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BIENENSEUCHE: Schleim statt Larven

Verfärben sich Waben dunkel, ist dies ein Anzeichen für die Amerikanische Faulbrut. Häufig wird sie erst spät erkannt. Ostschweizer Bienenvölker sind landesweit am stärksten betroffen.
Hannah Göldi
Fadenziehender Schleim ist ein typisches Merkmal der Amerikanischen Faulbrut. (Bild: wikimedia.org/Tanarus)

Fadenziehender Schleim ist ein typisches Merkmal der Amerikanischen Faulbrut. (Bild: wikimedia.org/Tanarus)

Hannah Göldi

hannah.goeldi@tagblatt.ch

Ostschweizer Bienen macht die Amerikanische Faulbrut zu schaffen. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Bienenbrut. Das sporenbildende Bakterium greift die Larve bereits in der verschlossenen Wabe an, die Larve löst sich auf. Übrig bleiben nur eine zähe Substanz und dunkel gefärbte Zelldeckel.

Im Gegensatz zur bekannten Varroamilbe, die den Bienenvölkern in den vergangenen Jahren stark zu schaffen machte, ist die Amerikanische Faulbrut jedoch vollständig eliminierbar. «Aus dieser Per­spektive macht dies die Seuche harmloser», sagt Hans Sonderegger, Bieneninspektor des Kantons St. Gallen.

Dafür muss aber, neben anderen Schritten, das kontaminierte Bienenvolk getötet werden, während ein mit der Varroamilbe infiziertes Volk behan- delt werden kann. «Dies setzt voraus, dass die Krankheit bereits im Anfangsstadium erkannt wird.» Ansonsten werden die Bienen stark geschwächt, und mit der Zeit sterben befallene Völker aus.

Mehr Fälle in der Ostschweiz

Laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen wurden seit Januar acht Fälle von Amerikanischer Faulbrut in der Ostschweiz gemeldet. Dies sind knapp ein Drittel der diesjährigen Fälle schweizweit. Im landesweiten Vergleich ist die Zahl der Fälle in der Ostschweiz seit 2015 am stärksten gestiegen. Die Zahlen sind seit 2012 allgemein höher als in den zehn Jahren zuvor. «Das ist einerseits auf die hohe Übertragbarkeit, andererseits auf das späte Erkennen der Krankheit durch die jeweiligen Imker zurückzuführen», sagt der Bieneninspektor.

Einen extremen Fall habe er momentan bei einem Imker in Zuzwil. Jener wisse nicht, woher das Virus gekommen sei. Er habe es zu lange nicht bemerkt, nun seien fünf bis sechs Bienenstöcke erkrankt. Die im Kanton St. Gallen erkrankten Völker – neben Zuzwil weitere im Rheintal und im Werdenberg – seien jedoch alle bereits unschädlich gemacht worden.

Die Sporen des Bakteriums können bis zu zehn Jahre lang überleben. Wird ein Stock, der früher von einem erkrankten Volk bewohnt wurde, wieder benutzt, ohne dass er vorher gereinigt und desinfiziert wurde, kann sich ein neues Bienenvolk anstecken. «Deshalb ist es wichtig, keine Zukäufe und Verkäufe von Bienenvölkern oder Ausrüstungsgegenständen zu machen, bevor nicht alles durch den zuständigen Bieneninspektor kontrolliert wurde», sagt Sonderegger.

Von Apiservice, dem Bienengesundheitsdienst des Schweizer Branchenverbands der Imker, liegen im Internet Informationen zu Präventions- und Diagnoseübersichten zu den verschiedenen Bienenseuchen vor. «Unternähme man nichts gegen Bienenkrankheiten oder bekämpfe man sie falsch, müssten wir wahrscheinlich mit einem massiven Bienensterben rechnen», warnt Sonderegger.

Erreger ist für Menschen ungefährlich

Die Bekämpfung mit Medikamenten ist, im Gegensatz zu den USA, europaweit verboten. Der Grund: Auch wenn ein Bienenvolk geheilt ist, können sich immer noch andere Bienen anstecken. So könnte zum Beispiel der Honig eines mit Antibiotika geheilten Volkes immer noch Sporen enthalten. Kämen andere Bienen mit dem Honig oder dem Honigglas in Berührung, würden diese sich anstecken.

Der Erreger ist für Men- schen allerdings ungefährlich, der Honig könnte weiter gegessen werden. Die Qualität des Honigs von medikamentös geheilten Völkern würde jedoch darunter leiden.

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