in St. Gallen, die wiederum ein Unternehmen der deutschen Kloeckner & Co ist, die weltweit 9700 Mitarbeiter beschäftigt. Bei Neuanstellungen in den KFS-Schwesterbetrieben wird geprüft, ob Feinstahl-Leute dafür in Frage kommen könnten.

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