Bevölkerung zeigt grosses Interesse am Fuss- und Veloverkehrskonzept

GAMS. Der Gamser Gemeinderat engagiert sich für den Langsamverkehr. Nachdem er anlässlich der Bundesfeier die Wanderkarte «z'Fuess z'Gams» herausgab, will er nun die Verkehrsverhältnisse für Fussgänger und Velofahrer in der Gemeinde Gams sukzessive verbessern.

Alexandra Gächter
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Das Fuss- und Veloverkehrskonzept sieht für die Haagerstrasse zwei Radstreifen vor. (Bild: Alexandra Gächter)

Das Fuss- und Veloverkehrskonzept sieht für die Haagerstrasse zwei Radstreifen vor. (Bild: Alexandra Gächter)

GAMS. Der Gamser Gemeinderat engagiert sich für den Langsamverkehr. Nachdem er anlässlich der Bundesfeier die Wanderkarte «z'Fuess z'Gams» herausgab, will er nun die Verkehrsverhältnisse für Fussgänger und Velofahrer in der Gemeinde Gams sukzessive verbessern. Aus diesem Grunde beauftragte die Gemeinde das Institut für Raumentwicklung der Hochschule Rapperswil (HSR) ein Fuss- und Veloverkehrskonzept auszuarbeiten. Nach einjähriger Arbeit mit zwei öffentlichen Workshops wurde das Konzept am Mittwochabend von Prof. Klaus Zweibrücken in der Aula des Schulhauses Höfli vorgestellt.

Trotz des schönen Wetters konnte Gemeindepräsident Fredy Schöb zahlreiche Gamserinnen und Gamser begrüssen, die ihr Interesse am sicheren Langsamverkehr nicht nur durch ihr Erscheinen kundgaben, sondern auch durch viele Wortmeldungen.

Mehr Fussgängerquerungen

Ausschlaggebend für die Erarbeitung des neuen Konzeptes war die Haagerstrasse. «Wir wollten eine Kernfahrbahn, also keinen Mittelstreifen, dafür links und rechts einen Radstreifen», eröffnete Fredy Schöb die Information. Für die Kantonspolizei (Kapo) St. Gallen war die Strasse dafür zu schmal, deshalb wollte die Gemeinde abklären lassen, wie sich die Strasse alternativ sicher gestalten liesse. Das Institut für Raumentwicklung der HSR verfolgt eine andere Philosophie als die Kantonspolizei. Gemäss Prof. Klaus Zweibrücken eignet sich die Haagerstrasse für eine Kernfahrbahn. Auch in Sachen Fussgängerstreifen gehen die Meinungen der Kapo und der HSR auseinander: «Die Kapo entfernt Fussgängerstreifen, wenn sie nicht sicher sind. Wir hingegen zeigen Wege auf, wie sie sicherer gemacht werden können», so Zweibrücken. Da das Fussverkehrsnetz sehr dicht ist, weist es auch viele Strassenüberquerungen auf. Und diese soll man sicher überschreiten können. Also brauche es in Gams einige Fussgängerstreifen und Schutzinseln mehr.

70 Massnahmen vorgeschlagen

Nicht nur fehlende Fussgänger- und Radstreifen zeigt das Konzept, sondern auch viele andere Massnahmen, welche den Langsamverkehr sicherer machen. Ungefähr 70 Massnahmen schlägt die HSR der Gemeinde Gams vor. Darunter fallen Verbreiterungen von Trottoirs, Ergänzungen von Fuss- und Radwegverbindungen sowie Optimierungen von Strassenüberquerungen, zum Beispiel mittels Schutzinseln.

Auch eine neue Bushaltestelle soll gemäss dem Konzept erstellt, alte verlegt oder verbessert werden.

Bei einem optimalen Fuss- und Radverkehrsnetz sind die Fuss- und Radwege zusammenhängend, müssen möglichst wenig Umwege gegangen oder gefahren werden, ist das Netz sicher, barrierefrei und störungsfrei, so Zweibrücken. Das Fussverkehrsnetz soll zudem aufenthaltsfreundlich sein. «Ist das Trottoir schmal und über lange Zeit ohne Schatten, regt das nicht gerade viele Fussgänger an, dort entlangzugehen», sagt Zweibrücken.

Des weiteren umfasst das Konzept Strassenraum- oder Platzgestaltungen in Gams. «Wird ein Ortseingang mit Elementen optisch schmäler gestaltet, wird automatisch langsamer gefahren», so Zweibrücken. In Wohnquartieren soll Tempo 30 eingeführt werden, zwischen Gams und Grabs wäre ein Ausweiten der 50er-Zone angebracht. «Für die Hirsche wurde das Tempo herabgesetzt, dann wird man das sicher auch für die Velofahrer machen können», rechtfertigt Zweibrücken. Viel Gestaltungsmöglichkeiten sieht er vor allem im Zentrum. Dort wo die Grabser-, Wildhauser-, Gasenzen- und die Haagerstrasse zusammenlaufen, wäre ein Kreisel nicht fehl am Platz. Beim Dorfteil Gasenzen würde ein kleiner Dorfplatz das Tempo der Autofahrer drosseln.

Schulwege unter der Lupe

Nach den vielen Vorschlägen stellt sich in Gams die Frage: Wie weiter? «Wir haben nicht im Sinn, viel Geld auf einmal auszugeben», so Fredy Schöb. Das Konzept soll ein Strategiepapier sein. Das heisst, dass die Gemeinde immer dann, wenn Strassen saniert werden, Optimierungen für den Langsamverkehr umzusetzen versucht.

Die Realisierung des Konzeptes wird sukzessive angegangen, erste Massnahmen können bestimmt bereits im Jahr 2016 umgesetzt werden.

Ausserdem wird das Fuss- und Veloverkehrskonzept als Vorlage für die Überprüfung der Schulwegsicherheit dienen. Diese Projekt steht demnächst an.