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«Bis jetzt noch Glück gehabt»

Die Monate Mai und Juni brachten bis jetzt viel Regen. Das bekommt die Landwirtschaft zu spüren. Die Nässe erschwert Säen, Ernten, Heuen und Weiden. Gross gejammert wird aber nicht.
Hanspeter Thurnherr

REGION. Der Mai war zu nass, der Juni bisher auch. Und wenn diese Zeilen erscheinen, soll eine für diese Jahreszeit aussergewöhnliche Störungszone intensive Niederschläge «mit Unwetterpotenzial» gebracht haben, wie Meteo Schweiz gestern warnte. Eine solche Wetterlage gebe es normalerweise nur im Herbst. In einem Juni sei dies letztmals mit praktisch identischem Verlauf 1991 der Fall gewesen.

Die Aussichten für die nächsten Tage verheissen weiterhin ein wechselhaftes Wetter. Insbesondere das Toggenburg hat im Mai und Juni viel Niederschlag erhalten. Die Wetterstation auf dem Säntis verzeichnete zwischen dem 1. und 14. Juni eine rekordverdächtige Regenmenge von 185 Litern pro Quadratmeter. Entsprechend «furchtbar nass» sind die Böden, wie Walter Looser, der Ortsgemeindepräsident von Alt St. Johann, sagt. Der grösste Teil des Viehs ist auf den Alpen und verursacht bei diesen Verhältnissen grosse Trittschäden. In den unteren Lagen kann das Gras wegen der Nässe nicht weggeführt werden. Es drückt zu Boden und beginnt zu faulen.

Angst vor Erdrutschen

Doch Looser befürchtete gestern Schlimmeres: «Bis jetzt hatten wir Glück und der Schaden ist noch begrenzt. Wenn aber in den kommenden Stunden tatsächlich so viel Regen fällt wie angekündigt, dann könnte es zu Erdrutschen kommen.»

Durchnässte Böden verzögern im Werdenberg sowohl die Aussaat als auch die Ernte im Gemüsebau. «Wir können mit den Maschinen nicht wie gewünscht fahren, da dies sonst zu Strukturschäden am Boden führen würde», sagt Peter Zogg, Leiter Anbau bei der Gemüseanbauorganisation Müller Azmoos AG. Doch insgesamt sei die Situation noch «nicht zum Klagen». Zudem sind die Ernteverluste grösser und der Aufwand bei der Aufbereitung höher, wie Werner Schlegel, Inhaber des Buchser Gemüsebaubetriebs sagt.

Die Milchbauern warten sehnlichst auf zwei, drei sonnige Tage, um endlich den zweiten Heuschnitt unter Dach oder ins Silo zu bringen – und die Tiere auf die Weide treiben zu können. Weil die erste Heuernte gut über die Bühne ging, ist die Lage im Talgebiet und bis auf etwa 1000 Meter über Meer bisher nicht dramatisch, wie Markus Hobi, Leiter des Landwirtschaftlichen Zentrums in Salez sagt.

Ausfälle beim Mais

Problematischer ist es oberhalb von 1000 Metern, weil hier noch kein Heu geerntet werden konnte. Auf den Voralpen und tieferen Alpen sind durch das sömmernde Vieh Trittschäden zu befürchten.

Beim Futtermais werde es Ausfälle geben, weiss Hans Sturzenegger, Landwirt und Ortsgemeindepräsident von Grabs. Der Mais brauche in seiner «Jugendentwicklung» warm und nicht zu nass. Das Vieh zu weiden sei fast nicht möglich. Deshalb lautet seine Bilanz: «Die Lage ist noch nicht dramatisch, könnte jedoch idealer sein.» ? DIE DRITTE

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