Bienensterben: Lage stabilisiert

Das Bienensterben in Eschen hat offenbar ein Ende. Der Bieneninspektor hat am Donnerstag Entwarnung gegeben. Das Amt für Lebensmittelkontrolle hat aber angeordnet, den Honig der betreffenden Stände zurückzubehalten.

Desirée Vogt
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Insgesamt fünf Standorte in Eschen sind vom Bienensterben betroffen. (Bild: pd)

Insgesamt fünf Standorte in Eschen sind vom Bienensterben betroffen. (Bild: pd)

ESCHEN. Mitte Juli wurde bekannt: Tausende von Bienen wurden in Eschen vergiftet und sind gestorben. Der Schaden ist massiv. Doch nun gibt es offenbar Entwarnung. Am Donnerstagmorgen wurde beim Amt für Lebensmittelkontrolle des Fürstentums Liechtenstein eine Sitzung anberaumt, bei der Bieneninspektor Manfred Biedermann Entwarnung gegeben hat. Allerdings könnten im schlimmsten Fall Hunderte Kilo Honig aus dem Verkehr gezogen werden – das wäre ein Schaden von mehreren tausend Franken. Das hat Radio Liechtenstein berichtet.

Schadenhöhe wird analysiert

«Im Moment sieht es so aus, als ob das Bienensterben abnehmen würde – die Situation hat sich stabilisiert», sagte Manfred Biedermann gegenüber Radio L.

Jetzt müsse analysiert werden, wie gross der Schaden effektiv sei. Diese Beobachtungen und Untersuchungen würden allerdings längere Zeit in Anspruch nehmen. Noch immer ist allerdings unklar, was der Grund für das Bienensterben ist. Von den Imkern wird ein Agrochemieeinsatz eines Bauern vermutet – doch das ist noch nicht erwiesen. Deshalb wurden entsprechende Untersuchungen durchgeführt.

Honig zurückbehalten…

Untersucht werden muss nun auch der Honig der betroffenen Bienenstände. Imker Dominik Sele hat bereits darüber informiert, dass er dem Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen den Auftrag erteilt hat, den Honig entsprechend zu untersuchen.

Dies bestätigte Amtsleiter Peter Malin gegenüber Radio Liechtenstein. «Die Honigernte wurde aktuell abgeschlossen – er ist zwar geschleudert, aber noch nicht in Gläser abgefüllt. Die Imker der betroffenen Stände wurden von uns informiert, dass sie diesen Honig sauber kennzeichnen und klar vom Honig anderer, nicht betroffener Stände trennen müssen», so Malin. Wenn auch nur der geringste Verdacht auf Unreinheiten bestehe, werde der Honig untersucht. So könne sichergestellt werden, dass nur jener Honig auf den Markt komme bzw. verkauft werde, der rückstandsfrei sei.

…als vorsorgliche Massnahme

Malin betont in diesem Zusammenhang aber auch ausdrücklich, dass es sich um eine rein vorsorgliche Massnahme handle. «Wir gehen davon aus, dass höchstwahrscheinlich keine Belastung vorliegt. Trotzdem wird der Honig vorsorglich zurückbehalten.» Stellt sich bei den Untersuchungen aber tatsächlich heraus, dass der Honig von Pestiziden befallen ist, müssten einige hundert Kilo entsorgt werden. Der Schaden würde sich auf mehrere tausend Franken belaufen.

Varroamilbe ausgeschlossen

Vorerst heisst es aber abwarten. Wann die Untersuchungsergebnisse vorliegen, ist noch unklar. Solange man nicht wisse, was der wirkliche Grund für das Bienensterben sei, müssten Untersuchungen in alle möglichen Richtungen angestellt werden. Ausschliessen kann Manfred Biedermann allerdings die sogenannte Varroamilbe, die als Bösewicht schlechthin gilt, wenn es um das Bienensterben geht.

Die Milbe schwächt und vernichtet weltweit die Brutbestände der Bienen. Die Varroamilbe habe mit der aktuellen Bienenvergiftung in Eschen nichts zu tun. «Allerdings treten Viren und Bakterien auf, die ohnehin schwache Völker zusätzlich schädigen», so Manfred Biedermann.

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